{"id":5933,"date":"2012-03-25T08:21:21","date_gmt":"2012-03-25T07:21:21","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=5933"},"modified":"2012-03-26T10:21:47","modified_gmt":"2012-03-26T09:21:47","slug":"wem-gehoren-die-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/03\/25\/wem-gehoren-die-kinder\/","title":{"rendered":"Wem geh\u00f6ren die Kinder?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3570551857\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=vaeterblog-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3570551857 \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.ralf-boent.de\/images\/manifest.jpg \" alt=\"\" width=\"130\" height=\"207\" \/><\/a>Diese Frage stellt der Schriftsteller <a href=\"http:\/\/www.ralf-boent.de\/ \" target=\"_blank\">Ralf B\u00f6nt<\/a>, dessen Manifest f\u00fcr den Mann \u201a<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3570551857\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=vaeterblog-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3570551857 \" target=\"_blank\">Das entehrte Geschlech<\/a>t\u2018 Anfang M\u00e4rz erschien, aus aktuellem Anlass in einem Essay in der\u00a0 Zeit. Wie in dem Buch kn\u00fcpft er seine gleichstellungspolitischen Forderungen an pers\u00f6nliche Erfahrungen an, die auch andere nichtverheiratete V\u00e4ter allt\u00e4glich machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201aVor einigen Jahren wollte ich mit meinem Sohn zum Skilaufen an die Schneekoppe fahren. Um einen Reisepass f\u00fcr ihn zu beantragen, ging ich zum B\u00fcrgeramt, wo ich feststellen musste, dass keine Sachbearbeiterin von meinem Sorgerecht informiert war. Ich holte den amtlichen Zettel mit der Sorgerechtsteilung von zu Hause, aber einen Pass konnte ich f\u00fcr meinen Sohn ohne die Unterschrift seiner Mutter sowieso nicht beantragen.<\/p>\n<p>\u00bbWas meinen Sie wohl\u00ab, sagte die junge Frau hinter dem Schreibtisch gelangweilt, \u00bbwie viele Kinder jedes Jahr von ihren V\u00e4tern entf\u00fchrt werden.\u00ab Erst beim Fortfahren blickte sie mir in die Augen: \u00bbWenn die erst mal au\u00dfer Landes sind, kriegt die keiner mehr.\u00ab Nur kurz stellte ich mir in dieser Sekunde vor, ohne Pass nach Zittau zu fahren und zu sehen, ob die Schranke offen war. Vielleicht w\u00fcrden wir auch durchgewunken oder k\u00f6nnten mit den Grenzern reden. Dann sah ich die Tr\u00e4nen meines Sohnes f\u00fcr den Fall, dass wir umkehren mussten. Ich sah ein: Der Skiurlaub musste verschoben werden.<\/p>\n<p>Danach \u00e4nderte die Mutter ohne R\u00fccksprache im selben Amt den Hauptwohnsitz unseres Sohnes. Ich konnte dies allein nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Diesmal erkl\u00e4rte mir eine \u00e4ltere Dame, ich habe doch selber gesagt, dass man den Wohnsitz nicht ohne Zustimmung beider Eltern \u00e4ndern k\u00f6nne. Zwei Fehler, meinte sie, seien einer zu viel. So fand ich mich in einer Anwaltskanzlei wieder, bis der Wohnsitz wieder da war, wo sich unser Sohn am meisten aufgehalten hatte.<\/p>\n<p>Damals lie\u00df ich meine Vaterschaft auch in meinen Reisepass eintragen, denn als wir doch noch auf dem Weg zur Schneekoppe waren, w\u00e4ren wir fast nicht \u00fcber die Grenze gekommen. Wir tragen nicht denselben Nachnamen, ich hatte der Mutter da den Vortritt gelassen. So konnte ich nicht nachweisen, erlaubterweise mit dem Kind zu reisen. Erst mit der Eintragung im Pass hatte ich amtlich, dass mein Sohn wirklich mein Sohn war.<\/p>\n<p>Als dieser Pass jetzt ablief, erfuhr ich von einer Neuerung: Man kann zwar den eigenen Fingerabdruck in den neuen Pass einlesen lassen, Kinder werden aber nicht mehr notiert. Eigentlich m\u00fcsste ich den Zettel mit dem Sorgerecht jetzt also immer bei mir tragen, ohne zu sehr zu hoffen, dass er mir an einem Schlagbaum, auf einer Polizeiwache oder gar in einem Krankenhaus wirklich helfen w\u00fcrde, etwa wenn es gilt, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Ich sehe die skeptischen Blicke der Beamten oder \u00c4rzte lebhaft vor mir: Ein Mann, der ein abgegriffenes DIN-A4-Blatt aus der Innentasche des Jacketts holt und umst\u00e4ndlich entfaltet, um sich als Vater seines Sohnes auszuweisen?<!--more--><\/p>\n<p>Das sch\u00fcrte die Skepsis. Man w\u00fcrde wohl den Ausweis des Kindes verlangen, unm\u00f6glich, den immer bei sich zu haben, und dann eh nach der Mutter rufen. Ich bin auch nicht bereit, das Schreiben eines Amtes zusammengefaltet auf meinem Herzen zu tragen, um mich als Vater f\u00fchlen zu d\u00fcrfen. Vaterschaft darf keine Sondergenehmigung n\u00f6tig haben.<\/p>\n<p>Vielmehr w\u00e4re die konsequente Weiterf\u00fchrung der Erfindung der Vaterschaft nicht nur ein wichtiger Punkt einer erfolgreichen Politik der Geschlechter, sondern ihr Kernst\u00fcck. Die Entwicklung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Vater und Kind taugt \u00fcberhaupt als Schl\u00fcssel des Zivilisationsprozesses. \u2026\u2018<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/13\/Vaeter \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Frage stellt der Schriftsteller Ralf B\u00f6nt, dessen Manifest f\u00fcr den Mann \u201aDas entehrte Geschlecht\u2018 Anfang M\u00e4rz erschien, aus aktuellem Anlass in einem Essay in der\u00a0 Zeit. 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