{"id":7950,"date":"2014-03-07T21:13:49","date_gmt":"2014-03-07T21:13:49","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=7950"},"modified":"2014-03-07T21:13:49","modified_gmt":"2014-03-07T21:13:49","slug":"mehr-leben-weniger-arbeiten-arbeitszeitverkurzung-muss-wieder-auf-die-politische-agenda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2014\/03\/07\/mehr-leben-weniger-arbeiten-arbeitszeitverkurzung-muss-wieder-auf-die-politische-agenda\/","title":{"rendered":"Mehr leben, weniger arbeiten &#8211; Arbeitszeitverk\u00fcrzung muss wieder auf die politische Agenda"},"content":{"rendered":"<p>Der Deutsche Frauenrat und das Bundesforum M\u00e4nner nehmen den Internationalen Frauentag 2014 zum Anlass, um den Vorschlag der Bundesministerin f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, f\u00fcr ein neues Arbeitszeitverst\u00e4ndnis gemeinsam zu unterst\u00fctzen. Deutschland braucht die Debatte um eine (geschlechter-)gerechtere Neu- bzw. Umverteilung von produktiver, reproduktiver und gesellschaftlicher Arbeit. Auch Arbeitszeitverk\u00fcrzung muss wieder auf die politische Agenda. Die Neudefinition des \u201eNormalarbeitsverh\u00e4ltnisses\u201c darf nicht l\u00e4nger tabu sein.<\/p>\n<p>\u201eEine neue Arbeitszeit-Debatte ist dringend notwendig, auch wenn die ablehnenden Reaktionen aus der Mitte von Politik und Wirtschaft uns das Gegenteil nahelegen wollen\u201c, sagte dazu Hannelore Buls, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates. Insbesondere die Arbeitszeit f\u00fcr Eltern mit kleinen Kindern habe mit dem Schwesig-Modell einen wichtigen Impuls bekommen. Es sieht f\u00fcr diese Gruppe eine Senkung der Arbeitszeit auf 32 Stunden\/Woche vor, die aus Steuermitteln ausgeglichen werden soll.<\/p>\n<p>\u201eDieser Vorschlag muss auch im Interesse von V\u00e4tern voran gebracht werden\u201c, so der Vorsitzende des Bundesforum M\u00e4nner, Martin Rosowski. \u201eTrotz des politischen Versprechens ein aktives gesellschaftliches Vaterbild zu f\u00f6rdern, stehen gerade M\u00e4nner vor den Blockaden rigider Arbeitszeitstrukturen und der \u00fcberkommenen Rollennorm des \u201aVollerwerbers\u2018, wenn sie Vaterschaft und Beruf bewusst vereinbaren wollen.\u201c<\/p>\n<p>Daher halten der Deutsche Frauenrat und das Bundesforum M\u00e4nner eine generelle Neubewertung und -verteilung \u00f6konomisch orientierter und gesellschaftlich notwendiger Arbeit f\u00fcr dringend erforderlich. Mit der \u00f6konomischen Unabh\u00e4ngigkeit der\/des Einzelnen muss auch das Konstrukt \u201eFamilieneinkommen\u201c, in dem in der Regel der Mann das Haupt- und die Frau das Nebeneinkommen erzielen, endlich aufgel\u00f6st werden. Eine solche Ungleichverteilung von Einkommen und Aufgaben zwischen den Geschlechtern verhindert bis heute eine echte Wahlfreiheit f\u00fcr Frauen wie M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Deutscher Frauenrat und Bundesforum M\u00e4nner fordern deshalb:<\/p>\n<ul>\n<li>K\u00fcrzere,      familiengerechte und lebensphasenorientierte Arbeitszeiten, die sich dem      Lebensverlauf anpassen und auch unterhalb des derzeitigen Vollzeitniveaus      ein Existenz sicherndes Einkommen f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen gew\u00e4hrleisten.<\/li>\n<li>Jede\/r      muss durch Erwerbst\u00e4tigkeit selbst\u00e4ndig und so leben k\u00f6nnen, dass dabei      gen\u00fcgend Freiraum bleibt, um Sorge f\u00fcr sich selbst und andere (Familie,      Kinder, Kranke, FreundInnen oder auch soziales Engagement) zu \u00fcbernehmen,      aber auch an Kultur teilzuhaben.<\/li>\n<li>Eine      neue \u201eNorm\u201c einer 30-Stunden-Woche, um alle Menschen im Erwerbsalter      existenzsichernd besch\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen. Dabei m\u00fcssen Arbeitsverdichtung      und erh\u00f6hter Leistungsdruck durch eine ausreichende Personalbemessung      verhindert werden. Das Schwesig-Modell kann dabei ein erster Schritt sein.<\/li>\n<li>Eigenst\u00e4ndige      Existenzsicherung muss existenzsichernde Altersvorsorge f\u00fcr M\u00e4nner und      Frauen einbeziehen, wobei Erwerbsarbeit sowohl verringert als auch erh\u00f6ht      werden kann.<!--more--><\/li>\n<li>Neue      Bewertungsma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr den Wert von Arbeit: Sie darf nicht allein unter      der Perspektive einer betriebswirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfungslogik      gemessen werden, sondern auch an einer neuen F\u00fcrsorgekultur sowie an einer      sozialen und \u00f6kologischen Werteskala.<\/li>\n<li>Arbeiten      im Technik- oder Finanzbereich d\u00fcrfen nicht regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6her entlohnt      werden als Sorgearbeiten mit und an Menschen, \u201eweiblich\u201c konnotierte      T\u00e4tigkeiten d\u00fcrfen nicht geringer als \u201em\u00e4nnlich\u201c konnotierte T\u00e4tigkeiten      bezahlt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Immer mehr Menschen in Deutschland teilen sich heute ein gleichbleibendes Arbeitszeitvolumen, jedoch in ungleicher Weise. Insbesondere Frauen bleiben in Teilzeitarbeit und Minijobs stecken und k\u00f6nnen dadurch kein existenzsicherndes Einkommen und keine eigenst\u00e4ndige Altersvorsorge erwirtschaften. W\u00e4hrenddessen werden M\u00e4nner, die neben ihrer Erwerbst\u00e4tigkeit famili\u00e4re und soziale Verpflichtungen \u00fcbernehmen wollen und m\u00fcssen, h\u00e4ufig auf ihre Ern\u00e4hrerrolle festgeschrieben und nicht aktiv in ihrer Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterst\u00fctzt.\u00a0\u00a0\u00a0 Damit werden zudem \u201eFamilieneinkommen\u201c bzw. die Bedarfsgemeinschaft hartn\u00e4ckig einer Modernisierung entzogen. Diese Anliegen sind, wie die Auseinandersetzung um das Schwesig-Modell zeigt, heute so aktuell wie vor hundert Jahren, wenn auch auf neuem Niveau.<\/p>\n<p>Der 8. M\u00e4rz als weltweiter Aktionstag von Frauen geht zur\u00fcck auf die K\u00e4mpfe von Industriearbeiterinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts f\u00fcr bessere L\u00f6hne, humane Arbeitsbedingungen und k\u00fcrzere Arbeitszeiten. In dieser Tradition stellen sich diese Fragen nach einem gut ausbalancierten Leben heute f\u00fcr Frauen, M\u00e4nner und Familien gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bundesforum-maenner.de\/2014\/03\/mehr-leben-weniger-arbeiten\/ \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Deutsche Frauenrat und das Bundesforum M\u00e4nner nehmen den Internationalen Frauentag 2014 zum Anlass, um den Vorschlag der Bundesministerin f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, f\u00fcr ein neues Arbeitszeitverst\u00e4ndnis gemeinsam zu unterst\u00fctzen. Deutschland braucht die Debatte um eine (geschlechter-)gerechtere Neu- bzw. Umverteilung von produktiver, reproduktiver und gesellschaftlicher Arbeit. 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