{"id":8371,"date":"2014-12-15T11:48:34","date_gmt":"2014-12-15T11:48:34","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8371"},"modified":"2014-12-15T11:48:34","modified_gmt":"2014-12-15T11:48:34","slug":"elternschaft-auch-nach-einer-trennung-gelingend-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2014\/12\/15\/elternschaft-auch-nach-einer-trennung-gelingend-gestalten\/","title":{"rendered":"Elternschaft (auch) nach einer Trennung gelingend gestalten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3828834507\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3828834507&amp;linkCode=as2&amp;tag=vaeterblog-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3828834507 \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.planet-gericke.de\/famneu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/10481966_295015310695619_6431734415052166317_n-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" \/><\/a>\u201eAn diesem Thema sind wir schon dran\u201c Mit diesen Worten begr\u00fc\u00dfte uns Paul Lehrieder im Sommer im Familienausschuss des Deutschen Bundestages. Gleichzeitig nahm er das vor ihm liegende Buch von Hildegund S\u00fcnderhauf \u201eWechselmodell: Psychologie \u2013 Recht \u2013 Praxis\u201c in die Hand und legte es mit den Worten \u201eWir werden dazu einen Forschungsauftrag ausschreiben\u201c wieder auf den Tisch. Es gebe keine Untersuchungen, wie sich das Wechselmodell auf das Kindeswohl auswirke und bevor man etwas entscheide, m\u00fcsse das klar sein.<\/p>\n<p>Dass Kinder auch nach einer Trennung eine Beziehung zu beiden Eltern aufrechthalten m\u00f6chten und von den Ressourcen beider, V\u00e4ter und M\u00fctter profitieren k\u00f6nnen, kann als grundlegend angesehen werden. Hildegund S\u00fcnderhauf hat in ihrem Buch 48 Studien ausgewertet. Was noch weitergehender Untersuchungen bedarf ist die Frage, unter welchen Umst\u00e4nden eine Erziehung im Wechselmodell gelingen kann und wie V\u00e4ter und M\u00fctter nach einer Trennung bei Herausforderung, die Verantwortung f\u00fcr ihr Kind gemeinsam wahrzunehmen, unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Fragestellungen greift Danielle Gebur in ihrem Buch \u201e<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3828834507\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3828834507&amp;linkCode=as2&amp;tag=vaeterblog-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3828834507 \" target=\"_blank\">Erziehung im Wechselmodell, Trennungskinder und gelungene Erziehungspartnerschaft<\/a>\u201c auf. Gebur, die selbst mit \u201eihren\u201c Kindern im Wechselmodell lebt, hat dazu in einer empirischen Untersuchung 10 Interviews mit Eltern, die Erfahrungen mit diesem Modell haben, gef\u00fchrt und diese Gespr\u00e4che vor dem Hintergrund einer theoretischen Darstellung von Scheidungsfolgen und dem Wechselmodell analysiert.<\/p>\n<p>Eine Scheidung bzw. Trennung der Eltern ist aus der Perspektive des Kindes sicherlich ein einschneidendes Erlebnis, zu einem traumatischen kann es durch die Begleiterscheinungen werden, die mit dem Ende der Partnerschaft einhergehen. Die Qualit\u00e4t der Beziehung der beiden Elternteile ist der Gradmesser daf\u00fcr, wie ein Kind die Trennung der Eltern verarbeiten kann.<\/p>\n<p>Diese, an dem Wohl des Kindes orientierte Beziehung ist eine Grundlage f\u00fcr ein gelingendes Wechselmodell, also die abwechselnde Betreuung\u00a0 durch Vater und Mutter im ann\u00e4hernd gleichen zeitlichen Umfang. Dieses Modell birgt Chancen f\u00fcr Eltern und Kinder. Die Kinder behalten den Kontakt zu beiden Elternteilen und k\u00f6nnen deren Ressourcen f\u00fcr ihre Entwicklung nutzen. Die Eltern und insbesondere die M\u00fctter gewinnen freie Tage, die sie f\u00fcr sich und ihre wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit nutzen k\u00f6nnen. Diese Autonomie f\u00fchre zu mehr Zufriedenheit, die sich letztlich auch wieder positiv auf das Kind auswirke.<\/p>\n<p>Kritisch wird dieses Modell bei \u201ehochstrittigen Elternteilen\u201c betrachtet. Gebur zitiert an dieser Stelle aus der wenig vorhandenen Literatur und kommt zu dem Schluss, dass die Beantwortung dieser Frage nicht einfach ist und mit \u201eSicherheit noch einige Zeit in Anspruch nehmen\u201c wird. Von daher ist ihre aus den Interviews gezogene Schlussfolgerung, bei diesen Eltern von einem Wechselmodell abzuraten, etwas voreilig. Die Konflikte sind in jedem Fall auszutragen. Vor dem Hintergrund der Haltung, dass dies in keinem Fall zu Lasten der Kinder geschehen darf, und mit Hilfe einer begleitenden Beratung, die nicht auf Eskalation setzt, ist mehr m\u00f6glich als momentan vorstellbar.<\/p>\n<p>Als Ergebnis der Auswertung ihrer Interviews formuliert sie die Faktoren, die zu einem Gelingen des Wechselmodell beitragen: die grundlegende Akzeptanz des Modells, Geringe Auspr\u00e4gung negativer Gef\u00fchle gegen\u00fcber dem Expartner\/ der Expartnerin, der zeitliche Abstand zur Trennung sowie die F\u00e4higkeit zur Selbstkontrolle.<\/p>\n<p>Zumindest die gesellschaftliche Akzeptanz des Modells kann durch gesetzliche Regelungen, eine entsprechende Rechtsprechung sowie \u00f6ffentliche Kampagnen gef\u00f6rdert werden. Des Weiteren gilt es denjenigen, die beruflich mit Eltern in Trennungssituationen an den verschiedensten Stellen, von der Kita bis zur Beratungsstelle, zu tun haben, Informationen und Handreichungen dar\u00fcber zur Verf\u00fcgung zu stellen, welche Potenziale in dem Wechselmodell stecken.<\/p>\n<p>Dazu und zu der L\u00fccke in der Forschung zum Wechselmodell im deutschsprachigen Raum tr\u00e4gt dieser Band einiges bei. Er ist insbesondere denen zu empfehlen, die sich bislang noch nicht so intensiv mit dem Thema befasst haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAn diesem Thema sind wir schon dran\u201c Mit diesen Worten begr\u00fc\u00dfte uns Paul Lehrieder im Sommer im Familienausschuss des Deutschen Bundestages. 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