{"id":5616,"date":"2011-12-25T10:44:49","date_gmt":"2011-12-25T09:44:49","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=5616"},"modified":"2011-12-26T11:19:49","modified_gmt":"2011-12-26T10:19:49","slug":"vater-mussen-ihren-lebensverlauf-auch-ganz-anders-organisieren-konnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/12\/25\/vater-mussen-ihren-lebensverlauf-auch-ganz-anders-organisieren-konnen\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter m\u00fcssen ihren Lebensverlauf auch ganz anders organisieren k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.bmfsfj.de\/RedaktionBMFSFJ\/Abteilung2\/Pdf-Anlagen\/7.-familienbericht,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.bmfsfj.de\/RedaktionBMFSFJ\/Abteilung2\/Bilder-jpeg\/cover-siebter-familienbericht,property=bild,width=164,height=233.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"186\" \/><\/a>Im Interview mit dem Magazin <a href=\"http:\/\/www.cicero.de\" target=\"_blank\">Cicero<\/a> kritisiert der Familienforscher <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Bertram_%28Soziologe%29\" target=\"_blank\">Hans Bertram<\/a> was Politik aus den Vorschl\u00e4gen des <a href=\"http:\/\/www.bmfsfj.de\/RedaktionBMFSFJ\/Abteilung2\/Pdf-Anlagen\/7.-familienbericht,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf\" target=\"_blank\">siebten Familienberichts<\/a> gemacht hat:<\/p>\n<p><strong>\u201a\u2026 Sie haben am siebten Familienbericht der Bundesregierung mitgearbeitet. Jetzt ist der achte Bericht erschienen. Hatten Ihre Vorschl\u00e4ge und die der anderen Familienforscher irgendwelche Folgen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja. Die Familienpolitik hat das einkommensabh\u00e4ngige Elterngeld eingef\u00fchrt und umgesetzt. Insofern gab es da sicherlich einen direkten Einfluss. Aber all die anderen Dinge, die wir angeregt haben, sind in der Politik nicht angekommen. Wir hatten vorgeschlagen, die typische m\u00e4nnliche Berufsbiografie zugunsten der eher diskontinuierlichen weiblichen Lebensverl\u00e4ufe durch gesetzliche Ma\u00dfnahmen zu ver\u00e4ndern. Jetzt l\u00e4uft es genau in die andere Richtung. Die Bundesregierung versucht, die weiblichen Lebensverl\u00e4ufe den m\u00e4nnlichen anzupassen, und das war nicht die Botschaft unseres Familienberichts.<\/p>\n<p><strong>Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p>Die m\u00e4nnliche Berufsbiografie folgt der klassischen Dreiteilung, die seit Bismarck gilt: In der Jugend wird gelernt, im Erwachsenenalter arbeitet man, und dann darf man sich erholen. In diesem Lebenslauf gibt es keine Zeit f\u00fcr F\u00fcrsorge. Wir haben uns gefragt: Wie kann ich eigentlich in diesen typischen Lebenslauf mehr Zeit f\u00fcr F\u00fcrsorge einbauen? Unser Vorschlag eines einkommensabh\u00e4ngigen Elterngelds verk\u00f6rperte die Idee, dass F\u00fcrsorge genauso wichtig ist wie der Beruf. Es ging darum, den Lebensverlauf so zu organisieren, dass man immer wieder Zeiten f\u00fcr F\u00fcrsorge oder Zeiten f\u00fcr Bildung einbauen kann.<br \/>\nEs gibt eine Berufsgruppe in Deutschland, die ist ein wunderbares Beispiel, n\u00e4mlich die jungen Offiziere. Die d\u00fcrfen das. Sie machen zun\u00e4chst eine akademische, dann eine milit\u00e4rtechnische Ausbildung, darauf folgen sieben Jahre Dienst und danach noch einmal zwei Jahre einer Ausbildung nach eigenem Wunsch \u2013 und zuletzt gehen sie ganz woanders hin. Anders gesagt: Es gibt in der Bundesrepublik durchaus Muster, wie man Lebensverl\u00e4ufe anders organisieren kann.<\/p>\n<p><strong>Haben die Offiziersehen dann, statis\u00adtisch gesehen, auch mehr Kinder als der Durchschnitt?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, aber das h\u00e4ngt m\u00f6glicherweise auch damit zusammen, dass sie eine sehr sichere Lebensperspektive haben. F\u00fcr den Rest gilt das Gegenteil, vor allem f\u00fcr die Frauen, aber auch f\u00fcr die jungen M\u00e4nner. Von ihnen erwarten wir ein extrem hohes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t. Wir fordern f\u00f6rmlich von der nachwachsenden Generation, dass sie mit h\u00f6chster Qualifikation und h\u00f6chstem Einsatz beruflich t\u00e4tig wird. Aber dieses Berufsmuster folgt eigentlich dem klassischen m\u00e4nnlichen Modell. Und das war nicht die Botschaft des siebten Familienberichts. Wir haben offenbar die klassische, \u00fcber hundert Jahre alte Vorstellung des m\u00e4nnlichen Lebenslaufs kollektiv verinnerlicht und k\u00f6nnen uns gar nicht vorstellen, dass man das Leben ja auch anders nutzen k\u00f6nnte. <!--more-->Es ist ein Kernproblem der gegenw\u00e4rtigen Politik, dass man sich da nicht wirklich herantraut. \u2026<\/p>\n<p><strong>Aber glauben Sie denn wirklich, dass gesetzliche Ma\u00dfnahmen, inklusive arbeitsrechtliche Regulierungen, ein offenkundig jahrhundertealtes, tradiertes, kulturelles Familienbild ver\u00e4ndern k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Das kann nicht allein durch die Politik geschehen. Es ist v\u00f6llig klar, dass auch die Gesellschaftswissenschaften versuchen m\u00fcssen, neue Modelle zu konstruieren. Wir m\u00fcssen uns zum Beispiel die Frage stellen, wie ein unterbrochener Lebenslauf auch finanziell gestaltet werden kann. Das betrifft auch die Renten. In Holland zum Beispiel bezieht man nicht die Rente am Lebensende, sondern zwischendurch, wenn man sich fortbildet oder sich um Kinder k\u00fcmmern will. \u2026\u2018<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/\/berliner-republik\/hans-bertram-interview-kinder-karriere-keine-zeit-fuer-kinderglueck\/47606 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Interview mit dem Magazin Cicero kritisiert der Familienforscher Hans Bertram was Politik aus den Vorschl\u00e4gen des siebten Familienberichts gemacht hat: \u201a\u2026 Sie haben am siebten Familienbericht der Bundesregierung mitgearbeitet. Jetzt ist der achte Bericht erschienen. Hatten Ihre Vorschl\u00e4ge und die der anderen Familienforscher irgendwelche Folgen? Ja. 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