{"id":8081,"date":"2014-05-08T11:21:04","date_gmt":"2014-05-08T11:21:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8081"},"modified":"2014-05-10T11:32:07","modified_gmt":"2014-05-10T11:32:07","slug":"darf-es-auch-ein-bisschen-weniger-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2014\/05\/08\/darf-es-auch-ein-bisschen-weniger-sein\/","title":{"rendered":"Darf es auch ein bisschen weniger sein?"},"content":{"rendered":"<p>In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift &#8222;<a href=\"http:\/\/www.gendersdialogsociety.com\/aktuelle-ausgabe\" target=\"_blank\">Genders Dialog DAS MAGAZIN<\/a>&#8220; ist mein Beitrag zum Thema &#8222;Darf es auch ein bisschen weniger sein?&#8220; zu lesen:<\/p>\n<p>\u201eIch schreib\u2019s an jede H\u00e4userwand, neue Arbeitszeiten braucht das Land!\u201c In die Diskussion um die L\u00e4nge der t\u00e4glichen Arbeitszeiten und die Anwesenheitskulturen in Betrieben kommt Bewegung. In zahlreichen Befragungen \u00e4u\u00dfern vor allem M\u00e4nner den Wunsch, in bestimmten Lebensphasen den Umfang der Erwerbsarbeit zu reduzieren, um Zeit f\u00fcr Familie und Partnerschaft zu gewinnen.<\/p>\n<p>Der zeitliche Umfang von Erwerbsarbeit, der t\u00e4glichen Arbeitszeiten in Unternehmen bestimmt bislang die beruflichen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten ebenso wie eine partnerschaftliche Aufgabenteilung in der Familie. Eine auch vor\u00fcbergehende Reduzierung wird als Entscheidung gegen berufliche Ambitionen interpretiert und mit geringerer Bezahlung sanktioniert. Eine F\u00fchrungsaufgabe in einem Teilzeitjob? Das ist bislang schwer vorstellbar.<\/p>\n<p>Dieses bislang vorherrschende Arbeitszeitregime wird zunehmend in Frage gestellt. \u201eF\u00fchrung in Teilzeit muss m\u00f6glich sein\u201c fordern selbst die Wirtschaftsjunioren. In Deutschland fordern Arbeits- und Familienministerin ein Ende des \u201eAnwesenheitswahns\u201c in Unternehmen und formulieren Visionen zu neuen Familienarbeitszeiten, bei denen sich Frauen und M\u00e4nner mit jeweils etwa 32 Stunden an der Erwerbsarbeit beteiligen und so Spielr\u00e4ume f\u00fcr eine partnerschaftliche Aufteilung der Haus- und Familienarbeit gewinnen.<\/p>\n<p>In der Schweiz greift die Kampagne \u201eDer Teilzeitmann\u201c den Wunsch von M\u00e4nnern Erwerbsarbeitszeit zu reduzieren auf, pr\u00e4sentiert gute Beispiele und ermutigt M\u00e4nner in Unternehmen, ihre W\u00fcnsche in die Tat umzusetzen. Bei einer Befragung der Universit\u00e4t St. Gallen hatten immerhin 90 Prozent der Befragten ge\u00e4u\u00dfert, ihre Arbeitszeiten reduzieren zu wollen, in Teilzeit arbeiten Ende 2013 14,7 Prozent der m\u00e4nnlichen Besch\u00e4ftigten. Das sind immerhin 23.000 mehr als ein Jahr zuvor.<\/p>\n<p>Die in den Medien sehr pr\u00e4sente Kampagne trifft wohl den Zeitgeist, den Wunsch von M\u00e4nnern, nicht nur im Beruf erfolgreich zu sein, sondern auch im privaten gute Beziehungen zu haben und insbesondere in einer Partnerschaft mit Kindern als Vater pr\u00e4sent sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Den Wirkungen der Kampagne liegen folgende Haltungen zugrunde:<\/p>\n<p>Wir reden \u00fcber Werte und nicht \u00fcber Geld.<br \/>\nWir sind 100 Prozent forderungs- und vorwurfsfrei<br \/>\nWir reden \u00fcber Zukunft<\/p>\n<p>In der Praxis bedeutet das: bislang \u00fcbliche \u201em\u00e4nnliche\u201c Verhaltensweisen werden humorvoll und in Form von Geschichten entlarvt. Vorwiegend in Roadshows bei Unternehmen treten Vorbildm\u00e4nner mit Witz und Stil auf und suchen den Dialog. Das \u00abT\u00bb \u2013 es ist angelehnt an das \u00abS\u00bb des Superman \u2013 steht als Symbol f\u00fcr ihre Heldengeschichten und die \u00dcberwindung der Widerst\u00e4nde auf dem Weg zur Teilzeit. Zentrales Ziel des Projekts ist die Beeinflussung der Erz\u00e4hlweisen zu Rollenbildern und \u2013zuweisungen f\u00fcr Jungen, M\u00e4nner und V\u00e4ter im Kontext von Erwerbsarbeitszeiten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gendersdialogsociety.com\/darf-es-auch-ein-bisschen-weniger-sein\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-8082\" title=\"Artiklel_weniger_sein\" src=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Artiklel_weniger_sein.jpg\" alt=\"Artiklel_weniger_sein\" width=\"560\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Artiklel_weniger_sein.jpg 934w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Artiklel_weniger_sein-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Anspr\u00fcche werden durch die pers\u00f6nlichen Geschichten von M\u00e4nnern eingel\u00f6st, die \u00fcber ihre Erfahrungen mit Teilzeit, die Konsequenzen aber auch die Schwierigkeiten berichten:<\/p>\n<p>\u201eEs braucht schon eine Konsequenz, dass der Donnerstag arbeitsfrei bleibt: Mein Papatag ist nicht verhandelbar.\u201c, sagt Simon. Doch der Mehrwert ist da, und die \u00dcberzeugung zur Teilzeitarbeit ist bei Simon zentral: \u201eDas wichtigste ist f\u00fcr mich, meine Zeit dem Kind zu geben. Nichts ist so wertvoll.\u201c Diese pers\u00f6nliche Zeit f\u00fcr sich und die Beziehung kann er genie\u00dfen. Teilzeitmann Simon ist \u00fcberzeugt: \u201eDieser Mehrwert l\u00e4sst sich mit nichts kompensieren.\u201c (<em>Simon Schmid, Raumplaner<\/em>)<\/p>\n<p>\u201eDas schwierigste ist f\u00fcr mich, dass ich mich nicht selber herein lege.\u201c Konkret gibt es keine regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitszeiten, aber doch \u201eein St\u00fcck Vogelfreiheit, die sehr viel Stress wegnimmt.\u201c Mal nimmt der Chef einen Nachmittag frei, mal sind es nur ein paar Stunden pro Woche. Abendveranstaltungen geh\u00f6ren sowieso zu den Aufgaben. Aber Howald hat auch kein Problem, Einladungen zu delegieren: \u201eMan kann nicht \u00fcberall sein. Und man sollte sich selber auch nicht zu wichtig nehmen.\u201c (<em>Felix Howald, Direktor Industrie und Handelskammer Zentralschweiz<\/em>)<\/p>\n<p>Tradierte Vorstellungen von M\u00e4nnlichkeiten und Umfang der Erwerbsarbeit sind am ehesten durch eine andere Praxis, von M\u00e4nnern, die es vorleben und die dar\u00fcber berichten, zu ver\u00e4ndern. Die \u201ePioniere\u201c brauchen Mut und Ermutigung:<\/p>\n<p>Durch eine Kampagne, die herausstellt, dass das, was sie tun \u201enormal\u201c ist. Durch Verantwortliche in Unternehmen, die die Ressourcen dieser Arbeitsweise erkennen und nutzen und F\u00fchrungskr\u00e4fte im Umgang damit schulen. Durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die es M\u00e4nnern und Frauen erleichtert, entsprechend den Bed\u00fcrfnissen ihrer jeweiligen Lebensphase und \u2013ereignisse, Arbeitszeiten flexibel ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Und es braucht Bereitschaft von V\u00e4tern und M\u00fcttern in Partnerschaften, Verantwortung in allen Lebensbereichen \u00fcbernehmen zu wollen und zu k\u00f6nnen und dies auf Augenh\u00f6he auszuhandeln.<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.teilzeitmann.ch\" target=\"_blank\">Teilzeitmann<\/a> zeigt, dass dies m\u00f6glich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift &#8222;Genders Dialog DAS MAGAZIN&#8220; ist mein Beitrag zum Thema &#8222;Darf es auch ein bisschen weniger sein?&#8220; zu lesen: \u201eIch schreib\u2019s an jede H\u00e4userwand, neue Arbeitszeiten braucht das Land!\u201c In die Diskussion um die L\u00e4nge der t\u00e4glichen Arbeitszeiten und die Anwesenheitskulturen in Betrieben kommt Bewegung. 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