{"id":6900,"date":"2013-01-10T21:18:07","date_gmt":"2013-01-10T20:18:07","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6900"},"modified":"2013-01-10T21:18:07","modified_gmt":"2013-01-10T20:18:07","slug":"32-stunden-sind-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2013\/01\/10\/32-stunden-sind-genug\/","title":{"rendered":"32 Stunden sind genug"},"content":{"rendered":"<p>Im Interview mit der Zeitschrift Brigitte \u00e4u\u00dfert sich die Soziologin <a href=\"http:\/\/www.wzb.eu\/de\/personen\/jutta-allmendinger\" target=\"_blank\">Jutta Allmendinger<\/a> zu gew\u00fcnschten und erw\u00fcnschten Arbeitszeiten. Ihre These 32 Stunden f\u00fcr V\u00e4ter und M\u00fctter sind genug:<\/p>\n<p><strong>\u201a\u2026 BRIGITTE:<\/strong> Wer wird sich denn da schwerer tun? Die Frauen, die erh\u00f6hen, oder die M\u00e4nner, die reduzieren sollen?<\/p>\n<p><strong>Jutta Allmendinger:<\/strong> Wir wissen: Frauen, die einen Job haben, in dem sie sich entwickeln k\u00f6nnen, sind viel zufriedener und gl\u00fccklicher &#8211; auch mit ihren Kindern. Und die Kinder zufriedener M\u00fctter sind auch gl\u00fccklich. Viele M\u00e4nner w\u00fcnschen sich ihrerseits eine k\u00fcrzere Vollzeit und weniger \u00dcberstunden. Auch Erfahrungen aus Skandinavien stimmen optimistisch. Insofern glaube ich, dass viele V\u00e4ter diese Ver\u00e4nderung mittragen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>BRIGITTE:<\/strong> Wie haben denn L\u00e4nder wie Schweden oder D\u00e4nemark diesen gesellschaftlichen Umbruch geschafft?<\/p>\n<p><strong>Jutta Allmendinger:<\/strong> Diese L\u00e4nder haben eine andere Kultur und andere Sozialstaatsmodelle. Unser Sozialsystem, so, wie es von Bismarck eingef\u00fchrt worden ist, hat von vornherein auf Familien gesetzt, die in sich ungleich sind. In den skandinavischen L\u00e4ndern gab es das Einverdienermodell, in dem die Frau und die ganze Familie vom Einkommen des Mannes mitversorgt wird, so nie. Man kennt dort keinen Begriff wie Rabenm\u00fctter, kein Ehegatten- Splitting, sondern setzt auf individuelle Besteuerung. Und dieser Ansatz ist geschlechteroffen.<\/p>\n<p><strong>BRIGITTE:<\/strong> Wo k\u00f6nnten wir denn in Deutschland ansetzen &#8211; abgesehen von der Abschaffung des Ehegatten-Splittings?<\/p>\n<p><strong>Jutta Allmendinger:<\/strong> Wir m\u00fcssen unsere Arbeitskultur \u00e4ndern. Solange wir sagen, eure Chancen steigen, je mehr ihr arbeitet, je l\u00e4nger ihr anwesend seid, je mehr ihr produziert, kann dieses neue Gesellschaftsmodell nicht funktionieren. Wir m\u00fcssen uns auf gesunde Grenzen verst\u00e4ndigen und sollten nicht mehr den maximalen Umsatz mit Boni belobigen. \u2026<\/p>\n<p><strong>BRIGITTE:<\/strong> Viele bef\u00fcrchten ja einen Karriereknick, wenn sie Elternzeit nehmen &#8211; M\u00e4nner begr\u00fcnden damit oft, warum sie sich nicht mehr an der Kinderbetreuung beteiligen.<\/p>\n<p><strong>Jutta Allmendinger:<\/strong> Genau das darf nicht sein. <!--more-->Die neue Arbeitskultur muss auch M\u00e4nnern vermitteln: Es ist okay, wenn ihr euch um eure Kinder k\u00fcmmert, ihr k\u00f6nnt dennoch Karriere machen. Ob ihr ein Sabbatical nehmt, einen langen Auslandsaufenthalt oder bei eurem Kind seid &#8211; alles wird gleicherma\u00dfen gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p><strong>BRIGITTE:<\/strong> Wie reagieren die m\u00e4nnlichen Mitarbeiter in Ihrem Haus?<\/p>\n<p><strong>Jutta Allmendinger:<\/strong> Ich habe mittlerweile keinen einzigen jungen Vater mehr am Institut, der keine Elternzeit genommen hat. \u2026\u2018<\/p>\n<p><strong>BRIGITTE:<\/strong> Wie geht es weiter in Deutschland &#8211; sagen wir in f\u00fcnf Jahren -, wie viel Prozent der Frauen werden 2018 mindestens 32 Stunden pro Woche arbeiten?<\/p>\n<p><strong>Jutta Allmendinger:<\/strong> Exakt kann ich das nicht prognostizieren. Aber ich hoffe, dass sich das Arbeitsvolumen von Frauen erh\u00f6ht und dass es leichter wird, mal weniger und mal mehr Stunden zu arbeiten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brigitte.de\/job-geld\/karriere\/jutta-allmendinger-1149815\/2.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Interview mit der Zeitschrift Brigitte \u00e4u\u00dfert sich die Soziologin Jutta Allmendinger zu gew\u00fcnschten und erw\u00fcnschten Arbeitszeiten. Ihre These 32 Stunden f\u00fcr V\u00e4ter und M\u00fctter sind genug: \u201a\u2026 BRIGITTE: Wer wird sich denn da schwerer tun? Die Frauen, die erh\u00f6hen, oder die M\u00e4nner, die reduzieren sollen? 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