{"id":8431,"date":"2015-03-13T20:26:04","date_gmt":"2015-03-13T20:26:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8431"},"modified":"2015-03-17T20:28:28","modified_gmt":"2015-03-17T20:28:28","slug":"elterngeld-starkt-die-partnerschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2015\/03\/13\/elterngeld-starkt-die-partnerschaft\/","title":{"rendered":"Elterngeld st\u00e4rkt die Partnerschaft"},"content":{"rendered":"<p>Eines der Ziele des 2007 eingef\u00fchrten Elterngelds war es, V\u00e4tern den Weg vom Schreibtisch an den Wickeltisch zu ebnen. Inwieweit das funktioniert und welche Hindernisse es noch gibt, haben Svenja Pfahl, Stefan Reuy\u00df, Dietmar Hobler und Sonja Weeber vom Berliner SowiTra-Institut mit Unterst\u00fctzung der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung untersucht. F\u00fcr ihre <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/xpublication.xml?source=fofoe&amp;id=S-2012-572-3 \" target=\"_blank\">Studie<\/a> haben die Sozialwissenschaftler ausf\u00fchrliche Interviews mit 43 Elterngeldv\u00e4tern sowie eine Online-Umfrage mit mehr als 600 Teilnehmern durchgef\u00fchrt. Der Analyse zufolge wirkt es sich positiv auf die Beziehung zum Nachwuchs und die Partnerschaft aus, wenn V\u00e4ter eine Auszeit vom Erwerbsleben nehmen. Als hinderlich erweisen sich vor allem skeptische Vorgesetzte, fehlende Vertretung und ung\u00fcnstige berufliche Perspektiven der M\u00fctter.<\/p>\n<p>Die befragten V\u00e4ter machten von den gesetzlichen M\u00f6glichkeiten einen variantenreichen Gebrauch, schreiben die Forscher. 71 Prozent beziehen f\u00fcr maximal zwei Monate Elterngeld, 5 Prozent setzen zw\u00f6lf oder mehr Monate aus. Ein Viertel der V\u00e4ter arbeitet w\u00e4hrend der Elterngeldphase in Teilzeit, einige Paare sind in Teilzeit-Teilzeit-Kombination erwerbst\u00e4tig. Es k\u00f6nne davon ausgegangen werden, dass f\u00fcr viele von ihnen das ElterngeldPlus ein \u201ewillkommenes Angebot\u201c w\u00e4re, das ab Juli 2015 bis zu 28 Elterngeldmonate erm\u00f6glicht, wenn beide Partner ihre Arbeitszeit reduzieren.<\/p>\n<p>Ob V\u00e4ter sich \u00fcberhaupt f\u00fcr Elternmonate entscheiden, h\u00e4ngt der Studie zufolge vor allem davon ab, wie sicher der Arbeitsplatz und wie familienorientiert der Arbeitgeber ist. F\u00fcr die Dauer der Nutzung sei unter anderem ma\u00dfgeblich, ob es zwischen den Partnern Unterschiede bei Qualifikation und Einkommen gibt und wie gro\u00df diese sind. Auf betrieblicher Ebene h\u00e4tten die Vertretungsm\u00f6glichkeiten gro\u00dfen Einfluss, zudem spielten die direkten Vorgesetzten eine Schl\u00fcsselrolle: Insbesondere bei V\u00e4tern, die sich ihrer Entscheidung noch nicht sicher sind, f\u00fchre ablehnendes Verhalten oft zu einer Verk\u00fcrzung der Elterngeldphase oder zum v\u00f6lligen Verzicht. Nicht zuletzt m\u00fcsse neben der Lebens- und Arbeitssituation des Vaters in gleichem Ma\u00dfe die der Partnerin in den Blick genommen werden.<\/p>\n<p>Als wichtigsten Effekt der Elternmonate nennen die befragten V\u00e4ter eine st\u00e4rkere Beziehung zu ihrem Kind. Dar\u00fcber hinaus bessere sich durch die partnerschaftliche Arbeitsteilung die Qualit\u00e4t der Paarbeziehung. \u201eHier wird noch einmal deutlich, dass die Elterngeldmonate f\u00fcr das Gros der V\u00e4ter keineswegs nur eine Art Urlaub darstellen\u201c, urteilen die Autoren. Vielmehr sei das Bem\u00fchen um eine partnerschaftliche Beziehung deutlich zu erkennen, das auf eine egalit\u00e4re Verteilung von Erwerbs-, Familien- und Hausarbeit abzielt. Dadurch er\u00f6ffnen sich den Frauen neue berufliche Spielr\u00e4ume: Fast zwei Drittel der Befragten mit mindestens drei Elternmonaten geben an, dass ihre Elterngeldzeit der Partnerin den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert hat. Von den anderen V\u00e4tern mit maximal zwei Monaten best\u00e4tigt das immerhin noch ein Drittel.<!--more--><\/p>\n<p>Ein Zusammenhang zwischen der Nutzung von Elterngeld und der Rollenverteilung in der Partnerschaft ist laut Pfahl und ihren Kollegen auch langfristig feststellbar. Der Befragung zufolge reduziert etwa jeder vierte Vater unmittelbar im Anschluss an die Elternmonate seine Arbeitszeitdauer im Vergleich zu der Zeit vor der Geburt. Von denjenigen, die mindestens drei Monate eine berufliche Auszeit nehmen, sind es 40 Prozent, von den anderen 22 Prozent. Jeder F\u00fcnfte arbeitet l\u00e4ngerfristig k\u00fcrzer, von den V\u00e4tern mit l\u00e4ngerem Elterngeldbezug fast jeder Dritte. Zwar ist dabei unklar, wie der Wirkungszusammenhang letztlich beschaffen ist. Doch deuten die Interviews nach Ansicht der SowiTra-Forscher darauf hin, dass die Elterngeldphase vielen V\u00e4tern als \u201eSchnupperkurs\u201c dient, um sich mit Alternativen zur Vollzeit vertraut zu machen.<br \/>\nLangfristige berufliche Nachteile f\u00fcr die Elterngeldv\u00e4ter sind laut der Studie kaum nachweisbar. Mit vor\u00fcbergehenden Beeintr\u00e4chtigungen sei allerdings durchaus zu rechnen. Jeder zehnte Befragte berichtet von tempor\u00e4ren Auswirkungen auf den Karriereverlauf, wobei die Gefahr mit der Dauer der Elterngeldnutzung ansteigt. Nach der Elterngeldphase erweise sich insbesondere Teilzeit als Karrierehindernis f\u00fcr V\u00e4ter \u2013 die hier dieselben negativen Erfahrungen wie Frauen machten. Ein beruflicher Aufstieg sei mit Teilzeit anscheinend nach wie vor in den wenigsten Betrieben vereinbar.<\/p>\n<p>Um das Potenzial des Elterngelds noch besser auszusch\u00f6pfen, empfehlen die Wissenschaftler, auf eine \u201ev\u00e4tersensible\u201c und gleichstellungsorientierte Betriebskultur hinzuwirken. Dass m\u00e4nnliche Besch\u00e4ftigte familiengerechte Ma\u00dfnahmen in Anspruch nehmen, m\u00fcsse zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit werden. Handlungsbedarf bestehe auch bei den Vertretungsm\u00f6glichkeiten am Arbeitsplatz: Ein effizientes, vorausschauendes Vertretungsmanagement scheine in der betrieblichen Praxis eher noch die Ausnahme als die Regel zu sein, was oft auch mit Personalknappheit zusammenh\u00e4nge. Dar\u00fcber hinaus seien Angebote zur vor\u00fcbergehenden Reduzierung und familienorientierten Gestaltung der Arbeitszeit n\u00f6tig. Denkbar w\u00e4re etwa, dass Unternehmen die ElterngeldPlus-Regelung durch eine Aufstockung der Zahlungen noch attraktiver machen. Nicht zuletzt gelte es, geschlechtsspezifische Unterschiede am Arbeitsmarkt abzubauen: \u201ePartnerschaftliche Arbeitsteilung wird nur gelingen, wenn auch Partnerinnen Zugang zu qualitativ guten Arbeits- und Einkommensbedingungen haben.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/53231_53241.htm \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der Ziele des 2007 eingef\u00fchrten Elterngelds war es, V\u00e4tern den Weg vom Schreibtisch an den Wickeltisch zu ebnen. Inwieweit das funktioniert und welche Hindernisse es noch gibt, haben Svenja Pfahl, Stefan Reuy\u00df, Dietmar Hobler und Sonja Weeber vom Berliner SowiTra-Institut mit Unterst\u00fctzung der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung untersucht. 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