{"id":8151,"date":"2014-06-04T18:46:57","date_gmt":"2014-06-04T18:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8151"},"modified":"2014-06-05T18:47:21","modified_gmt":"2014-06-05T18:47:21","slug":"karriere-ist-auch-wenn-die-beziehung-halt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2014\/06\/04\/karriere-ist-auch-wenn-die-beziehung-halt\/","title":{"rendered":"Karriere ist auch, wenn die Beziehung h\u00e4lt!"},"content":{"rendered":"<p>In der kommenden Woche findet in Salzburg eine <a href=\"http:\/\/www.stadt-salzburg.at\/internet\/service\/aktuell\/aussendungen\/2014\/maenner_an_den_herd_405567.htm\" target=\"_blank\">Podiumsdiskussion und ein Workshop<\/a> zum Thema \u201eM\u00e4nner an den Herd; Neue V\u00e4ter \u2013 neue Arbeitswelt\u201c statt. Im Vorfeld habe ich den Salzburger Nachrichten ein Interview gegeben:<\/p>\n<p>\u201eWenn M\u00e4nner engagierte V\u00e4ter sind, wirft sie das schnell aus der Karrierespur. Trotzdem wollen vor allem junge M\u00e4nner anders leben und arbeiten. Eine Herausforderung.<\/p>\n<p>Karin Zauner Wenn M\u00e4nner ihre Karriere und das Vatersein besser verbinden k\u00f6nnen, n\u00fctzt das auch den Frauen im Berufsleben. Das sagt der deutsche Sozialwissenschaftler Hans-Georg Nelles im Gespr\u00e4ch mit den SN.<\/p>\n<p>Ihr Projektansatz hei\u00dft \u201eV\u00e4ter und Karriere\u201c. Wozu braucht man denn das? Es sind doch ohnehin die M\u00e4nner, die Karriere machen.<\/p>\n<p>Nelles: Im deutschsprachigen Raum haben wir die Vorstellung, dass Karriere hei\u00dft, ich werde Chef, ich komme an die Spitze, und ich \u00fcbe Macht aus. Es gibt aber andere Definitionen von Karriere. Ein Kollege aus der Schweiz hat die Definition gepr\u00e4gt, Karriere ist, wenn die Beziehung h\u00e4lt. Die meisten, die Karriere machen, sind M\u00e4nner. Wenn sie auch V\u00e4ter sind, sind sie das meist im herk\u00f6mmlichen Sinn.<\/p>\n<p>Sie sind abwesende V\u00e4ter, sie sorgen finanziell sehr gut f\u00fcr die Familie, aber sie haben keine Zeit, eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Auch die Beziehung in der Partnerschaft ist kritisch, denn Beziehungsbindung braucht Zeit. M\u00e4nner, die nicht nur V\u00e4ter im Sinne der Ern\u00e4hrer der Familie sein wollen, sondern Zeit f\u00fcr die Kinder haben wollen, stehen schnell vor der Frage, ob sie genauso Karriere machen wollen wie die traditionellen V\u00e4ter. V\u00e4ter, die f\u00fcr eine bestimmte Zeit mehr f\u00fcr die Familie da sein wollen, sind schnell weg von der Karrierespur.<\/p>\n<p>Hat sich in dieser Frage in den vergangenen Jahren Wesentliches ge\u00e4ndert? Oder ist das nur ein Thema f\u00fcr einige Randgruppen, bei denen es gerade popul\u00e4r ist?<\/p>\n<p>Ich bin seit zw\u00f6lf Jahren mit dem Thema in Unternehmen unterwegs. 2003 war das Thema noch ein absolutes Randthema. Wenn man damals in einem Unternehmen gefragt hat, was habt ihr f\u00fcr V\u00e4ter im Angebot, dann haben die mich nach dem Motto angeschaut, was soll denn diese Frage? Seither hat sich viel ge\u00e4ndert. Die jungen M\u00e4nner und jungen Frauen wollen anders leben als ihre Eltern und Gro\u00dfeltern. Gerade in den Branchen, die nicht von Bewerbern \u00fcberrannt werden, fragen junge M\u00e4nner, was das Unternehmen denn den V\u00e4tern zu bieten habe. Unternehmensvertreter sagen, wenn wir uns darauf nicht einrichten, bekommen wir die guten Leute nicht mehr.<\/p>\n<p>Wir brauchen sie aber. Das ist auch in mittelst\u00e4ndischen Unternehmen ein Thema, nicht nur bei den gro\u00dfen, und es ist eine Folge des Generationenwechsels in den Unternehmen. Ich habe unl\u00e4ngst ein Gespr\u00e4ch mit dem Chef eines kleinen Familienunternehmens mit langer Tradition gehabt, der als erster verantwortlicher Chef Elternzeit genommen hat. Er ist nicht ganz ausgestiegen, aber statt 80 war er nur mehr 30 Stunden in der Woche im Unternehmen und alle haben gemerkt, das funktioniert. Das wirkt sich auf alle anderen aus.<\/p>\n<p>Das Thema Beruf und Vereinbarkeit wurde lange Zeit nur von der Frauenseite aus betrachtet. Helfen jetzt die M\u00e4nner mit, damit bei der Gleichstellung etwas passiert?<\/p>\n<p>Es wird viel \u00fcber die Frauenquote gesprochen, und sie wird auch etwas bewirken. Wenn ich das Thema aber von der V\u00e4terseite betrachte, und wenn V\u00e4ter verst\u00e4rkt in Elternzeit gehen, und das nicht mehr zum K.-o.-Kriterium wird, dann ver\u00e4ndern sich die Unternehmenskultur und die Werte. Wir sind dann an einem Punkt, an dem M\u00e4nner oder Frauen sagen: Ja, ich kann Verantwortung \u00fcbernehmen, aber nicht zu diesen Bedingungen. Wenn M\u00e4nner aber in der Versorgerfunktion sind, f\u00fcgen sie sich bestimmten Bedingungen, die sie krank machen. Geben M\u00e4nner aber st\u00e4rker ihren W\u00fcnschen und Vorstellungen nach, dann werden sich Unternehmen anders ausrichten. Das kommt dann auch den Frauen zugute. Paare sagen oft, wir w\u00fcrden uns ja gern Familien- und Erwerbsarbeit besser aufteilen, aber das geht sich finanziell nicht aus, weil das Einkommen der Frauen zu gering ist.<\/p>\n<p>So gesehen haben doch viele keine Wahlm\u00f6glichkeit, oder doch? <!--more--><\/p>\n<p>In den unteren Einkommensschichten wird doch schon genau das gemacht, wor\u00fcber in den h\u00f6heren Einkommensschichten geredet wird. Dort sind es die Lebensumst\u00e4nde und die geringen Einkommen, die die Paare dazu zwingen, dass beide Partner ein Einkommen haben. Hier gibt es die Wahlm\u00f6glichkeit nicht, dass einer zu Hause bleibt und der andere arbeiten geht. Diese Aufteilung der Ern\u00e4hreraufgabe und der Familienarbeit ist hier freilich vielfach nicht so sch\u00f6n, wie sich das in den h\u00f6heren Einkommensschichten gestalten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wie reagieren die F\u00fchrungskr\u00e4fte in den Unternehmen, wenn Sie sie zum Thema V\u00e4ter und Karriere beraten?<\/p>\n<p>Viele sagen, dass sie es sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass M\u00e4nner freiwillig F\u00fcrsorgeaufgaben in der Familie \u00fcbernehmen wollen und dies auch gut k\u00f6nnen. Diese Aufgaben werden immer noch als weiblich angesehen. Wenn sie sich das aber vorstellen k\u00f6nnen, haben sie oftmals die Bef\u00fcrchtung, nicht mehr dazuzugeh\u00f6ren, etwa zu den Chefkollegen. Sie haben Angst vor Aussagen wie: Der hat ja seine Abteilung nicht im Griff, bei dem gehen st\u00e4ndig M\u00e4nner in Elternzeit. Da wird schnell die M\u00e4nnlichkeit infrage gestellt.<\/p>\n<p>Von wem geht der st\u00e4rkste Druck aus? Von den Jungen oder von der Generation der \u00c4lteren, die jetzt bei ihren erwachsenen Kindern erleben, wie schwierig es f\u00fcr sie ist?<\/p>\n<p>Ich denke, der gr\u00f6\u00dfte Druck kommt von den Jungen, weil sie es anders haben wollen. Der zweite gro\u00dfe Katalysator sind aber die F\u00fchrungskr\u00e4fte mit Mitte bis Ende 50, die bei ihren eigenen Kindern erleben, was es hei\u00dft, wenn es in den Unternehmen nicht passt. Die reflektieren das auch. Sie sagen, als ich angefangen habe, war es anders, aber meine Tochter will das nicht mehr so, und das verstehe ich gut. Deren Einfluss ist nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Er holt das Thema Vereinbarkeit aus der Frauenecke<\/p>\n<p>Hans-Georg Nelles ist Sozialwissenschaftler und Organisationsberater in Deutschland und seit mehr als 15 Jahren f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Projekten im Themenfeld Vereinbarkeit von Arbeit und Leben verantwortlich. Vor zehn Jahren hat er \u201eV\u00e4ter und Karriere\u201c entwickelt, ein Projektansatz, der Unternehmen f\u00fcr die Belange von V\u00e4tern sensibilisiert und versucht, das Thema Vereinbarkeit aus der Frauenecke zu holen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/search.salzburg.com\/display\/sn0515_05.06.2014_41-53049413 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der kommenden Woche findet in Salzburg eine Podiumsdiskussion und ein Workshop zum Thema \u201eM\u00e4nner an den Herd; Neue V\u00e4ter \u2013 neue Arbeitswelt\u201c statt. 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