{"id":7170,"date":"2013-03-31T19:43:17","date_gmt":"2013-03-31T18:43:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=7170"},"modified":"2013-04-02T19:43:39","modified_gmt":"2013-04-02T18:43:39","slug":"warum-manner-ihre-eigenen-interessen-sabotieren-und-was-frauen-dadurch-entgeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2013\/03\/31\/warum-manner-ihre-eigenen-interessen-sabotieren-und-was-frauen-dadurch-entgeht\/","title":{"rendered":"Warum M\u00e4nner ihre eigenen Interessen sabotieren und was Frauen dadurch entgeht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3456852800\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3456852800&amp;linkCode=as2&amp;tag=vaeterblog-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3456852800 \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/315AXGSj8NL._SL500_AA300_.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.maenner.ch\/personen\/markus-theunert\" target=\"_blank\">Markus Theuner<\/a>t titelt sein neues <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3456852800\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3456852800&amp;linkCode=as2&amp;tag=vaeterblog-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3456852800 \" target=\"_blank\">Buch<\/a> etwas anders und auch der Klappentext klingt rei\u00dferischer: \u201eEine Verschw\u00f6rung gegen die Geschlechtergerechtigkeit. Sie reden wie M\u00e4nner von morgen und handeln wie Patriarchen von gestern: Co-Feministen sind W\u00f6lfe im Schafspelz der Geschlechtergerechtigkeit.\u201c Ich habe etwas gegen Verschw\u00f6rungstheorien, sie verweisen in der Regel auf die labile Pers\u00f6nlichkeit derer, die ihr anh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>In seinem Buch versucht der Autor aber tats\u00e4chliches Verhalten zu erkl\u00e4ren, f\u00fcr das es auf den ersten Blick keine vern\u00fcnftige Erkl\u00e4rung gibt. Warum verhalten sich M\u00e4nner gegen ihre eigenen Interessen, leugnen ihre Gef\u00fchlswelt und heucheln Unterst\u00fctzung mit der Wirkung des ber\u00fchmten Dolches hinter dem R\u00fccken.<\/p>\n<p>Das Verhalten und die Menschen, es gibt mit Sicherheit auch Co-Feministinnen, die es aus\u00fcben beschreibt Theunert anhand von zahlreichen pers\u00f6nlichen Beobachtungen und Begegnungen nachvollziehbar und plausibel und in dem Abschnitt \u201eDie zehn Spielarten des Co-Feminismus\u201c pr\u00e4zisiert er seine Typologie mit den Kriterien politische Einstellung, Identit\u00e4t, Motivation, Wertung und Lebenswelt, mit deren Hilfe jeglicher Co-Feminismus, man k\u00f6nnte auch sagen Opportunismus, kategorisiert werden kann.<\/p>\n<p>Die Frage, die sich von Anfang an aufdr\u00e4ngt ist die nach dem Sinn eines solchen Verhaltens. Theunert versucht eine Antwort mit Hilfe des Konzepts der \u201aCo-Abh\u00e4ngigkeit\u2018 deren Definition er an den Beginn des Kapitels \u201eWarum Co-Feminismus?\u201c stellt: \u201eCo-Feministen sind stets freundlich und h\u00f6flich und\u00a0 bem\u00fchen sich fortw\u00e4hrend, es anderen recht zu machen. Auch wenn die Befindlichkeit zwischen euphorischer Hoffnung und abgrundtiefer Verzweiflung wechselt \u2026\u201c Der Autor r\u00e4umt ein, dass das Konzept durchaus umstritten ist und es andere Erkl\u00e4rungen geben kann.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach geht es bei jeglichem Verhalten, also in unserem Fall auch bei Pro- oder Antifeminismus um den Wunsch nach Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung. Anerkennung f\u00fcr die Leistung am Arbeitsplatz, in der Familie und an allen anderen gesellschaftlichen Orten und in jeglichen Beziehungen. Diejenigen, denen Wertsch\u00e4tzung und Anerkennung versagt wird, werden alles unternehmen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Auch Ablehnung ist eine Form der Anerkennung und hat gerade f\u00fcr Minderheiten stabilisierende Wirkungen.<!--more--><\/p>\n<p>Was M\u00e4nner angeht, scheint co-feministisches Verhalten, so wie Theunert es beschreibt, ja mehrheitsf\u00e4hig zu sein, es garantiert ein Maximum an Anerkennung, bei den Gleichstellungsfrauen, denen Mann verbal Unterst\u00fctzung heuchelt und bei den Geschlechtsgenossen, denen man signalisiert, dass Ver\u00e4nderungen nur bei den Frauen notwendig sind und das eigene Verhalten nicht betroffen ist. Das erinnert mich an die Auftr\u00e4ge an unz\u00e4hlige Unternehmensberater: Sie d\u00fcrfen hier alles machen, am Ende darf sich aber nichts ver\u00e4ndert haben. Also den Kopf waschen ohne nass zu werden. Auch Kinder wissen schon, dass es einfacher ist, den Eltern nicht zu widersprechen und einfach das Gegenteil zu machen. Das macht ja gerade die fatale Wirkung f\u00fcr die Gleichstellung aus.<\/p>\n<p>Die Befreiung von den Fesseln der alten Rollenmuster wird so zu einer formalen \u00dcbung, einer Z\u00e4hlnummer, ohne dass sich etwas ver\u00e4ndert. An dieser Stelle entfaltet das Buch von Theunert seine wahre St\u00e4rke. Es zeigt auf, wie aus dem Schattenboxen, dem Stellvertreterk(r)ampf unter co-feministischer Regie eine Auseinandersetzung auf Augenh\u00f6he werden kann.<\/p>\n<p>Dazu ist es notwendig, M\u00e4nner nicht als defizit\u00e4re Wesen abzustempeln, die es noch weiter zu schw\u00e4chen gilt, sondern diejenigen, die sich schwach f\u00fchlen oder an den Rand gedr\u00e4ngt f\u00fchlen zu st\u00e4rken und den Fokus auf das zu richten, was M\u00e4nner sich unter einem attraktivem Leben in einer geschlechtergerechten Gesellschaft vorstellen. Die Antworten auf diese Frage sind nicht durch einseitige Definitionsanspr\u00fcche zu finden, sondern im Dialog auf Augenh\u00f6he mit dem Anspruch, eigene Anliegen offenzulegen und auf die Antwort des Gespr\u00e4chspartners neugierig zu sein.<\/p>\n<p>Das Interesse von Markus Theunert an diesem Dialog durchzieht das Buch wie ein roter Faden und die an vielen Stellen ge\u00e4u\u00dferten pers\u00f6nlichen Gedanken und Sichtweisen machen ihn angreifbar, aber dass nimmt er offensichtlich in Kauf. Der Gewinn ist die Glaubw\u00fcrdigkeit, pers\u00f6nlich und f\u00fcr sein Anliegen einer geschlechtergerechten Gesellschaft, die M\u00e4nnern ein Leben ohne Schattenseiten erm\u00f6glicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Markus Theunert titelt sein neues Buch etwas anders und auch der Klappentext klingt rei\u00dferischer: \u201eEine Verschw\u00f6rung gegen die Geschlechtergerechtigkeit. 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