{"id":842,"date":"2008-07-05T14:36:26","date_gmt":"2008-07-05T13:36:26","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=842"},"modified":"2008-07-06T14:46:31","modified_gmt":"2008-07-06T13:46:31","slug":"sohne-denkt-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2008\/07\/05\/sohne-denkt-selbst\/","title":{"rendered":"S\u00f6hne, denkt selbst!"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-weight: normal; font-family: Verdana;\">So lautet eine zentrale Forderung des Geschlechterforschers <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerhard_Amendt\" target=\"_blank\">Gerhard Amendt<\/a> im <em><a href=\"http:\/\/www.stern.de\" target=\"_blank\">stern.de<\/a> <\/em>&#8211; Interview. Er fordert er eine neue, m\u00e4nnliche Perspektive auf die Rolle von V\u00e4tern ein &#8211; und \u00fcbt radikale Kritik an der Rolle der Frauen. <\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">&#8222;M\u00e4nnern ist heute vielfach nicht mehr klar, was von der M\u00e4nnlichkeit wert ist, weiter gegeben zu werden&#8220;. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">&#8218;Wer h\u00e4lt die Macht in modernen Gesellschaften in H\u00e4nden? Frauen. Wer entscheidet, wie S\u00f6hne \u00fcber ihre V\u00e4ter denken? <\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Mehrheitlich die Frauen. Nehmen Sie die Kinderg\u00e4rten, die Jugendarbeit, die Schulen, Kinder- und Jugendforschung, ja, sogar die psychotherapeutischen Berufe et cetera. Frauen dominieren die Bildungswelten, sie geben den Stil vor, wie miteinander umgegangen werden soll, wie gearbeitet wird, wie Konflikte vermieden, wie gel\u00f6st oder wie Menschen kalt gestellt werden. <\/span><\/p>\n<h5 style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und mittendrin der Mann als personalisierter Konfliktherd, wehrlos, vor allem der \u00e4ltere?<\/span><\/h5>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Die M\u00e4nner-Generation der heute \u00fcber 50-J\u00e4hrigen hat oft besiegte oder gar keine V\u00e4ter gehabt, weil sie aus dem Krieg nicht zur\u00fcckgekehrt sind. Und freilich konnten die M\u00fctter die V\u00e4ter nicht ersetzen. Viele waren verwitwet. Das Schweigen der \u00dcberlebenden hat den famili\u00e4ren Alltag gepr\u00e4gt. Dann kam mit 1968 die ganz gro\u00dfe Vorwurfshaltung gegen\u00fcber den V\u00e4tern. Die Rolle der M\u00fctter im Nationalsozialismus stand hingegen bis in die 90er Jahre nicht zur Debatte. Das beginnt jetzt erst und leitet die Aufl\u00f6sung vom Mythos der friedfertigen Frauen ein. <\/span><\/p>\n<h5 style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Bleiben wir bei den M\u00e4nnern.<\/span><\/h5>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Aber Sie k\u00f6nnen \u00fcber M\u00e4nner nicht reden, wenn Sie nicht gleichzeitig \u00fcber Frauen reden. Die geh\u00f6ren nun einmal zusammen. Deshalb ist gerade auch die feministische Debatte \u00fcber M\u00e4nner und V\u00e4ter noch immer die Fortsetzung der 68er-Debatte \u00fcber die damalige V\u00e4tergeneration: Angeblich haben sie alles falsch gemacht, und deshalb seien sie auch allein an allem Schuld. \u2026<\/span><!--more--><\/p>\n<h5 style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Das klingt nach Opferrolle. Wenn es so ist, warum bilden gerade die im Leben stehenden &#8222;Best ager&#8220; eine starke aber schweigende Minderheit?<\/span><\/h5>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Diese M\u00e4nner-Generation hat sehr viel gesehen, geh\u00f6rt, sehr viel mitbekommen und noch mehr einf\u00fchlsam geahnt, aber wenig an elterlicher Offenheit erfahren. Sie hat einen h\u00f6lzernen Diskurs \u00fcber sich ergehen lassen. Und parallel zum Schweigen verlief die aktiv betriebene Erosion der M\u00e4nnlichkeit. Durch besch\u00e4mtes Schweigen haben die M\u00e4nner das selber mitgetragen. Wenn man keine gute V\u00e4ter-Tradition hat oder sogar meint, keine haben zu d\u00fcrfen, dann ist es sehr schwer, ein Mann zu sein. Dann ist man nicht nur emotional vaterlos, sondern man kann seinen S\u00f6hnen wiederum kein einf\u00fchlsamer Vater sein. M\u00e4nnern, auch j\u00fcngeren, ist heute vielfach nicht mehr klar, was von der M\u00e4nnlichkeit wert ist, weiter gegeben zu werden &#8211; nicht nur an die S\u00f6hne sondern genauso so sehr an die T\u00f6chter. <\/span><\/p>\n<h5 style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Was angesichts der deutschen Geschichte ja kein Wunder ist.<\/span><\/h5>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">M\u00e4nner sollten sich daher offensiver \u00fcber ihre V\u00e4ter und Gro\u00dfv\u00e4ter informieren und sich fragen: Was habe ich eigentlich f\u00fcr Erinnerungen? Ist es allein die Erinnerung, dass die meisten Nazis und Mitl\u00e4ufer oder Mitwirkende waren? Aber diese politische Existenz ist nicht identisch mit V\u00e4terlichkeit. Wenn sich die M\u00e4nner mit der Erinnerung auseinander setzen, werden sie feststellen, dass der Gro\u00dfteil der V\u00e4ter eben ambivalent war, dass sie auch gute Seiten hatten. M\u00e4nner m\u00fcssen einen emotionalen Bezug zu ihrer Kindheit, zu ihrem Erinnern herstellen. Und sie m\u00fcssen, das gilt auch f\u00fcr die j\u00fcngeren Generationen, ein eigenes Bild ihrer V\u00e4ter entwickeln. \u2026&#8216;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Das ganze Interview k\u00f6nnen Sie <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/panorama\/625840.html \" target=\"_blank\">hier<\/a> lesen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lautet eine zentrale Forderung des Geschlechterforschers Gerhard Amendt im stern.de &#8211; Interview. 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