{"id":6861,"date":"2012-12-28T13:10:23","date_gmt":"2012-12-28T12:10:23","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6861"},"modified":"2012-12-28T13:10:23","modified_gmt":"2012-12-28T12:10:23","slug":"es-geht-um-das-recht-der-kinder-auf-ihre-vater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/12\/28\/es-geht-um-das-recht-der-kinder-auf-ihre-vater\/","title":{"rendered":"Es geht um das Recht der Kinder auf ihre V\u00e4ter"},"content":{"rendered":"<p>In der N\u00fcrnberger Justizvollzugsanstalt k\u00f6nnen Gefangene mit ihren S\u00f6hnen und T\u00f6chtern spielen. Es geht nicht um Hafterleichterung, sondern um das Recht der Kinder auf ihre V\u00e4ter.<\/p>\n<p>Paul will Glitzer auf seinen Christbaumanh\u00e4nger, in seinem Alter, er ist jetzt sechs, h\u00e4lt er das noch nicht f\u00fcr M\u00e4dchenkram. Sein Papa gehorcht geduldig und tupft das Flitterzeug auf das Holz, das er gerade mit Wasserfarben angemalt hat. &#8222;Wie sehen Engel aus?&#8220;, fragt ein Bub am Nachbartisch. W\u00e4ren da nicht die Gitter vor den Fenstern, es k\u00f6nnte ein normaler Bastelnachmittag\u00a0sein.<\/p>\n<p>Weil es das aber nicht ist, hei\u00dft Paul in Wirklichkeit anders, und auch die V\u00e4ter in der Runde wollen nicht erkannt werden. Alle zwei Wochen haben sie zwei Stunden mit ihren Kindern, in der Vater-Kind-Gruppe k\u00f6nnen sie miteinander reden, spielen, basteln. Wie in einer ganz normalen Familie. Als ob die V\u00e4ter nicht in ihrer blauen Kluft zur\u00fcck in die Zellen m\u00fcssten, als ob sie nicht noch eine Zeit abzusitzen h\u00e4tten in der Justizvollzugsanstalt N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p>&#8222;Ein normaler Besuch ist f\u00fcr die Kinder eher abschreckend, weil er nicht kindgerecht ist&#8220;, sagt Beate W\u00f6lfel. Die Sozialp\u00e4dagogin vom Treffpunkt, der Beratungsstelle f\u00fcr Angeh\u00f6rige von Inhaftierten, organisiert die Gruppe zusammen mit einer Kollegin der JVA und versucht, die Kinder vergessen zu lassen, wo sie ihre V\u00e4ter treffen. In dem Zimmer stapeln sich Spielsachen, an diesem Tag hat jeder einen Nikolaus\u00a0bekommen.<\/p>\n<p>Vor 20 Jahren wurde der Treffpunkt als erste derartige Beratungsstelle in Deutschland gegr\u00fcndet. Dass der Bedarf da ist und l\u00e4ngst nicht ausreicht, hat gerade das europaweite <a href=\"http:\/\/www.eurochips.org\/newsstory\/2000089\/eurochips-umbrella-partner-in-coping-research-project\" target=\"_blank\">Coping-Projekt<\/a> belegt, das erstmals die Situation von Kindern inhaftierter Eltern in vier L\u00e4ndern untersuchte.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/C7i8cwz0ZEo?feature=player_detailpage\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Zum ersten Mal sei nicht \u00fcber, sondern mit den Kindern gesprochen worden. 100.000 Betroffene gibt es in Deutschland. Die Untersuchung habe ergeben, dass diese Kinder im Vergleich zu ihren Altersgenossen mehr psychische und auch k\u00f6rperliche Probleme h\u00e4tten. &#8222;Nach au\u00dfen hin haben wir alle so getan, als w\u00e4re alles normal&#8220;, erz\u00e4hlt eine Elfj\u00e4hrige in der Befragung. Innerlich war es das nicht. &#8222;Es gab halt mehr Stress&#8220;, sagt das M\u00e4dchen. Viele Kinder bekommen Schwierigkeiten in der Schule, oft fehlt das Geld, dazu kommt die Sorge um die \u00fcberforderte Mutter. Und die ewige Heimlichtuerei. Die Frauen erz\u00e4hlten alles M\u00f6gliche, aber kaum eine gebe zu, dass ihr Partner im Gef\u00e4ngnis sitzt. Zu gro\u00df ist die Angst vor der Stigmatisierung. Die Kinder schweigen\u00a0mit.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/kinder-inhaftierter-eltern-weil-ich-ihn-vermisse-1.1559390 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der N\u00fcrnberger Justizvollzugsanstalt k\u00f6nnen Gefangene mit ihren S\u00f6hnen und T\u00f6chtern spielen. Es geht nicht um Hafterleichterung, sondern um das Recht der Kinder auf ihre V\u00e4ter. Paul will Glitzer auf seinen Christbaumanh\u00e4nger, in seinem Alter, er ist jetzt sechs, h\u00e4lt er das noch nicht f\u00fcr M\u00e4dchenkram. 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