{"id":6812,"date":"2012-12-14T11:13:03","date_gmt":"2012-12-14T10:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6812"},"modified":"2012-12-14T11:13:03","modified_gmt":"2012-12-14T10:13:03","slug":"meine-mutter-sprach-nie-von-meinem-vater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/12\/14\/meine-mutter-sprach-nie-von-meinem-vater\/","title":{"rendered":"Meine Mutter sprach nie von meinem Vater"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6813\" style=\"width: 286px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/My-Mothers-Lovers-Christopher-Hope.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6813\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6813 \" title=\"My-Mothers-Lovers-Christopher-Hope\" src=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/My-Mothers-Lovers-Christopher-Hope.jpg\" alt=\"My-Mothers-Lovers-Christopher-Hope\" width=\"276\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/My-Mothers-Lovers-Christopher-Hope.jpg 460w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/My-Mothers-Lovers-Christopher-Hope-300x240.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6813\" class=\"wp-caption-text\">Die ersten S\u00e4tze aus dem Buch &#39;My Mothers Lovers&#39;<\/p><\/div>\n<p>Die Bedeutung des Vaters wird in der Beschreibung des s\u00fcdafrikanische Schriftsteller <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/books\/2006\/oct\/21\/featuresreviews.guardianreview16 \" target=\"_blank\">Christopher Hope<\/a> deutlich, der zum ersten Mal das Grab des unbekannten Vaters bei Tel Aviv besucht.<\/p>\n<p>\u201aMein Vater verschwand aus meinem Leben, bevor ich ihn kennenlernte. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, meldete er sich f\u00fcr den Kampfeinsatz, was in S\u00fcdafrika, wo niemand zum Milit\u00e4rdienst verpflichtet war, einen politischen Akt bedeutete. \u2026<\/p>\n<p>Mein Vater wurde zum Jagdflieger ausgebildet, doch meine Tante, die wusste, dass die Lebenserwartung von Jagdfliegern sehr gering war, \u00fcberredete ihn, zu den Bombern zu wechseln. Ein gut gemeinter Versuch. Eine Zeit lang flog er Boston Marauders, einen Kampfflugzeugtyp, der sich so zuverl\u00e4ssig abw\u00fcrgen lie\u00df, dass man ihn \u201eWitwenmacher\u201c nannte. Dann stieg er auf Wellington um, und eines Tages, kurz nach dem Abflug, ein paar Kilometer s\u00fcdlich des Luftwaffenst\u00fctzpunkts der Royal Airforce in Aqir, st\u00fcrzte sein Flugzeug ab und riss ihn, seinen Steuermann und seinen Kanonier in den Tod. Er war 25, als er an jenem Ort starb, der damals Britisch- Pal\u00e4stina hie\u00df und heute Israel hei\u00dft, ganz in der N\u00e4he der Stadt, die man damals Ramleh nannte. \u2026<\/p>\n<p>Meine Mutter sprach nie von meinem Vater, doch ich besa\u00df eine kleine Sammlung Schwarz-Wei\u00df-Fotografien von ihm in Airforce-Uniform, als er ungef\u00e4hr 23 Jahre alt gewesen sein musste. Mit diesen Fotos schuf ich mir eine eigene Vorstellung von meinem Vater. Ich hatte die Angewohnheit, mich zu fragen, was er wohl getan h\u00e4tte, wenn er an meiner Stelle gewesen w\u00e4re. Der Mann, den ich erfand, war der Freund an meiner Seite, der Kompagnon, der mich nicht entt\u00e4uschte. Ich habe aber nie wirklich daran geglaubt, dass mein Bild von ihm der Wahrheit entspricht.<\/p>\n<p>Ich wusste insgesamt nur vier oder f\u00fcnf Dinge \u00fcber ihn: Sein Name war Dennis Hubert Tully; er sang gern, und seine Freunde gaben ihm den Spitznamen \u201eBing\u201c. Kurz nachdem ich geboren war, wurde ich sehr krank und ben\u00f6tigte Bluttransfusionen, und da nur der Bluttyp meines Vaters passte, bekam er aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden die Erlaubnis, von Pal\u00e4stina nach Johannesburg zur\u00fcckzufliegen. Ich \u00fcberlebte, doch meiner Tante erz\u00e4hlte er, dass er, auch wenn mein Leben gerettet worden war, das Gef\u00fchl hatte, er w\u00fcrde sein eigenes verlieren. \u2026<\/p>\n<p>Andererseits l\u00e4sst manche Menschen ihre Familiengeschichte nicht los. Als ich zum ersten Mal zur\u00fcckkehrte, um das Grab meines Vaters zu besuchen, hatte ich das Gl\u00fcck, mit meinem Sohn <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Daniel_Hope_%28Violinist%29 \" target=\"_blank\">Daniel<\/a> zu reisen. Auf meiner Seite der Familie ist Daniel irischer, katholischer, s\u00fcdafrikanischer Abstammung. M\u00fctterlicherseits ist er der Enkel von j\u00fcdischen Deutschen, die in den drei\u00dfiger Jahren aus Berlin und Wien nach S\u00fcdafrika flohen. Wir waren beide fasziniert \u2013 und zuweilen abgesto\u00dfen \u2013 von den Menschen und Orten, die aus uns das gemacht haben, was wir sind, der Reichtum und die Merkw\u00fcrdigkeit eines Familienstammbaums. \u2026\u2018<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/salon\/spurensuche-in-israel-am-grab-des-fremden-vaters\/52828 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bedeutung des Vaters wird in der Beschreibung des s\u00fcdafrikanische Schriftsteller Christopher Hope deutlich, der zum ersten Mal das Grab des unbekannten Vaters bei Tel Aviv besucht. \u201aMein Vater verschwand aus meinem Leben, bevor ich ihn kennenlernte. 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