{"id":5642,"date":"2012-01-05T16:19:40","date_gmt":"2012-01-05T15:19:40","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=5642"},"modified":"2012-01-06T16:28:37","modified_gmt":"2012-01-06T15:28:37","slug":"karenz-ist-unmannlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2012\/01\/05\/karenz-ist-unmannlich\/","title":{"rendered":"Karenz ist (un)m\u00e4nnlich"},"content":{"rendered":"<p>Viele M\u00e4nner, die in Elternzeit gehen, bekommen Probleme mit dem Arbeitgeber. Diese reagieren beleidigt, wenn M\u00e4nner sie f\u00fcr ein Kind \u201aim Stich lassen\u2018 &#8211; und degradieren die V\u00e4ter.<\/p>\n<p>An Aufforderungen f\u00fcr V\u00e4ter, mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs zu verbringen, fehlt es nicht. Auch Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Gewerkschaft versuchen M\u00e4nner f\u00fcr die Karenz zu begeistern. Sie wenden sich dabei an die falschen Adressaten.<\/p>\n<p>V\u00e4ter m\u00fcssen gar nicht mehr \u00fcberzeugt werden: Denn nach langen Jahren, in denen der Anteil der V\u00e4ter auf Kinderpause bei ca. 4 % dahind\u00fcmpelte, stieg die Zahl der m\u00e4nnlichen Kindergeldbezieher im Vorjahr stark und weit in den zweistelligen Prozentbereich an. Vor allem das einkommensabh\u00e4ngige Kindergeld erweist sich als \u00fcberaus attraktiv f\u00fcr M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Das Problem scheint vielmehr bei Unternehmen zu liegen, die in Verhaltensmustern aus den sechziger Jahren verharren: Viele M\u00e4nner, die in Karenz gehen, werden gemobbt, degradiert oder schnellstm\u00f6glich gek\u00fcndigt. Eine absurde Variante von Gleichberechtigung, die niemand wollte &#8211; wenn V\u00e4ter genauso schlecht behandelt werden wie M\u00fctter.<\/p>\n<p>Arbeiterkammer und Gleichbehandlungsanwaltschaft wissen von vielen F\u00e4llen zu berichten, in denen sich Karenz als Karriereaus erwies. Harald Zeiner ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, welche Schwierigkeiten echte M\u00e4nner bekommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der 34-j\u00e4hrige \u00d6konom wird heute noch zornig, wenn er sich an seinen schnellen Auf- und noch rasanteren Abstieg erinnert. &#8222;Ich habe immer 170 Prozent gearbeitet\u201c, erz\u00e4hlt er, oft nachts, h\u00e4ufig an Wochenenden. Kein Wunder, dass er sich rasch zum Chef der neuen Stabsstelle Strategie in einem Wiener Vertriebsunternehmen hocharbeitete. Er sei stets das &#8222;Liebkind\u201c des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers gewesen, sagt er. &#8222;Er hat mich oft angerufen und in viele Entscheidungen eingebunden.\u201c<\/p>\n<p>Die Begeisterung nahm allerdings ab, als Zeiner sich entschloss, sechs Monate in V\u00e4terkarenz zu gehen. &#8222;Ich war der erste Mann im Unternehmen.\u201c Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer reagierte zuerst mit blankem Unverst\u00e4ndnis. &#8222;Karenz ist unm\u00e4nnlich\u201c, t\u00f6nte er, wartete mit Geh\u00e4ssigkeiten im Kollegenkreis \u00e0 la &#8222;Der steht unter der Fuchtel seiner Frau\u201c auf und war f\u00fcr Zeiner nicht mehr zu sprechen. Auch der F\u00fchrungskr\u00e4ftevertrag von Zeiner, den dieser unterschrieben in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung abgegeben hatte, war pl\u00f6tzlich unauffindbar. Doch das war erst der Anfang. \u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.profil.at\/articles\/1201\/560\/315811\/karenz-karenz \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele M\u00e4nner, die in Elternzeit gehen, bekommen Probleme mit dem Arbeitgeber. Diese reagieren beleidigt, wenn M\u00e4nner sie f\u00fcr ein Kind \u201aim Stich lassen\u2018 &#8211; und degradieren die V\u00e4ter. An Aufforderungen f\u00fcr V\u00e4ter, mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs zu verbringen, fehlt es nicht. Auch Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Gewerkschaft versuchen M\u00e4nner f\u00fcr die Karenz zu begeistern. 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