{"id":8796,"date":"2016-04-03T17:07:43","date_gmt":"2016-04-03T17:07:43","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8796"},"modified":"2016-04-13T17:12:34","modified_gmt":"2016-04-13T17:12:34","slug":"der-blick-auf-vater-und-mutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2016\/04\/03\/der-blick-auf-vater-und-mutter\/","title":{"rendered":"Der Blick auf Vater und Mutter"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3525402538\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3525402538&amp;linkCode=as2&amp;tag=vaeterblog-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3525402538 \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.v-r.de\/cover\/228b\/1036319\/978-3-525-40253-5.jpg\" alt=\"\" width=\"137\" height=\"228\" \/><\/a>Das Kinder Eltern, V\u00e4ter und M\u00fctter brauchen ist heute unbestritten. Auf die Fragen, wie sie Aufwachsen in Familie und anderen Einrichtungen erleben, geben Erwachsene auf der Grundlage ihrer Ma\u00dfst\u00e4be Antworten, die wiederum die von ihnen beschriebenen Rahmenbedingungen beeinflussen. Mit dem Sammelband \u201e<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3525402538\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3525402538&amp;linkCode=as2&amp;tag=vaeterblog-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3525402538 \" target=\"_blank\">Der Blick auf Vater und Mutter, Wie Kinder ihre Eltern erleben<\/a>\u201c stellen die Herausgeber Johannes Huber und Heinz Walter diese Perspektive auf den Kopf und r\u00fccken das kindliche Erleben in den Mittelpunkt. Dabei setzen sie sich auch intensiv mit der Frage auseinander, wie diese Kinderperspektive von fragenden und forschenden Erwachsenen zu erschlie\u00dfen ist und welche Wege gangbar sind ohne schon durch die Fragen selbst die Kinder durch den Blick der Erwachsenen zu beeinflussen. \u201eDie Kindersicht ist in ein Korsetterwachsener Vorprogrammierung gespannt: Erwachsenen w\u00e4hlen Aspekte der vermeintlichen kindlichen Lebenswelt aus, konkretisieren sie \u00fcber vermeintlich geeignete Formulierungen in Form von Feststellungen oder Fragen, erwarten Stellungnahmen der Kinder mithilfe vorgegebener Reaktionsmodi.\u201c<\/p>\n<p>Aber wann sind Kinderaussagen Kinderaussagen? Die Herausgaben n\u00e4hern sich dieser Frage behutsam an und beschreiben die Herausforderungen und Schwierigkeiten. Dabei gehen sie davon aus, dass kindliche Interaktionen vor allem dann nicht verstanden werden, wenn sie an den restriktiven Bedingungen formalisierter Erwachsenenkommunikation gemessen werden. \u201eWill man Aussagen &gt;aus der Perspektive vom Kinde aus&lt; treffen, quasi die passenden Schl\u00fcssel f\u00fcr das Aufsperren der verborgenen Kinderwelt finden, so gilt es, sich zun\u00e4chst der generationalen Differenz von Erwachsenen und Kindern \u2013 als ein strukturelles Merkmal innerhalb der Kind-Erwachsenen-Beziehung \u2013 bewusst zu werden und diese anzuerkennen.\u201c Das Ann\u00e4hern an und das Verstehen von kindlichen Erlebniswelten k\u00f6nnen nur vor diesem Hintergrund und einer selbstreflexiven Haltung gelingen. \u201eDenn der Versuch, etwas \u00fcber das Wesen des Kindes zu erfahren, ist zugleich mit dem Paradoxon konfrontiert, an eine &gt;Perspektive des Kindes&lt; ankn\u00fcpfen zu m\u00fcssen, die man doch eigentlich erst erforschen bzw. kennenlernen will.\u201c<\/p>\n<p>Ein besonders krasses Beispiel daf\u00fcr, wie Forschung an Kindern vorbeireden kann, ist der vom Kinderhilfswerk UNICEF vorgelegte Befund, dass deutsche Kinder eine einmalige Diskrepanz aufweisen: \u201eW\u00e4hrend sie im Bereich objektiver Indikatoren des Wohlbefindens mit dem 6. Platz in der Spitzengruppe aller L\u00e4nder liegen, st\u00fcrzen sie in der subjektiven Selbsteinsch\u00e4tzung auf den 22. Platz ab.\u201c<\/p>\n<p>Nach der erkenntnistheoretischen Grundlegung ihres Perspektivenwechsels f\u00fchren Huber und Walter verschiedene historische Beispiele f\u00fcr den kindzentrierten Ansatz an. Beeindruckend ist das Wirken der Schweizer Forscherin Margrit Erni, die Mitte der 1960er Jahre die Diskussion um die \u201eVaterkrise\u201c aufgriff und in 84 Schulklassen 252 m\u00e4nnliche und 1217 weibliche Jugendliche umfassend und wertsch\u00e4tzend interviewte. Das Ziel ihrer Untersuchungen war, den V\u00e4tern aufzuzeigen, was die Jugend von ihnen erwartet.<\/p>\n<p>In den folgenden vier Abschnitten \u201eAus der Praxis f\u00fcr die Praxis\u201c, \u201eForschungszug\u00e4nge \u2013 eine Auswahl\u201c, \u201eZur Psychodynamik des Einzelfalls im therapeutischen Setting\u201c und \u201eSensibilisierung f\u00fcr eine Kinderperspektive als pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahme\u201c werden 14 weitere Zug\u00e4nge beschrieben. Diese reichen von dem Versuch, sich durch V\u00e4tergeschichten dem Vater erz\u00e4hlend zu n\u00e4hern, bis hin zu dem Grundrecht der \u201eKindesanh\u00f6rung\u201c zum Beispiel bei Trennung und Scheidung der Eltern. Einem Thema, das auch in der aktuellen Diskussion um das Wechselmodell eine gro\u00dfe Rolle spielt.<\/p>\n<p>Der vorliegende Band und insbesondere auch die vielf\u00e4ltigen Beispiele machen deutlich, dass der Perspektivenwechsel \u00fcberf\u00e4llig ist und leistet einen grundlegend wertvollen Beitrag dazu, Kindeswohl und \u2013interessen nicht nur als Lippenbekenntnis zu formulieren sondern tats\u00e4chlich zu erkennen und zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kinder Eltern, V\u00e4ter und M\u00fctter brauchen ist heute unbestritten. Auf die Fragen, wie sie Aufwachsen in Familie und anderen Einrichtungen erleben, geben Erwachsene auf der Grundlage ihrer Ma\u00dfst\u00e4be Antworten, die wiederum die von ihnen beschriebenen Rahmenbedingungen beeinflussen. 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