{"id":7354,"date":"2013-06-09T11:31:05","date_gmt":"2013-06-09T10:31:05","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=7354"},"modified":"2013-06-10T11:33:35","modified_gmt":"2013-06-10T10:33:35","slug":"vater-die-unerforschten-elternteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2013\/06\/09\/vater-die-unerforschten-elternteile\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter, die unerforschten Elternteile"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.lieselotte-ahnert.de\/ \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/medienportal.univie.ac.at\/uploads\/tx_ttmedienportal\/pics\/Ahnert_Lieselotte_web.jpg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"140\" \/><\/a>V\u00e4ter gehen mit Kleinkindern anders um: W\u00e4hrend sich M\u00fctter emotional besch\u00fctzend mit dem Baby besch\u00e4ftigen, k\u00f6nnen die Kleinen mit ihren V\u00e4tern den Erkundungsdrang ausleben und sich auch mit Rivalit\u00e4t und Aggressivit\u00e4t konstruktiv auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Die Rolle der Mutter ist in der Psychologie gut erforscht. Anders sieht es mit der des Vaters aus. Diesem Forschungsdesiderat m\u00f6chte die Psychologin <a href=\"http:\/\/www.lieselotte-ahnert.de\/ \" target=\"_blank\">Lieselotte Ahnert<\/a> gemeinsam mit f\u00fcnf internationalen ForscherInnen in einem k\u00fcrzlich gestarteten Projekt entgegentreten.<\/p>\n<p>&#8222;Die Zeit ist reif daf\u00fcr, dass das Thema Vaterschaft erforscht wird. Die modernen V\u00e4ter fordern das mehr oder weniger auch ein: Sie sind quasi in Aufbruchsstimmung. Doch auf wissenschaftlicher Ebene wissen wir fast nichts \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Effekte dieses Aufbruchs&#8220;, erkl\u00e4rt Projektleiterin Lieselotte Ahnert vom Institut f\u00fcr Angewandte Psychologie der Universit\u00e4t Wien.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund hat die Psychologin gemeinsam mit f\u00fcnf KollegInnen aus \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz das &#8222;Central European Network on Fatherhood&#8220; (kurz CENOF) gegr\u00fcndet. Vor kurzem startete das Netzwerk die erste hochdotierte internationale Studie \u2013 &#8222;der wir sinngem\u00e4\u00df den Titel &#8218;V\u00e4teraufbruch&#8216; gegeben haben und die aus sechs Einzelprojekten besteht&#8220;, erkl\u00e4rt Ahnert. Die zentralen Fragen lauten: Was sind die Motive und M\u00f6glichkeiten von V\u00e4tern, welche Ziele haben sie im Zusammenleben mit ihren Kindern und wie wirken sich diese auf die Kinder aus?<\/p>\n<p>Jedes der sechs Einzelprojekte untersucht Vaterschaft aus einem anderen Blickwinkel heraus. &#8222;Dabei verstehen wir unter Vaterschaft nicht nur die biologische, sondern auch die kulturelle Form der F\u00fcrsorge f\u00fcr ein Kind&#8220;, so die Forscherin: &#8222;So ist etwa das heutzutage weitverbreitete Konzept der Patchwork-Familien Bestandteil eines unserer Projekte.&#8220;<\/p>\n<p>Insgesamt besticht die gro\u00df angelegte CENOF-Studie u.a. durch ihre hohe Stichprobenanzahl: 3.700 V\u00e4ter sollen einbezogen werden. Allein 250 sind es im Projekt von Lieselotte Ahnert, bei dem verschiedene Methoden eingesetzt werden. Neben &#8222;klassischen&#8220; Frageb\u00f6gen zu den Themen Familienklima und Partnerschaftsqualit\u00e4t wird eine Smartphone-App benutzt, mit der die V\u00e4ter ihr Zeitmanagement dokumentieren.<\/p>\n<p>In der Praxis schaut das folgenderma\u00dfen aus: &#8222;Die V\u00e4ter bekommen eine Woche lang zu unterschiedlichen Zeiten eine SMS und m\u00fcssen dann eingeben, was sie gerade tun&#8220;, erkl\u00e4rt Lieselotte Ahnert die innovative Forschungs-App, die sie derzeit gemeinsam mit ihren Studierenden erprobt: &#8222;In den meisten Studien werden die TeilnehmerInnen r\u00fcckwirkend \u00fcber ihren Wochenablauf befragt, was sich mitunter verzerrend auswirkt. Das wollen wir mit der neuen Methode verhindern.&#8220;<\/p>\n<p>Eine besondere Herausforderung im Projekt liegt darin, dass es noch keine erprobten Messverfahren f\u00fcr die Bindung zwischen Vater und Kind gibt. Die traditionellen Verfahren zur Messung der Mutter-Kind-Bindung \u2013 etwa ein Setting, wo Mutter und Kind in einem Raum spielen und die Mutter diesen kurz verl\u00e4sst \u2013 lassen sich nicht eins zu eins \u00fcbertragen. &#8222;Deshalb ist ein erkl\u00e4rtes Ziel von CENOF, die Spezifika der V\u00e4ter herauszufinden und dementsprechende neue Methoden zu generieren.&#8220; Hierbei wird auch der psychologische Nachwuchs eingebunden: &#8222;Derzeit versuche ich im Rahmen eines Forschungspraktikums gemeinsam mit den Studierenden kreative neue Ideen f\u00fcr eine standardisierte Testsituation mit Vater und Kind zu entwickeln.&#8220;<\/p>\n<p>Wichtig ist es den ForscherInnen des CENOF-Netzwerks, ihre Ergebnisse auch in konkrete sozialpolitische Ma\u00dfnahmen einflie\u00dfen zu lassen. &#8222;In den Erziehungsberatungsstellen und Kliniken, in denen erkrankte Kinder behandelt werden, werden die Ma\u00dfnahmen immer noch vorrangig an die M\u00fctter adressiert. Der Vater spielt nur eine untergeordnete Rolle&#8220;, erl\u00e4utert die Wissenschafterin.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/medienportal.univie.ac.at\/uniview\/forschung\/detailansicht\/artikel\/der-vater-das-bislang-unerforschte-elternteil\/#.UbTWqmZCzUI.email \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>V\u00e4ter gehen mit Kleinkindern anders um: W\u00e4hrend sich M\u00fctter emotional besch\u00fctzend mit dem Baby besch\u00e4ftigen, k\u00f6nnen die Kleinen mit ihren V\u00e4tern den Erkundungsdrang ausleben und sich auch mit Rivalit\u00e4t und Aggressivit\u00e4t konstruktiv auseinandersetzen. Die Rolle der Mutter ist in der Psychologie gut erforscht. Anders sieht es mit der des Vaters aus. 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