{"id":6185,"date":"2012-05-22T20:39:35","date_gmt":"2012-05-22T19:39:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=6185"},"modified":"2012-05-22T20:39:35","modified_gmt":"2012-05-22T19:39:35","slug":"wann-ist-der-mann-ein-mann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/05\/22\/wann-ist-der-mann-ein-mann\/","title":{"rendered":"Wann ist der Mann ein Mann?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.innovativ-in.de\/resizeimg.php?img=dateien\/bilder\/hans_georg_i.jpg&amp;maxw=210&amp;maxh=400&amp;zoom=1\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.innovativ-in.de\/resizeimg.php?img=dateien\/bilder\/hans_georg_i.jpg&amp;maxw=210&amp;maxh=400&amp;zoom=1\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"112\" \/><\/a>Am Vatertag habe ich mit <a href=\"http:\/\/www.innovativ-in.de\/index.php?kat=10\" target=\"_blank\">Elita Wiegand<\/a> vom Business Club innovativ-in \u00fcber M\u00e4nner, Kindererziehung und was es f\u00fcr eine nachhaltige Ver\u00e4nderung hin zu einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung bei Erwerbs- und Familienarbeit braucht, gesprochen<\/p>\n<p><strong>Das Rollenbild des Mannes hat sich\u00a0ver\u00e4ndert. \u00a0Das m\u00e4nnliche Geschlecht ist hin -und hergerissen zwischen Softie und Macho. Wann ist heute eigentlich der Mann ein Mann?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hans-Georg Nelles:<\/strong> Das ist die Frage der Fragen und ich finde es schade, dass die angebotenen Antworten die M\u00f6glichkeiten von M\u00e4nnern und Frauen einschr\u00e4nken. Die Schablone kennt das Weichei und den Softie auf der einen und den Macker bzw. den Macho auf der anderen Seite. Aber bereits diese beiden Pole erzeugen positive und negative Assoziationen und machen die ambivalenten Erwartungen deutlich, mit denen M\u00e4nner konfrontiert werden.<br \/>\nMann sein bedeutet f\u00fcr mich aber mehr als diese Bilder hergeben: Der Sohn, der seinen dementen Vater pflegt, der Vater, der seine Tochter \u00fcber den Liebeskummer hinwegtr\u00f6stet, und der Single, der seine Mannschaft nach einer Niederlage wieder aufbaut, sie alle m\u00fcssen gleicherma\u00dfen einf\u00fchlsam und stark sein.<br \/>\nDie F\u00fchrungskraft, die nach der Trennung \u00fcber ihre Verzweiflung spricht, der Stahlwerker dem angesichts der ernsten Erkrankung seines Kindes im Unternehmen die Tr\u00e4nen kommen und der Vater, der sich die Elternzeit mit seiner Partnerin teilt, sie alle gewinnen St\u00e4rke dadurch, dass sie Gef\u00fchle zeigen und ihre f\u00fcrsorgliche Seite zum Ausdruck bringen. Der Umstand, dass M\u00e4nner diese Eigenschaften bislang von sich abspalten kostet sie durchschnittlich f\u00fcnf Lebensjahre.<\/p>\n<p><strong>Viele beklagen, dass das m\u00e4nnliche Vorbild fehlt und Kinder vorwiegend von Frauen erzogen werden. Der\u00a0Anteil der M\u00e4nner an der Kindererziehung in unserer Gesellschaft so gering? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Hans-Georg Nelles: \u201a<\/strong>Krabbeln lerne ich bei Mama, laufen dann bei Papa\u2018 stand auf den Werbeplakaten bei Einf\u00fchrung der Partnermonate. Fr\u00fcher hie\u00df es, das Kind wird f\u00fcr den Vater interessant, wenn es ins Ball f\u00e4hige Alter kommt. Es sind meiner Meinung nach die Zuschreibungen und die bislang kommunizierten Bilder bzw. das Image, das die M\u00e4nner von den Berufen fernh\u00e4lt, die etwas mit Kindererziehung zu tun haben. Mit kleinen Kindern zu arbeiten wird als Dom\u00e4ne der M\u00fctter angesehen und damit verbunden ist auch eine geringe Wertsch\u00e4tzung der F\u00fcrsorge Berufe, was sich auch in der Bezahlung ausdr\u00fcckt. Deshalb ist es unheimlich wichtig, dass (junge) M\u00e4nner zum Beispiel als Trainer im Fu\u00dfball oder in einem Freiwilligendienst Erfahrungen sammeln k\u00f6nnen, die dann oft auch zu einer entsprechenden Berufswahlentscheidung f\u00fchren. Und es braucht nat\u00fcrlich auch lebendige m\u00e4nnliche Vorbilder in diesen Berufen, das ist wichtig f\u00fcr die Jungen und M\u00e4dchen aber auch f\u00fcr die M\u00e4nner, die in diesem Bereich arbeiten wollen.<\/p>\n<p><strong>Nun haben Sie sich &#8222;V\u00e4ter und Karriere&#8220; spezialisiert.. Was muss man sich darunter vorstellen? <!--more--><\/strong><\/p>\n<p><strong>Hans-Georg Nelles:<\/strong> Ich bin beruflich aber auch ehrenamtlich in dem Themenfeld \u201aM\u00e4nner, Arbeit und Leben\u2018 t\u00e4tig. Mit \u201aV\u00e4ter &amp; Karriere\u2018, meiner Firma berate ich Unternehmen, Verwaltungen und Hochschulen. Dabei geht es um die Entwicklung einer v\u00e4terbewussten Personalpolitik und einer dazu passenden Unternehmenskultur. Dabei kommt es meiner Meinung nach weniger auf zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen oder Instrumente f\u00fcr V\u00e4ter an sondern um eine Kultur der Erlaubnis und Wertsch\u00e4tzung. Das sind Prozesse, die sich nicht von heute auf morgen entwickeln lassen, es geht um die Auseinandersetzung mit den Rollenbildern, die F\u00fchrungskr\u00e4fte in den K\u00f6pfen haben und die ihr Verhalten im Alltag pr\u00e4gen. Ich erlebe bei meinen Projekten aber immer h\u00e4ufiger, dass der Zugang \u00fcber die eigene Vaterschaft und die M\u00f6glichkeit, diese zu reflektieren, die Unhaltbarkeit der bestehenden Zust\u00e4nde offenlegt. Die F\u00fchrungskr\u00e4fte wollen selbst mehr mit ihren Kindern erleben und Zeit f\u00fcr Partnerschaft haben und nicht mehr 60 bis 80 Stunden die Woche arbeiten. Das gilt f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten der Generation Y umso mehr.<br \/>\nEhrenamtlich engagiere ich mich unter anderem Im Bundesforum M\u00e4nner, der Interessenvertretung f\u00fcr Jungen, M\u00e4nner und V\u00e4ter, die als Ansprechpartner der Politik in Berlin versucht, die M\u00e4nnerperspektive z.B. in der Gleichstellungspolitik oder beim Sorgerecht zu thematisieren und durchzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Sie betonen, dass ich die Rollen der F\u00fchrungskr\u00e4fte ver\u00e4ndern m\u00fcssen,\u00a0aber in Unternehmen herrscht doch vermutlich noch ein altes Denken. Welche H\u00fcrden gilt es in Zukunft zu \u00fcberwinden? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Hans-Georg Nelles:<\/strong> M\u00e4nner haben es nicht gelernt \u00fcber ihre Anliegen geschweige denn \u00fcber ihre Gef\u00fchle und \u00c4ngste zu sprechen und diese an den passenden Stellen zu thematisieren. Es fehlt an Angeboten und R\u00e4umen daf\u00fcr. Die Angebote der Familienbildung und \u2013beratung richten sich in erster Linie an Frauen. Erst in Krisensituationen wie zum Beispiel einer Trennung nehmen M\u00e4nner entsprechende Angebote wahr. Dazu kommt, dass die meisten Betriebe, auch diejenigen, die sich als \u201afamilienfreundlich\u2018 bezeichnen, von ihren Leistungstr\u00e4gern eine umf\u00e4ngliche zeitliche Verf\u00fcgbarkeit erwarten. Die Bereitschaft der M\u00e4nner, diesem Ansinnen nachzukommen erweckt dann den Anschein, sie wollten es ja auch so haben. Die Frage ist aber, welche M\u00f6glichkeit, Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung zu erfahren gibt es f\u00fcr M\u00e4nner au\u00dferhalb der Arbeit? M\u00e4nner definieren sich \u00fcber ihre Arbeit und den Erfolg bzw. den Verdienst den sie damit erzielen k\u00f6nnen, zahlen aber auch einen hohen Preis daf\u00fcr. Sie verpassen die Entwicklung ihrer Kinder, k\u00f6nnen keine gute Beziehung aufbauen und die Partnerschaft leidet ebenso. Das zu thematisieren, vor allem aber zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr M\u00e4nner anzubieten Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung zu erfahren tr\u00e4gt meiner Meinung nach dazu bei H\u00fcrden, sowohl die realen in der Arbeitswelt als auch die in den K\u00f6pfen von M\u00e4nnern und Frauen zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcnschen Sie f\u00fcr die M\u00e4nner und Frauen in Zukunft, damit sich etwas nachhaltig ver\u00e4ndert? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Hans-Georg\u00a0 Nelles:<\/strong> Weder neue M\u00e4nner noch neue Frauen. Die Lieferzeit bemisst sich in Generationen und solange m\u00f6chte niemand warten. Meiner Meinung nach braucht es ein neues NachDenken dar\u00fcber was M\u00e4nnlichkeit ausmachen kann, einen gesellschaftlichen Dialog dar\u00fcber, wie Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich aufgeteilt werden kann und wie berufliche Entwicklung von den Erfahrungen mit Kindern oder der Pflege von Angeh\u00f6rigen profitieren kann. Diese Auseinandersetzung kann zu einer neuen Normalit\u00e4t f\u00fchren: Es ist normal, wenn V\u00e4ter mit ihren Kindern vormittags auf Spielpl\u00e4tzen anzutreffen sind, es ist normal, wenn M\u00e4nner ihre Arbeitszeit vor\u00fcbergehend auf 32 Stunden reduzieren und es ist dann auch normal, dass Frauen F\u00fchrungspositionen \u00fcbernehmen. Diese Normalit\u00e4t bringt role models, das Wort Vorbilder mag ich nicht so sehr, hervor und erleichtert so auch die Aushandlungsprozesse, die M\u00e4nner und Frauen in Partnerschaften f\u00fchren m\u00fcssen. Nicht nur einmal, vor der Geburt eines Kindes, sondern regelm\u00e4\u00dfig. Dabei ist mir ganz wichtig, dass L\u00f6sungen und Lebenswege ausgehandelt werden, die zu einer gr\u00f6\u00dferen Zufriedenheit f\u00fchren. Das kommt den Kindern und der Stabilit\u00e4t der Partnerschaften zugute.<br \/>\nEs geht auch nicht darum, einfach die Rollen zu tauschen, sondern um eine Erweiterung der Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen. Weg von dem \u201aentweder &#8211; oder\u2018: \u201aFamilie oder Beruf\u2018, \u201aKinder oder Karriere\u2018 hin zu einem sowohl als auch! Es geht nicht alles gleichzeitig, aber es geht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.innovativ-in.de\/mann-vaeter-karriere-wertschaetzung-partnerschaft-fuehrungskraft-_id1974.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Vatertag habe ich mit Elita Wiegand vom Business Club innovativ-in \u00fcber M\u00e4nner, Kindererziehung und was es f\u00fcr eine nachhaltige Ver\u00e4nderung hin zu einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung bei Erwerbs- und Familienarbeit braucht, gesprochen Das Rollenbild des Mannes hat sich\u00a0ver\u00e4ndert. \u00a0Das m\u00e4nnliche Geschlecht ist hin -und hergerissen zwischen Softie und Macho. 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