{"id":5234,"date":"2011-09-03T19:28:52","date_gmt":"2011-09-03T18:28:52","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=5234"},"modified":"2011-09-04T09:30:20","modified_gmt":"2011-09-04T08:30:20","slug":"wenn-manner-etwas-fordern-heist-es-gleich-die-jammern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/09\/03\/wenn-manner-etwas-fordern-heist-es-gleich-die-jammern\/","title":{"rendered":"Wenn M\u00e4nner etwas fordern, hei\u00dft es gleich die jammern"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/files.newsnetz.ch\/story\/2\/9\/7\/29777553\/4\/topelement.jpg \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/files.newsnetz.ch\/story\/2\/9\/7\/29777553\/4\/topelement.jpg \" alt=\"\" width=\"230\" height=\"154\" \/><\/a>Wollen V\u00e4ter wirklich weniger arbeiten und ihre Kinder wickeln, oder sind das bloss Lippenbekenntnisse? Im Gespr\u00e4ch mit Stefan van Bergen verteidigt Markus Theunert, Pr\u00e4sident des Schweizer Dachverbands <a href=\"http:\/\/www.maenner.ch\/\" target=\"_blank\">M\u00e4nner.ch<\/a>, den guten Willen und die neue Sensibilit\u00e4t von M\u00e4nnern.<\/p>\n<p><strong>\u201a\u2026 Warum sollten die Parteien Wunschtr\u00e4ume und Lippenbekenntnisse bewirtschaften?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Kritik greift zu kurz. Nat\u00fcrlich machen einige V\u00e4ter bloss Lippenbekenntnisse. Aber auch sie leisten als Hauptern\u00e4hrer viel f\u00fcr die Familie. Sie unterliegen zudem einem sozialen Druck. M\u00e4nnliche Identit\u00e4t basiert zentral auf Leistung. Wenn einer seine Leistung zu 100 Prozent im Job zu erbringen glaubt, dann ist es f\u00fcr sein Selbstbild riskant, sein Pensum zu reduzieren. M\u00e4nner haben Angst vor den schr\u00e4gen Blicken der Kollegen und f\u00fcrchten, eine Reduktion der Arbeitszeit werde ihnen als mangelndes Engagement ausgelegt.<\/p>\n<p><strong>Das muss ein Mann halt in Kauf nehmen, wenn er wirklich weniger arbeiten will.<\/strong><\/p>\n<p>Schon. Aber es gibt ganz reale Hindernisse, wie die begr\u00fcndete Sorge, dass die Karriere dann nicht mehr vorangeht. Es gibt auch eine Verantwortung des Staats bei der Erm\u00f6glichung einer neuen Vaterrolle. Etwa indem er eine V\u00e4terzeit einf\u00fchrt, die es in der Schweiz im Unterschied zur EU nicht gibt. Studien belegen, dass die Pr\u00e4senz in den ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes f\u00fcr die V\u00e4ter einen positiven Effekt hat, bis die Kinder erwachsen sind.<\/p>\n<p><strong>V\u00e4ter k\u00f6nnten unbezahlten Urlaub nehmen, aber nur wenige tun das. Braucht es da wirklich eine staatliche Aufforderung?<\/strong><\/p>\n<p>Es braucht eine neue Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Das Modell eines privat finanzierten, steuerbefreiten Vaterschaftsurlaubs, das wir im Mai in einer \u00fcberparteilichen Gruppe lancierten, w\u00fcrde ein starkes Signal f\u00fcr ein neues Vatersein im Alltag setzen. \u00dcbrigens: Wenn M\u00e4nner etwas fordern und ein Anliegen formulieren, heisst es reflexartig: O je, die armen M\u00e4nner jammern.<\/p>\n<p><strong>Gesteht man Frauen eher zu, sich \u00fcber Nachteile zu beklagen?<!--more--><\/strong><\/p>\n<p>M\u00e4nner sollen alles im Griff haben, das ist die nach wie vor g\u00fcltige Norm. Wir von M\u00e4nner.ch sagen aber: Wir M\u00e4nner von heute haben nicht alles im Griff, wir schaffen es nicht, den ganzen Kanon von Anforderungen zu erf\u00fcllen, wir haben Anliegen. Offenbar ist das f\u00fcr jene, die die alte M\u00e4nnlichkeitsnorm verteidigen, eine Provokation.<\/p>\n<p><strong>Weil fehlende Gleichberechtigung wenn schon als Problem der Frauen und nicht der privilegierten M\u00e4nner gilt?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt sonderbare Kurzschl\u00fcsse. Man sagt etwa: Jetzt kommen die M\u00e4nner mit Anliegen, wo doch die Frauen immer noch weniger verdienen als die M\u00e4nner. Es ist aber nicht so, dass das eine Geschlecht von einer Sache profitiert und das andere Geschlecht darunter leidet. In der Realit\u00e4t leiden beide unter ihrem Rollenkorsett. Ja, die Frauen m\u00fcssen sich bei Lohngespr\u00e4chen durchsetzen lernen. Und ja, M\u00e4nner m\u00fcssen zu ihren Ressourcen mehr Sorge tragen.<\/p>\n<p><strong>Scheuen Frauen vor Frauenfragen weniger zur\u00fcck als M\u00e4nner vor M\u00e4nnerfragen?<\/strong><\/p>\n<p>Die ganze Gesellschaft und die Politik scheuen M\u00e4nnerfragen. Die hohen Kosten, die der traditionelle M\u00e4nnlichkeitstyp verursacht, werden versteckt. Raserunf\u00e4lle werden unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit und nicht der M\u00e4nnlichkeit diskutiert. Stress unter dem Aspekt Gesundheit. Dass 85 Prozent aller Gefangenen M\u00e4nner sind, ist in der Debatte \u00fcber den Strafvollzug ein Randthema. Die Schweiz leistet sich den Luxus, solche Probleme nicht unter der M\u00e4nnerperspektive zu betrachten. \u2026\u2019<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernerzeitung.ch\/schweiz\/standard\/Wenn-Maenner-etwas-fordern-heisst-es-gleich-Die-jammern-\/story\/29777553 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wollen V\u00e4ter wirklich weniger arbeiten und ihre Kinder wickeln, oder sind das bloss Lippenbekenntnisse? Im Gespr\u00e4ch mit Stefan van Bergen verteidigt Markus Theunert, Pr\u00e4sident des Schweizer Dachverbands M\u00e4nner.ch, den guten Willen und die neue Sensibilit\u00e4t von M\u00e4nnern. \u201a\u2026 Warum sollten die Parteien Wunschtr\u00e4ume und Lippenbekenntnisse bewirtschaften? Diese Kritik greift zu kurz. Nat\u00fcrlich machen einige V\u00e4ter [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[39,37,33,6,71],"tags":[91],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5234"}],"collection":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5234"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5237,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5234\/revisions\/5237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}