{"id":5858,"date":"2012-03-08T17:25:04","date_gmt":"2012-03-08T16:25:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=5858"},"modified":"2012-03-09T20:01:10","modified_gmt":"2012-03-09T19:01:10","slug":"entweder-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/03\/08\/entweder-oder\/","title":{"rendered":"Entweder oder?"},"content":{"rendered":"<p>Sie m\u00fcssen sich schon entscheiden! Ja, so lautet sie, die \u201adeutsche\u2019 Frage. Beruf oder Familie, Kinder oder Karriere werden als Gegensatz gedacht und dementsprechend sieht die Arbeitswelt aus. Zeiten der Verantwortung f\u00fcr Kinder oder zu betreuende oder pflegende Angeh\u00f6rige werden weithin als Auszeiten betrachtet und Familienfreundlichkeit ersch\u00f6pft sich vielfach in der Unterst\u00fctzung beim \u201aOutsourcing\u2019 dieser Aufgaben.<\/p>\n<p>Diese Sichtweise passt nicht mehr zu einer Arbeitswelt, in der gut qualifizierte Besch\u00e4ftigte, M\u00e4nner und Frauen, mit der Vorstellung Beruf und Familie, Kinder und Karriere unter einen Hut bringen zu wollen und sich in der Partnerschaft anfallenden Aufgaben auch gleichberechtigt aufzuteilen.<\/p>\n<p>Damit dies gelingen kann, im Privaten, wie auch in den Unternehmen braucht es selbstverst\u00e4ndlich passende Rahmenbedingungen, Kinderbetreuungsangebote, r\u00e4umlich und zeitlich flexible Arbeitsm\u00f6glichkeiten und Unternehmenskulturen, in denen es auch f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00f6glich ist, Arbeitszeiten entsprechend der jeweiligen biografischen Situation zu erh\u00f6hen order zu reduzieren.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr, das sich die Entwicklung zu dieser Wirklichkeit in den kommenden Jahren beschleunigen wird, sprechen (mindestens) zwei Faktoren: die demografische Entwicklung und die Vorstellungen derjenigen, die jetzt zunehmend qualifizierte Stellen besetzen und F\u00fchrungsaufgaben einnehmen. Diese, Generation Y genannten neuen Arbeitskr\u00e4fte stellen \u00fcberkommene Einstellungen und Praktiken in den Betrieben in Frage:<\/p>\n<ul>\n<li>Warum muss ich bis 18 Uhr im B\u00fcro bleiben, wenn nichts mehr zu tun ist?<\/li>\n<li>Warum traut sich kein Kollege, mehr als zwei Monate in Elternzeit zu gehen?<\/li>\n<li>Warum darf ich tags\u00fcber keine privaten E-Mails schreiben, wenn ich doch am Samstag auch die beruflichen beantworten soll?<\/li>\n<li>Warum sind die meisten Vorgesetzten M\u00e4nner obwohl auch gut qualifizierte Frauen f\u00fcr diese Aufgabe zur Verf\u00fcgung stehen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Idee, bestimmte Aufgaben und Verantwortlichkeiten per Quote zu verteilen, lehnt diese Generation als Bevormundung ab. Eine Neuauflage der alten Frage? Entweder Quote oder(keinen) Vorstandsposten? Ich sehe das etwas gelassener. Die Diskussion um den Wert der Vielfalt auch in den Entscheidungsgremien der Unternehmen legt die Schwachstellen auf dem Weg dorthin offen. Und kein Gesetz zaubert auf einen Schlag mehr m\u00e4nnliche Erzieher oder Studienanf\u00e4ngerinnen im Maschinenbau herbei.<!--more--><\/p>\n<p>Auch M\u00e4dchen- und Jungetage alleine bewirken wenig, wenn es darum geht, Jungen in Frauen- und M\u00e4dchen in M\u00e4nnerberufe zu bringen. Solange es in der Lego Friends Welt keine Feuerwehr gibt, brauchen wir uns \u00fcber die einseitigen Berufswahlentscheidungen und ihre Konsequenzen nicht wundern.<\/p>\n<p><object style=\"height: 390px; width: 640px;\" classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"100\" height=\"100\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Zt0b85gbjOs?version=3&amp;feature=player_detailpage\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed style=\"height: 390px; width: 640px;\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"100\" height=\"100\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Zt0b85gbjOs?version=3&amp;feature=player_detailpage\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Meiner Meinung nach muss die ganze Diskussion vom Kopf auf die F\u00fc\u00dfe gestellt werden. Ein Gesetz \u00fcber die Chancengleichheit von Frauen und M\u00e4nnern im Erwerbsleben macht Sinn, wenn dieses Gesetz, wie zum Beispiel in Schweden, die verschiedensten Aspekte im Erwerbsleben wie zum Beispiel Entlohnung, Arbeitsbedingungen und Elternzeitregelungen beinhaltet und auch die \u00fcbrigen gesetzlichen Regelungen in der Familienpolitik an dem Leitbild der Gleichstellung und der gleichberechtigten Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit ausgerichtet sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie m\u00fcssen sich schon entscheiden! Ja, so lautet sie, die \u201adeutsche\u2019 Frage. Beruf oder Familie, Kinder oder Karriere werden als Gegensatz gedacht und dementsprechend sieht die Arbeitswelt aus. 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