{"id":8020,"date":"2014-04-04T08:36:48","date_gmt":"2014-04-04T08:36:48","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8020"},"modified":"2014-04-05T08:48:07","modified_gmt":"2014-04-05T08:48:07","slug":"ein-labor-guter-vaterlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2014\/04\/04\/ein-labor-guter-vaterlichkeit\/","title":{"rendered":"Ein Labor guter V\u00e4terlichkeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/vaeterzentrum-berlin.de\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/vaeterzentrum-berlin.de\/resource\/filename\/288\/vaeter_tafel_kuebel.jpg\" alt=\"\" width=\"204\" height=\"255\" \/><\/a>Marc Schulte erinnert sich noch gut an die zwei M\u00e4nner: Beide Handwerker, sie kamen an einem Wochenende in den Papaladen, und sie waren m\u00fcrrisch. Sie wollten an einer Vater-Kind-Reise teilnehmen. Doch die Herren gaben sich misstrauisch. Sie nahmen eine Abwehrhaltung ein, als wollten sie sagen: \u201eWas ist das f\u00fcr eine Veranstaltung &#8211; Vater-Kind-Wochenende? M\u00fcssen wir jetzt etwa von unseren Gef\u00fchlen erz\u00e4hlen?&#8220;<\/p>\n<p>Der Papaladen ist Teil des Berliner V\u00e4terzentrums, eine Anlaufstelle f\u00fcr M\u00e4nner mit Kindern. Er bietet Beratung etwa zum Sorgerecht, aber eben auch Freizeitaktionen wie die Vater-Kind-Ausfl\u00fcge. Er befindet sich im Prenzlauer Berg, dort, wo Leiter von Grundschulen berichten, dass die deutliche Mehrheit ihrer Sch\u00fcler Kinder von getrennt lebenden Eltern sind.<\/p>\n<p>Und wenn diese Sch\u00fcler nach Hause kommen, werden sie meist von ihrer Mutter erwartet: Wenn Eltern sich trennen, ist es meist der Vater, der auszieht. Und seine Kinder seltener sieht.<\/p>\n<p>Marc Schulte ist der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Einrichtung. \u00dcber die beiden Handwerker sagt er: \u201eSie waren sp\u00e4ter die Stars der Kinder auf der Fahrt.&#8220; Sie nahmen sich Zeit, hatten ein gro\u00dfes Herz &#8211; und wussten spontan, wie man ein Zelt aufbaut. Auch ohne Hammer und mit verbogenen Heringen. Freiwillig allerdings h\u00e4tten sie nie einen Fu\u00df in den Papaladen gesetzt. \u201eIhre Frauen hatten sie f\u00fcr die V\u00e4terfreizeit angemeldet&#8220;, berichtet Schulte. Die M\u00e4nner sollten mit ihren Kindern mal etwas unternehmen, h\u00e4tten sich die M\u00fctter gedacht. Also schickten sie die V\u00e4ter zum Papaladen.<\/p>\n<p>Was Schulte und sein Kollege Eberhard Sch\u00e4fer die ganze Zeit ahnten, hat er jetzt sozusagen amtlich: Mann braucht Hilfe bei Erziehung und Trennung &#8211; aber sie soll, bittesch\u00f6n, am besten nicht so hei\u00dfen. Das hat eine neue Studie ergeben. Demnach kommen 14 % der M\u00e4nner, weil ihre Frauen sie geschickt haben.<\/p>\n<p>Der Senat von Berlin, der die Einrichtung f\u00f6rdert, hat den Papaladen evaluieren lassen. Solche Gutachten riechen immer nach einer bestellten Rechtfertigung eigener Investitionen, doch die Studie des Soziologen Stefan Reuy\u00df sagt mehr \u00fcber die M\u00e4nner aus als \u00fcber den Laden.<\/p>\n<p>\u201eVielen V\u00e4tern f\u00e4llt nach wie vor der Schritt nicht leicht, bewusst in eine solche Einrichtung zu gehen&#8220;, schreibt Reuy\u00df vom privaten Forschungsinstitut <a href=\"http:\/\/www.sowitra.de\" target=\"_blank\">SowiTra<\/a>. Es gebe eine regelrechte Hemmschwelle.<\/p>\n<p>Sie kommt von den Vorurteilen der M\u00e4nner, was und wer sie in einem Papaladen erwarten k\u00f6nnte. \u201eZu esoterisch&#8220; sei die Stimmung da, denken viele. Sie misstrauen dem \u201eSoftie-Betroffenen-Laden&#8220;. Das haben Teilnehmer in qualitativen Interviews berichtet. Das Vorurteil l\u00f6ste sich bei den Befragten auf. Die M\u00e4nner \u201ef\u00fchlten sich dort aufgehobener und weniger von Frauen &#8218;belauscht und beobachtet'&#8220;, gaben sie zu Protokoll. Der Papaladen sei f\u00fcr sie eine Begegnungsst\u00e4tte, wo \u201ealle gleich sind, wo es keinen Status mehr gibt&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/berliner-papaladen-hilfe-fuer-vaeter-im-umgang-mit-kindern-a-962012.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marc Schulte erinnert sich noch gut an die zwei M\u00e4nner: Beide Handwerker, sie kamen an einem Wochenende in den Papaladen, und sie waren m\u00fcrrisch. Sie wollten an einer Vater-Kind-Reise teilnehmen. Doch die Herren gaben sich misstrauisch. Sie nahmen eine Abwehrhaltung ein, als wollten sie sagen: \u201eWas ist das f\u00fcr eine Veranstaltung &#8211; Vater-Kind-Wochenende? 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