{"id":6962,"date":"2013-01-31T21:19:51","date_gmt":"2013-01-31T20:19:51","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6962"},"modified":"2013-01-31T21:19:51","modified_gmt":"2013-01-31T20:19:51","slug":"sorgerecht-fur-vater-nur-auf-antrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2013\/01\/31\/sorgerecht-fur-vater-nur-auf-antrag\/","title":{"rendered":"Sorgerecht f\u00fcr V\u00e4ter nur auf Antrag"},"content":{"rendered":"<p>Heute hat der Bundestag mit breiter Mehrheit den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Sorgerecht nicht verheirateter V\u00e4ter verabschiedet. Sie bekommen es auf Antrag und viel zu sp\u00e4t. Im <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1995558\/ \" target=\"_blank\">Interview<\/a> mit dem Deutschlandradio hat die zust\u00e4ndige Ministerin heute Morgen zu erkl\u00e4ren versucht warum:<\/p>\n<p>\u201a\u2026 Kaess: Wir haben es gerade geh\u00f6rt von Betroffenen, wie dem Verein V\u00e4teraufbruch f\u00fcr Kinder: Auch der Vater sollte genauso wie die Mutter von Anfang an das gleiche Sorgerecht haben und dies nicht erst beantragen m\u00fcssen. Eine verpasste Chance also?<\/p>\n<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Nein, es ist nicht eine verpasste Chance, denn wir haben nat\u00fcrlich auch \u00fcber dieses Anliegen der V\u00e4ter, nicht verheirateten V\u00e4ter sehr, sehr intensiv nachgedacht. Aber ich glaube, man muss auch ber\u00fccksichtigen: Es gibt wirklich auch Situationen, in denen V\u00e4ter \u00fcberhaupt kein Interesse daran haben, sich wirklich um das Kind zu k\u00fcmmern in allen wichtigen Alltagsentscheidungen. Es gibt ganz fl\u00fcchtige Beziehungen, die gar nicht mehr von Bestand sind schon zum Zeitpunkt der Geburt, und das alles w\u00fcrde ja bei so einem automatischen gemeinsamen Sorgerecht doch etwas ausgeblendet. Von daher finden wir den jetzt gew\u00e4hlten Weg, der ein Kompromiss ist, doch einen, der auch diesen Situationen besser Rechnung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Kaess: Aber in anderen L\u00e4ndern ist das so geregelt, dieser Automatismus, und da funktioniert es doch auch ganz gut.<\/p>\n<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Ja! Nat\u00fcrlich gibt es in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern solche Regelungen. Das ist aber sehr, sehr unterschiedlich wirklich innerhalb von europ\u00e4ischen, aber auch au\u00dfereurop\u00e4ischen Staaten. Und ich glaube, man muss auch immer ber\u00fccksichtigen: Wir stehen jetzt erstmals vor einer gesetzlichen Regelung, die wirklich die V\u00e4ter in ihren Rechten st\u00e4rken soll. \u2026 Wenn man \u00fcberlegt, dann ist das ein Kriterium, aber das w\u00fcrde wieder nur zu \u00fcbergro\u00dfen Recherchen und Ermittlungen und Nachfragen f\u00fchren. Also ich glaube, das ist wirklich der Kompromiss, wo V\u00e4ter jetzt auch der Verfassung entsprechend ihre Rechte gut durchsetzen k\u00f6nnen.\u2018<\/p>\n<p>Ma\u00dfstab f\u00fcr die Regierung und die Zustimmungsmehrheit sind also die vielleicht zwei bis f\u00fcnf Prozent der V\u00e4ter, die aus welchen Gr\u00fcnden auch immer keine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen k\u00f6nnen. Dadurch bleibt die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit der V\u00e4ter und vor allem den Kindern ein Grundrecht verwehrt.<\/p>\n<p>Und mit dieser \u201eReform\u201c bleibt Deutschland weiter Schlusslicht in Europa. Viele Staaten haben schon lange eine \u201amodernere\u2018 Sorgerechtspraxis: In Belgien, Bulgarien, Estland, Frankreich, Lettland, Litauen, Malta, Monaco, Polen, Rum\u00e4nien, Russland, Slowakei, Slowenien, Ukraine, Ungarn und Zypern erhalten nichteheliche V\u00e4ter mit der Anerkennung ihrer Vaterschaft ohne weitere Pr\u00fcfung das gemeinsame Sorgerecht und k\u00f6nnen schon vor der Geburt ihre Aufgaben als V\u00e4ter wahrnehmen.<\/p>\n<p>Die Regelung bewirkt zum Beispiel in Belgien, dass gerichtliche Auseinandersetzungen getrennter Eltern um ihre Kinder sp\u00fcrbar zur\u00fcckgegangen sind. Aber vielleicht ist das ja hierzulande nicht beabsichtigt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute hat der Bundestag mit breiter Mehrheit den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Sorgerecht nicht verheirateter V\u00e4ter verabschiedet. Sie bekommen es auf Antrag und viel zu sp\u00e4t. 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