{"id":8732,"date":"2015-12-20T17:56:56","date_gmt":"2015-12-20T17:56:56","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8732"},"modified":"2015-12-21T18:01:36","modified_gmt":"2015-12-21T18:01:36","slug":"vater-sind-anders-und-mutter-mussen-vater-vater-sein-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2015\/12\/20\/vater-sind-anders-und-mutter-mussen-vater-vater-sein-lassen\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter sind anders und M\u00fctter m\u00fcssen V\u00e4ter Vater sein lassen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/image\/title\/SP\/2015\/52\/300 \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/image\/title\/SP\/2015\/52\/300 \" alt=\"\" width=\"180\" height=\"239\" \/><\/a>Was macht eine gute Vater-Kind-Beziehung aus? Wie genau unterscheidet sich das Rollenverhalten von V\u00e4tern und M\u00fcttern? Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert hat im Rahmen des Forschungsprojekts Central European Network on Fatherhood (<a href=\"https:\/\/cenof.univie.ac.at\/cenof-forschungsprojekte\/inhalt-der-cenof-forschungsprojekte\/ \" target=\"_blank\">CENOF<\/a>) nachgeforscht und mit f\u00fcnf weiteren Forschergruppen Erkenntnisse zu Vater-Kind-Beziehungen gesammelt. Im Spiegel Interview mit Julia Koch pr\u00e4sentiert sie erste Ergebnisse.<\/p>\n<p><strong>&#8222;SPIEGEL ONLINE<\/strong> Frau Ahnert, Sie haben Hunderte V\u00e4ter befragt und beobachtet. Was hat Sie dabei am meisten \u00fcberrascht?<\/p>\n<p><strong>Ahnert<\/strong> Wir hatten nicht erwartet, wie sehr die Qualit\u00e4t der Vaterschaft von den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden abh\u00e4ngt, also zum Beispiel von der Beziehung zur Mutter, den M\u00f6glichkeiten, Job und Familie zu vereinbaren, oder auch vom Kind. \u2026<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL ONLINE<\/strong> Verhalten sich jene V\u00e4ter, die ihre Rolle gut ausf\u00fcllen, anders als M\u00fctter?<\/p>\n<p><strong>Ahnert:<\/strong> Ja. Viele M\u00e4nner sind weniger beh\u00fctend, sie unterst\u00fctzen die Neugier ihrer Kinder, aktivieren ihr Verhalten, werfen sie in die Luft, rennen und toben mit ihnen. Dieses physisch herausfordernde Verhalten ist bei M\u00fcttern seltener. M\u00fctter achten dagegen eher auf die Unp\u00e4sslichkeiten der Kinder und versuchen, negative Emotionen umgehend auszubalancieren. Wenn das Kind weint, nehmen sie es sofort in den Arm und tr\u00f6sten es.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL ONLINE<\/strong> Und wie machen es die V\u00e4ter?<\/p>\n<p><strong>Ahnert<\/strong> V\u00e4ter reagieren in solchen Situationen h\u00e4ufiger gelassener und benutzen Ablenkungs\u00adman\u00f6ver, die das Kind in die Lage versetzen sollen, Emotionen selbst zu regulieren. Das sind einfach verschiedene Strategien, die sehr n\u00fctzlich f\u00fcr die emotionale Entwicklung des Kindes sind. \u2026<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL ONLINE<\/strong> Sie haben mit Hilfe einer App untersucht, was genau Ihre Testv\u00e4ter so den ganzen Tag mit ihren Kindern machen. Was kam dabei heraus?<\/p>\n<p><strong>Ahnert<\/strong> Es zeigte sich, dass die Vater-Kind-Bindung auch bei jenen V\u00e4tern gut entwickelt sein kann, die die vermeintlich p\u00e4dagogisch wertvollen Angebote kaum vorhalten. Wenn die V\u00e4ter &#8211; nach einem Zufallsprinzip &#8211; von der App aufgefordert wurden, zu melden, was sie gerade taten und wo sie waren, lasen sie oft keine Bilderb\u00fccher vor oder spielten direkt mit dem Kind. Offenbar ist die sogenannte Quality Time, die bisher entscheidend f\u00fcr die Entstehung einer Bindungsbeziehung gehalten wurde, bei V\u00e4tern weniger wichtig. Es sind eher die f\u00fcr die Kinder wichtigen Alltagssituationen, in denen der Vater als pr\u00e4sent erlebt wird &#8211; als die sch\u00fctzende Person, die nachts ans Bett kommt, wenn sie schlecht getr\u00e4umt haben, oder die sich auch mal Zeit nimmt, sie vom Kindergarten abzuholen oder andere Alltagsroutinen durchbricht. \u2026<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL ONLINE<\/strong> Gestehen die M\u00fctter den neuen V\u00e4tern ihre Rolle uneingeschr\u00e4nkt zu?<\/p>\n<p><strong>Ahnert<\/strong> Das kommt darauf an. Das sogenannte Gatekeeping, bei dem die M\u00fctter den V\u00e4tern &#8211; bewusst oder unbewusst &#8211; eine Kompetenz im Umgang mit ihren Kindern absprechen, beobachten wir schon noch. Und wenn die V\u00e4ter st\u00e4ndig gesagt bekommen: &#8222;Du kannst das nicht, lass mich mal&#8220;, wird eine aktive Vaterschaft ziemlich ausgebremst. &#8230;&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/gesellschaft\/psychologin-lieselotte-ahnert-muetter-muessen-vaeter-machen-lassen-a-1068797.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht eine gute Vater-Kind-Beziehung aus? Wie genau unterscheidet sich das Rollenverhalten von V\u00e4tern und M\u00fcttern? Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert hat im Rahmen des Forschungsprojekts Central European Network on Fatherhood (CENOF) nachgeforscht und mit f\u00fcnf weiteren Forschergruppen Erkenntnisse zu Vater-Kind-Beziehungen gesammelt. 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