{"id":5453,"date":"2011-11-05T12:02:21","date_gmt":"2011-11-05T11:02:21","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=5453"},"modified":"2013-08-05T14:36:51","modified_gmt":"2013-08-05T14:36:51","slug":"vater-mussen-arbeitszeiten-mitbestimmen-konnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/11\/05\/vater-mussen-arbeitszeiten-mitbestimmen-konnen\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter m\u00fcssen Arbeitszeiten mitbestimmen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>\u201aZeit f\u00fcr Familie\u2019 lautet der Titel des achten Familienberichts, der Ende Oktober vorgelegt wurde. Ein Ergebnis: Eltern w\u00fcnschen sich mehr Zeit mit ihren Kindern &#8211; st\u00e4rker als mehr Geld oder eine bessere Kinderbetreuung. Professor <a href=\"http:\/\/www.sowi.hu-berlin.de\/lehrbereiche\/mikrosoziologie\/profbertram\" target=\"_blank\">Hans Bertram<\/a>, Leiter des Lehrstuhls f\u00fcr Mikrosoziologie an der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin und Vater von drei erwachsenen S\u00f6hnen, spricht im Interview mit der der Berliner Morgenpost dar\u00fcber, wie diese Zeit aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>\u201a\u2026 Berliner Morgenpost:<\/strong> Apropos Rollenmodell: Was halten denn Kinder davon, dass Papa sich im Haushalt beteiligt und Mama arbeiten geht?<\/p>\n<p><strong>Professor Hans Bertram:<\/strong> Da sind die Kinder weiter als wir Erwachsene. Den Kindern ist es egal, wer welche Aufgaben verrichtet. In den 60er-Jahren haben M\u00e4nner \u00fcbrigens etwa eine Stunde pro Woche im Haushalt geholfen. Heute arbeiten sie 16 bis 17 Stunden im Haushalt. Das ist zwar noch deutlich weniger als bei den Frauen mit 32 bis 35 Stunden pro Woche, aber immerhin etwas. Und wenn die Mutter beides managt &#8211; Haushalt und Job &#8211; macht es Kinder stolz. Sie sehen und sch\u00e4tzen auch die \u00f6konomische Sicherheit, die sich daraus ergibt. Die typisch deutsche Debatte \u00fcber das schlechte Gewissen wegen des Arbeitens kann man sich sparen &#8211; so lange genug aktive Eltern-Kind-Zeit \u00fcbrig bleibt.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Hat sich denn der Spagat zwischen Job und Familienleben nicht versch\u00e4rft?<\/p>\n<p><strong>Professor Hans Bertram:<\/strong> Mit Sicherheit. Das liegt an den flexiblen Arbeitszeiten. Sie haben sich richtiggehend in die Familienzeit &#8222;reingefressen&#8220;. Wer noch um 20 Uhr als Verk\u00e4uferin arbeitet, kann eben nicht mit der Familie gemeinsam am Abendbrottisch sitzen. Die Liberalisierung will ja keiner mehr missen, aber man muss sich bewusst werden, dass dies zu einem Managementproblem in den Familien f\u00fchrt. Noch liegt die Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t beim Arbeitgeber. Das muss sich \u00e4ndern. M\u00fctter und V\u00e4ter m\u00fcssen \u00fcber die Arbeitszeit und die Arbeitsorganisation mitbestimmen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Wie kann das aussehen?<\/p>\n<p><strong>Professor Hans Bertram:<\/strong> Es gibt viele gute Ideen. Eine gro\u00dfe US-Softwarefirma bietet zum Beispiel an, dass die Kinder die Sporteinrichtungen und die Mensa auf dem Unternehmensgel\u00e4nde mitbenutzen. Das ist praktisch f\u00fcr die Eltern und f\u00fcr die Kinder. Beim Hessischen Rundfunk betreuen pensionierte Redakteure Kinder von Mitarbeitern. Die Betriebe m\u00fcssen Ideen entwickeln und umsetzen &#8211; so, wie sie f\u00fcr die individuellen Bed\u00fcrfnisse passen.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Aber wird denn etwas passieren, so lange es politisch keinen Druck gibt?<\/p>\n<p><strong>Professor Hans Bertram:<\/strong> Nat\u00fcrlich sollte auch die Politik etwas tun. Das Kernproblem ist doch, dass die Arbeitswelt am m\u00e4nnlichen Lebensverlaufsmodell orientiert ist. Und da kommt das Kinderkriegen und -versorgen nicht vor. So lange sich das nicht \u00e4ndert, gibt es auch keine L\u00f6sung f\u00fcr eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Was schlagen Sie konkret vor?<!--more--><\/p>\n<p><strong>Professor Hans Bertram:<\/strong> Man k\u00f6nnte zum Beispiel den Rechtsanspruch auf Teilzeit ausweiten auf einen Rechtsanspruch auf Organisation der Arbeitszeit. Oder Lebensarbeitszeitkonten einf\u00fchren. Auf diese Weise k\u00f6nnten sich Arbeitnehmer f\u00fcr eine bestimmte, l\u00e4ngere Zeit freistellen lassen &#8211; etwa f\u00fcr die Erziehung der Kinder oder die Pflege von Angeh\u00f6rigen. Die Kontinuit\u00e4t des Arbeitens wird hierzulande v\u00f6llig \u00fcberbewertet. Wer drei Jahre ausgesetzt hat, kann doch problemlos wiederkommen und trotzdem gut sein. Und auch die Anwesenheitspflicht ist wom\u00f6glich nichts anderes als ein fehlerhaftes kulturelles Muster. \u2026\u2019<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/familie\/article1815827\/Eltern-muessen-Arbeitszeit-mitbestimmen.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201aZeit f\u00fcr Familie\u2019 lautet der Titel des achten Familienberichts, der Ende Oktober vorgelegt wurde. Ein Ergebnis: Eltern w\u00fcnschen sich mehr Zeit mit ihren Kindern &#8211; st\u00e4rker als mehr Geld oder eine bessere Kinderbetreuung. 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