{"id":6779,"date":"2012-12-06T20:22:16","date_gmt":"2012-12-06T19:22:16","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6779"},"modified":"2013-08-05T13:53:40","modified_gmt":"2013-08-05T13:53:40","slug":"fursorgliche-fisch-vater-hangen-haufiger-am-haken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/12\/06\/fursorgliche-fisch-vater-hangen-haufiger-am-haken\/","title":{"rendered":"F\u00fcrsorgliche (Fisch-) V\u00e4ter h\u00e4ngen h\u00e4ufiger am Haken"},"content":{"rendered":"<p>Bei einigen Fischarten \u00fcbernimmt der Vater die Brutpflege, z.B. beim nordamerikanischen Forellenbarsch. Bei dieser Art gilt: Je gr\u00f6\u00dfer und aggressiver das M\u00e4nnchen, desto intensiver ist die elterliche F\u00fcrsorge und desto mehr Nachkommen \u00fcberleben. Allerdings werden einer neuen Studie zufolge die aktiven Brutpfleger auch h\u00e4ufiger als andere gefangen. Die Befischung \u00fcberleben dann die scheuen Vertreter, die weniger Nachwuchs produzieren.<\/p>\n<p>Brutpflege ist ein Erfolgsmodell. Es vergr\u00f6\u00dfert bei vielen Arten die Chancen, die ersten Lebensmonate unbeschadet zu \u00fcberleben, z.B. bei uns Menschen. Der Mensch kann allerdings auch Sorge daf\u00fcr tragen, dass aktive Brutpfleger das Nachsehen haben. Dies ist das wesentliche Ergebnis einer in PNAS publizierte Studie, die ein internationales Forscherteam rund um den Masterstudenten David Sutter und den Studienleiter Prof. Dr. Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kologie und Binnenfischerei (IGB) und der Landwirtschaftlich-G\u00e4rtnerischen Fakult\u00e4t der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin an nordamerikanischen Forellenbarschen vorgelegt hat.<\/p>\n<p>Bei den unter Anglern beliebten Forellenbarschen (Micropterus salmoides) k\u00fcmmert sich das M\u00e4nnchen bis zu vier Wochen um den Nachwuchs. Die Fischv\u00e4ter verteidigen das Laichnest gegen Feinde und bef\u00e4cheln mit ihren Brustflossen die Eier, um sie mit Sauerstoff zu versorgen. Besonders intensive Brutpflege zahlt sich aus: Sie sichert den F\u00fcrsorglichen \u00fcberaus viele Nachkommen und sorgt so f\u00fcr eine Anh\u00e4ufung ihrer Gene in der Population \u2013 klassische Evolution durch Selektion nach Darwinschem Prinzip. Allerdings sind die wachsamsten Fischv\u00e4ter auch besonders anf\u00e4llig gegen\u00fcber Beangelung. Zwar stellen die V\u00e4ter w\u00e4hrend der Brutpflege die Nahrungssuche ein, jedoch verteidigen sie aggressiv ihr Nest gegen jeden Eindringling, auch wenn dies ein vom Angler durchs Wasser gezogener Blinker oder Wobbler ist. Die Sache hat dann leider einen Haken.<\/p>\n<p>In einer neuen Studie, die in Kooperation zwischen Berliner Fischereiforschern und einem Team um Prof. Dr. David Philipp von der Universit\u00e4t in Illinois durchgef\u00fchrt wurde, wird nun nachgewiesen, dass leicht fangbare m\u00e4nnliche Forellenbarsche auch die mit dem gr\u00f6\u00dften Vermehrungspotenzial sind. Unter befischten Bedingungen werden so die eigentlichen Sieger der nat\u00fcrlichen Auslese zu Verlieren. Selbst wenn ein brutpflegender Forellenbarschvater nach dem Fang zur\u00fcckgesetzt wird, z.B. wenn das Tier ungewollt in der Schonzeit gefangen wurde, kann der Nachwuchs verloren sein. Die zeitweilige Abwesenheit vom Nest ruft n\u00e4mlich gefr\u00e4\u00dfige Nestr\u00e4uber, in der Regel andere Fische, auf den Plan, die das Nest ausr\u00e4umen. Ob vergleichbare Effekte auch bei heimischen brutpflegenden Fischarten wie Zander und Wels zutreffen, ist bisher nicht bekannt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.leibniz-gemeinschaft.de\/medien\/aktuelles\/news-details\/article\/fuersorgliche_fischvaeter_haengen_haeufig_am_haken_100000533\/\" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einigen Fischarten \u00fcbernimmt der Vater die Brutpflege, z.B. beim nordamerikanischen Forellenbarsch. Bei dieser Art gilt: Je gr\u00f6\u00dfer und aggressiver das M\u00e4nnchen, desto intensiver ist die elterliche F\u00fcrsorge und desto mehr Nachkommen \u00fcberleben. Allerdings werden einer neuen Studie zufolge die aktiven Brutpfleger auch h\u00e4ufiger als andere gefangen. 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