{"id":7869,"date":"2014-02-01T18:30:02","date_gmt":"2014-02-01T18:30:02","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=7869"},"modified":"2014-02-02T18:32:16","modified_gmt":"2014-02-02T18:32:16","slug":"alles-nur-gebaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2014\/02\/01\/alles-nur-gebaut\/","title":{"rendered":"Alles nur gebaut"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; ist mir als Variante des Hits der Prinzen aus dem Jahr 1993 spontan eingefallen, als ich den Zeit <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/06\/vereinbarkeit-vaeter-kinder-karriere-luege\/komplettansicht \" target=\"_blank\">Beitrag<\/a> von Marc Brost und Heinrich Wefing gelesen habe. Vereinbarkeit von Kindern und Karriere geht gar nicht. Die Beiden sprechen gar von einer Vereinbarkeitsl\u00fcge und pl\u00e4dieren f\u00fcr mehr Ehrlichkeit. Die Journalisten sind ehrlich und bezeichnen ihren Alltag, in dem Beruf, Familie und Kinder \u201airgendwie klappen\u2018 als \u201aH\u00f6lle\u2018. Und fr\u00fcher? War fr\u00fcher alles einfacher?<\/p>\n<p>Aber der Reihe nach. Brost und Wefing verweisen nicht auf Andere oder die Rahmenbedingungen. Sie fangen bei sich an: \u201e\u2026 warum ist es nur so verdammt schwer, Kinder und Ehe und Beruf unter einen Hut zu bekommen? Warum sind wir ersch\u00f6pft und m\u00fcde und einfach erledigt, warum haben wir st\u00e4ndig das Gef\u00fchl, dass wir zu wenig Zeit f\u00fcr alles haben: f\u00fcr die Kinder, f\u00fcr den Job, f\u00fcr die Partnerin, f\u00fcr uns selbst?\u201c<\/p>\n<p>Das hat selbstverst\u00e4ndlich etwas mit der Konstruktion dessen, was ich mit Familie, Beruf, Kindern und Partnerschaft verbinde und den Bedeutungszuschreibungen und Erwrtungen zu tun.<\/p>\n<p>Brost und Wefing schreiben \u00fcber diese Erwartungen: \u201eAuch fr\u00fcher gab es Erwartungen an V\u00e4ter und M\u00fctter, aber sie waren klarer und eindeutiger, weil es auch klare und eindeutige Rollen gab. Heute dagegen gibt es unendlich viele Erwartungen, weil es unendlich viele M\u00f6glichkeiten gibt, eine gute Mutter und ein guter Vater zu sein, und deswegen scheint es das Beste zu sein, einfach alle Erwartungen zu erf\u00fcllen.\u201c<\/p>\n<p>Ich bin der \u00dcberzeugung, dass genau an dieser Stelle der Selbstbetrug anf\u00e4ngt. Everybody\u2019s Darling zu sein, das geht nicht. Genauso wenig wie ich Kinder erziehen kann, ohne das Wort \u201aNEIN\u2018 zu benutzen. Es geht darum Grenzen zu setzen. Ich meine damit nicht die von den beiden ebenfalls beschriebene Verschr\u00e4nkung von Arbeits- und Lebenswelten, das 9\/17 Paradigma galt eh nur im Industriezeitalter.<\/p>\n<p>Die Wiedervereinigung der beiden Sph\u00e4ren bietet Chancen, vor allem dann, wenn gekl\u00e4rt ist, dass Mann und Frau, auch wenn sie Spa\u00df am Beruf haben, nicht st\u00e4ndig verf\u00fcgbar sein m\u00fcssen. Dass ist meines Erachtens einer der Mythen, die den Vorhof der H\u00f6lle, den in dem Beitrag sehr bildhaft beschriebenen allt\u00e4glichen Wahnsinn, ausmachen. Und Scheitern? Ja selbstverst\u00e4ndlich! Nobody ist perfekt und aus Fehlern lernt jeder, auch als Vater.<\/p>\n<p>Und welche Konsequenzen ziehen die beiden aus der ehrlichen Bilanz? \u201e\u2026Zur\u00fcck in die F\u00fcnfziger, Mutti wieder an den Herd, Vati geht arbeiten?<br \/>\nNat\u00fcrlich nicht. Dass Frauen Karriere machen, ist gut. Gut f\u00fcr die Frauen, gut f\u00fcr die Gesellschaft. Dass M\u00e4nner sich mehr um ihre Kinder k\u00fcmmern, ist auch gut. Gut f\u00fcr die Kinder, f\u00fcr die M\u00e4nner und f\u00fcr die Gesellschaft. Und wenn sich immer mehr M\u00e4nner um ihre Kinder k\u00fcmmern wollen, erzeugt das Druck auf die Wirtschaft, flexibler zu werden.\u201c<\/p>\n<p>Ja, dem stimme ich voll zu! M\u00e4nner k\u00f6nnen sich um Kinder k\u00fcmmern und M\u00e4nner k\u00f6nnen vor allem auch \u00e4u\u00dfern, was sie von den Arbeitsbedingungen, einer zunehmenden Arbeitsverdichtung und-beschleunigung halten. Auch an dieser Stelle hilft mehr Ehrlichkeit\u00a0 als ein erster Schritt zur Aufl\u00f6sung des Dilemmas und des Selbstbetrugs.<\/p>\n<p>Keine Kinder zu kriegen, hier schreiben die Autoren die Verantwortung alleine den Frauen zu, ist keine L\u00f6sung und vor allem auch nicht ehrlich. Gl\u00fcck und Stress sind Gef\u00fchle, die zum ganzen Leben dazu geh\u00f6ren. Das Leben ist ein Abenteuer, die von den Autoren benutzten markigen Begriffe aber lediglich soziale Konstruktionen, die vielen das Leben schwer machen. Eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit und Absprachen dar\u00fcber, wer wann f\u00fcr was verantwortlich k\u00f6nnen hilfreich sein. Es geht fast alles, nur nicht immer gleichzeitig!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; ist mir als Variante des Hits der Prinzen aus dem Jahr 1993 spontan eingefallen, als ich den Zeit Beitrag von Marc Brost und Heinrich Wefing gelesen habe. Vereinbarkeit von Kindern und Karriere geht gar nicht. Die Beiden sprechen gar von einer Vereinbarkeitsl\u00fcge und pl\u00e4dieren f\u00fcr mehr Ehrlichkeit. 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