{"id":6750,"date":"2012-11-27T15:08:13","date_gmt":"2012-11-27T14:08:13","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6750"},"modified":"2012-11-27T15:08:13","modified_gmt":"2012-11-27T14:08:13","slug":"ich-dachte-wir-waren-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/11\/27\/ich-dachte-wir-waren-weiter\/","title":{"rendered":"Ich dachte wir w\u00e4ren weiter"},"content":{"rendered":"<p>Steffen Schmitt, stellvertretender Ressortleiter Wissen bei der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\" target=\"_blank\">Zeit<\/a> ist gerade zusammen mit seiner Frau in Elternzeit und k\u00fcmmert sich um die Drillinge Jonathan, Ella und Linus. F\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\" target=\"_blank\">taz<\/a> beschreibt er seine Beweggr\u00fcnde und Erlebnisse.<\/p>\n<p>\u201aSeit Mai bin ich in Elternzeit. \u201eViel Spa\u00df im Von-der-Leyen-Urlaub\u201c, hatte ein Freund gefrotzelt. \u201eWarte doch damit, am Anfang braucht ein Kind sowieso nur die Mutter\u201c, hatte ein Kollege geraten. \u201eUnd was ist mit deiner Stelle?\u201c, fragte meine Oma.<\/p>\n<p>Das Thema steckt voller Projektionen. Es ist politisch. Es geht nicht nur um ein paar Monate Auszeit, sondern sozusagen um das Gegenst\u00fcck zur Forderung nach Frauenquoten. Es geht darum, ob Eltern sich die Familienarbeit fair teilen.<\/p>\n<p>Tags\u00fcber, wenn ich den Kinderwagen durch die Stadt schiebe, sehe ich V\u00e4ter mit Babys, zumindest in den Vierteln, wo man es auch vermuten w\u00fcrde. Doch auch dort sehe ich mehr M\u00fctter als V\u00e4ter. Wir M\u00e4nner sind die Ausnahme. Als Vater von Drillingen bin ich erst recht Exot.<\/p>\n<p>Anders ist es, wenn meine Liebste dabei ist. Dann wird sie mitleidig gefragt: \u201eHaben Sie denn irgendeine Hilfe?\u201c Ich werde geflissentlich \u00fcbersehen. Die Physiotherapeutin will ihr die neuen \u00dcbungen f\u00fcr die Babys zeigen, nicht mir.<\/p>\n<p>Wenn uns Fremde fragen, wie wir das schaffen mit drei S\u00e4uglingen, und ich dann antworte \u201ePrima\u201c (oder auch mal: \u201eGeht schon\u201c), ernte ich irritierte Blicke, die mir zu bedeuten scheinen, ich h\u00e4tte da ja sicher gut reden.<\/p>\n<p>Als einer der Jungs f\u00fcr eine Operation ins Krankenhaus musste, konnte ich nicht auf der Station mit den Elternbetten \u00fcbernachten, weil da sonst nur M\u00fctter waren. V\u00e4ter als Besucher ja, aber als Babyzust\u00e4ndige, ganz selbstverst\u00e4ndlich? Nein. Und das scheint weit \u00fcbers Krankenhaus hinaus zu gelten.<\/p>\n<p>Ich dachte, wir w\u00e4ren weiter. Waren nicht nach der Einf\u00fchrung des Elterngelds 2007 die Zeitungen voll von Erfahrungsberichten wickelnder V\u00e4ter? Liest man nicht regelm\u00e4\u00dfig, sie n\u00e4hmen vermehrt Elternzeit? &#8230;<\/p>\n<p>Wie lange kann, soll, will ich? Mir hat mein dreifaches Kindergl\u00fcck diese Entscheidung abgenommen. Es war klar, dass ich f\u00fcr die Drillinge lange aussetzen w\u00fcrde, gemeinsam mit meiner Frau. Ganze 14 Monate fehle ich in der Redaktion, verpasse ich den Flurfunk, werde ich bei meiner R\u00fcckkehr wieder aufholen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Meine Babys durch ihr erstes Lebensjahr zu begleiten, ihnen auf die Beine zu helfen und sie in der Krippe einzugew\u00f6hnen \u2013 das empfinde ich als Privileg. Endlos k\u00f6nnte ich von Lachen, Staunen und kostbaren Momenten schw\u00e4rmen. Jedem Freund w\u00fcrde ich raten: Lass dir das nicht entgehen! Auch weil ich sp\u00fcre, dass ich f\u00fcr meine Kinder genauso Bezugsperson werde wie ihre Mutter \u2013 eine Gleichwertigkeit, die vielen M\u00e4nnern lange verwehrt blieb. \u2026\u2018<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Vaeter-in-Vollzeit-Elternzeit\/!106230\/ \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steffen Schmitt, stellvertretender Ressortleiter Wissen bei der Zeit ist gerade zusammen mit seiner Frau in Elternzeit und k\u00fcmmert sich um die Drillinge Jonathan, Ella und Linus. 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