{"id":6273,"date":"2012-06-19T21:01:32","date_gmt":"2012-06-19T20:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6273"},"modified":"2012-06-20T21:05:15","modified_gmt":"2012-06-20T20:05:15","slug":"was-es-heist-vater-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/06\/19\/was-es-heist-vater-zu-sein\/","title":{"rendered":"Was es hei\u00dft Vater zu sein"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Boeblinger-Vaeter.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-6274\" title=\"Boeblinger-Vaeter\" src=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Boeblinger-Vaeter.jpg\" alt=\"Boeblinger-Vaeter\" width=\"219\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Boeblinger-Vaeter.jpg 365w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Boeblinger-Vaeter-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><\/a>H\u00fcsn\u00fc G\u00fclden hat seine Haare zu einem Zopf gebunden, der 38-J\u00e4hrige h\u00e4lt eine Hantel in der Hand und hat einen Blick aufgesetzt, der signalisiert: leg dich nicht mit mir an! \u201eIch arbeite hart, mache viele \u00dcberstunden\u201c, sagt er. 13war er, als er nach Deutschland kam, wo die Eltern schon lange arbeiteten. Zu alt, um noch eine vern\u00fcnftige Schullaufbahn zu schaffen. Er lernte Deutsch und begann zu schaffen. Heute ist G\u00fclden Lagerarbeiter in Holzgerlingen. Seine vier Kinder sollen es einmal besser haben. Der \u00c4lteste, 16 Jahre, besucht die Realschule, die zwei Jahre j\u00fcngere Tochter das Gymnasium.<\/p>\n<p>H\u00fcsn\u00fc G\u00fclden geh\u00f6rt zur B\u00f6blinger V\u00e4tergruppe. Einmal im Monat treffen sich t\u00fcrkische M\u00e4nner, um \u00fcber ihre Rolle in der Familie nachzudenken. Sie sind zwischen Anfang 30 und Mitte 50. Bandarbeiter, Elektromechaniker, Versicherungsvertreter, ein Optiker, ein P\u00e4dagoge. Konservative M\u00e4nner sind darunter, religi\u00f6se, liberale und moderne. Ihre Probleme unterscheiden sich kaum von denen deutscher M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Mehr Zeit f\u00fcr ihre Kinder w\u00fcnschen sie sich. Erfolg in Schule und im Beruf soll der Nachwuchs haben. Serdar Ert\u00fcrk ist eine treibende Kraft der Gruppe. Er genie\u00dft den Respekt aller Teilnehmer, obwohl er als Einziger keine eigenen Kinder hat. Er sieht sich als \u201esozialer Vater\u201c. Als Taekwandolehrer in B\u00f6blingen betreut er seit 20 Jahren Kinder und Jugendliche. Auch H\u00fcsn\u00fc G\u00fclden hat einst bei ihm trainiert, heute ist Serdar Ert\u00fcrk der Lehrer seiner Kinder.<\/p>\n<p>Die Vaterschaft ist f\u00fcr die meisten t\u00fcrkischen M\u00e4nner etwas Selbstverst\u00e4ndliches. Kinder geh\u00f6ren zum Leben. Man zerbricht sich \u2013 anders als die meisten M\u00e4nner mit mitteleurop\u00e4ischen Wurzeln \u2013 nicht lange den Kopf, welche Einschr\u00e4nkungen mit Nachwuchs verbunden sind. Wenn die Kleinen dann da sind, ist die Erziehung ja ohnehin Frauensache.<\/p>\n<p>So war es zumindest bisher. <!--more-->Die M\u00e4nner der V\u00e4tergruppe wollen anders sein als ihre eigenen V\u00e4ter. Sie geh\u00f6ren zur zweiten Einwanderergeneration, sind hier geboren oder im Kindesalter nach Deutschland gekommen. Die Erziehungsmethoden und Wertvorstellungen, die die eigenen Eltern noch aus der T\u00fcrkei mitbrachten, greifen f\u00fcr sie nicht mehr. Die V\u00e4tergruppe bietet die M\u00f6glichkeit, das eigene Verhalten zu reflektieren. Und es tut gut zu h\u00f6ren, dass auch in anderen Familien nicht immer alles glatt l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Seit drei Jahren treffen sich die t\u00fcrkischst\u00e4mmigen M\u00e4nner in einem Raum am B\u00f6blinger Marktplatz, 20 bis 30 V\u00e4ter kommen jedes Mal. Selbstbewusst sind die Teilnehmer mit der Zeit geworden, und sie m\u00f6chten dieses Selbstbewusstsein nach au\u00dfen tragen. \u201eWir wollen wahrgenommen werden als V\u00e4ter, die sich einbringen\u201c, sagt H\u00fcsn\u00fc G\u00fclden. So entstand die Idee f\u00fcr eine Ausstellung mit Portr\u00e4ts der Teilnehmer. Daf\u00fcr engagierten die M\u00e4nner den Fotografen Yakup Zeyrek aus Kornwestheim. \u00dcberwiegend in der Werbung arbeitet der 51-J\u00e4hrige. Daneben hat er sich aber einen Namen als Fotograf f\u00fcr soziale Themen gemacht.<\/p>\n<p>Die Bilder sind bis zum 13 Juli im <a href=\"http:\/\/www.diakonie.de\/wegbeschreibung-stuttgart-4060.htm \" target=\"_blank\">Diakonischen Werk<\/a> in Stuttgart zu sehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.ausstellung-bekenntnisse-der-vaterlosen-vaeter.2969de97-4b18-46cd-bbf7-21c747b1b1f8.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00fcsn\u00fc G\u00fclden hat seine Haare zu einem Zopf gebunden, der 38-J\u00e4hrige h\u00e4lt eine Hantel in der Hand und hat einen Blick aufgesetzt, der signalisiert: leg dich nicht mit mir an! \u201eIch arbeite hart, mache viele \u00dcberstunden\u201c, sagt er. 13war er, als er nach Deutschland kam, wo die Eltern schon lange arbeiteten. 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