{"id":5013,"date":"2011-07-05T00:33:14","date_gmt":"2011-07-04T23:33:14","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=5013"},"modified":"2011-07-04T20:38:59","modified_gmt":"2011-07-04T19:38:59","slug":"gefragt-ist-eine-echte-chancengleichheitspolitik-die-auch-von-mannern-mitgestaltet-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/07\/05\/gefragt-ist-eine-echte-chancengleichheitspolitik-die-auch-von-mannern-mitgestaltet-wird\/","title":{"rendered":"Gefragt ist eine Chancengleichheitspolitik, die auch von M\u00e4nnern mitgestaltet wird"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.maenner.ch\/sites\/default\/files\/a_borter.jpeg?1295360147 \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.maenner.ch\/sites\/default\/files\/a_borter.jpeg?1295360147 \" alt=\"\" width=\"151\" height=\"118\" \/><\/a>Was bewegt M\u00e4nner heute in Bezug auf die Gleichstellung? Wo liegen f\u00fcr Sie die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen in der Schweizer Gleichstellungspolitik? Diese und andere Fragen beantwortet <a href=\"http:\/\/www.vaeternetz.ch\/index.php?id=32\" target=\"_blank\">Andreas Borter<\/a> von <a href=\"http:\/\/www.maenner.ch\/\" target=\"_blank\">m\u00e4nner.ch<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Wie s\u00e4he f\u00fcr Sie die ideale Gesellschaft der Zukunft aus?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich beinhaltet eine ideale Gesellschaft der Zukunft mehr freie Wahl in Bezug auf den Lebensentwurf. Wir m\u00fcssen wegkommen von der bipolaren Rollenverteilung. Dabei ist es mir auch wichtig, dass M\u00e4nner zu Akteuren der Gleichstellung werden und ihre Lebensentw\u00fcrfe selber mitbestimmen und erweitern k\u00f6nnen. Heute ist in den m\u00e4nnlichen Lebensentw\u00fcrfen immer noch vieles vorgegeben, z. B. das dominante Bild des Mannes als Ern\u00e4hrer der Familie. Selbst Frauen, die gut verdienen, erwarten in wirtschaftlichen Krisen auch heute noch die materielle Absicherung durch ihren Mann.<\/p>\n<p><strong>Was besch\u00e4ftigt M\u00e4nner heute am meisten?<\/strong><\/p>\n<p>Die Anforderungen und Erwartungen im Erwerbsleben stehen nach wie vor im Zentrum. Viele M\u00e4nner w\u00fcrden gerne weniger arbeiten. Aber sie tun es nicht, weil sie materielle Einbussen bef\u00fcrchten. Die bisherigen Diskurse und Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der \u00abWork-Life-Balance\u00bb greifen oft zu kurz. Es fehlt die Diskussion der Werthaltungen dahinter: welche Werte vertritt ein Unternehmen in Bezug auf die Leistungserbringung von Frauen und M\u00e4nnern? Leitet es aus den Werten insbesondere Sonderma\u00dfnahmen f\u00fcr Frauen mit Betreuungsverpflichtungen ab? Oder sind die Werte Bestandteil der Unternehmenskultur, die von allen \u2013 Frauen wie M\u00e4nnern \u2013 gelebt werden? Das Denken m\u00fcsste sich umkehren und ein Unternehmen, das nicht auch f\u00fcr M\u00e4nner flexiblere L\u00f6sungen bereith\u00e4lt, sollte sich explizit daf\u00fcr rechtfertigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das m\u00e4nnliche Ern\u00e4hrermodell h\u00e4lt sich aber auch deshalb in der Schweiz so hartn\u00e4ckig, weil es so viele schlecht bezahlte \u00abM\u00fctterjobs\u00bb gibt. Der Verdienst der Partnerin ist vielfach das \u00abExtra\u00bb aus der Sicht der M\u00e4nner. Der materielle Anteil der M\u00e4nner am Familienbudget m\u00fcsste aber massiv zur\u00fcckgehen, um wirklich Gleichstellung zu erreichen. Wir brauchen neue Kulturen, neue Strukturen und eine Diskussion dar\u00fcber, welche Arbeit wie viel wert ist. M\u00e4nner m\u00fcssen dabei lernen, f\u00fcr den von ihnen gew\u00fcnschten Wertewandel auch selber klarer und mutiger einzustehen.<\/p>\n<p><strong>Aktuell laufen Gespr\u00e4che zur Neuregelung von Sorgerecht und Unterhalt. Wof\u00fcr k\u00e4mpfen Sie dabei?<\/strong><\/p>\n<p>Wir setzen uns bei diesem Thema f\u00fcr eine geschlechterdialogische Regelung ein. In der aktuellen Praxis muss sich etwas \u00e4ndern, damit Kinder auch nach einer Scheidung zu ihrem Recht kommen, den Kontakt zu beiden Elternteilen zu halten. H\u00e4ufig greifen bei Scheidungen wieder die alten Modelle: Mann zahlt, Frau sorgt f\u00fcr die Kinder. Wichtig ist aber, dass im Trennungsfall alle Zust\u00e4ndigkeiten \u00fcberpr\u00fcft und neu geregelt werden. Es ist dabei von einer gemeinsamen Sorge der Eltern \u2013 sowohl finanziell wie auch f\u00fcrsorglich \u2013 auszugehen. Folglich stellt sich die Frage, was das Potenzial der Mutter ist, um zum finanziellen Unterhalt beizutragen und was das Potenzial des Vaters ist, F\u00fcrsorgepflichten zu \u00fcbernehmen. \u2026<!--more--><\/p>\n<p><strong>Die Berufs- und Studienwahl junger Menschen ist immer noch sehr stark nach Geschlecht segregiert. Welchen Beitrag k\u00f6nnen Ihrer Meinung nach die V\u00e4ter zu diesem Thema leisten?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist eine spannende Frage. Meinem Wissen nach fehlen hier fundierte Studien. Sicher m\u00fcssen sich M\u00e4nner \u00fcberlegen, welchen Wert der Beruf der Tochter oder des Sohnes hat. H\u00e4ufig wird unreflektiert das Ern\u00e4hrerbild an die S\u00f6hne weitergegeben, an die T\u00f6chter daf\u00fcr h\u00e4ufig der Wert der \u00abWork-Life-Balance\u00bb. Ein erster Schritt jedes Vaters w\u00e4re sicher die Selbstreflexion, welche Erwartungen er in Bezug auf die Berufs- und Studienwahl gegen\u00fcber seinen Kindern hat.<\/p>\n<p><strong>Wo sehen Sie pers\u00f6nlich die gr\u00f6ssten Herausforderungen und Handlungsfelder f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Gleichstellungspolitik in der Schweiz?<\/strong><\/p>\n<p>Die Gleichstellungspolitik kann nicht im bisherigen Sinne weitergef\u00fchrt werden. Sie kommt zunehmend unter einen Legitimierungsdruck. Die Verengung auf Frauenf\u00f6rderungsmassnahmen greift zu kurz und entspricht nicht mehr den gesellschaftlichen Realit\u00e4ten. Gefragt ist eine echte Chancengleichheitspolitik, welche auch von M\u00e4nnern mitgestaltet und mitgetragen wird. Es wird dabei weiterhin gezielte Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der tats\u00e4chlichen Gleichstellung brauchen \u2013 dies aber sowohl f\u00fcr Frauen als auch f\u00fcr M\u00e4nner. Von den M\u00e4nnern erwarten wir eine Unterst\u00fctzung der Gleichstellungspolitik der Frauen, beispielsweise wenn es um L\u00f6hne geht. Im Gegenzug erwarten wir, dass Frauen beim Thema \u00abFamilie\u00bb oder \u00abMilit\u00e4r\u00bb die Anliegen der M\u00e4nner in der Gleichstellungspolitik unterst\u00fctzen. \u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nfp60.ch\/D\/wissenstransfer-und-kommunikation\/newsarchiv\/Seiten\/default.aspx?NEWSID=1446&amp;WEBID=705D0BF9-BC95-43E6-BF65-F8B316A4D74E \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bewegt M\u00e4nner heute in Bezug auf die Gleichstellung? Wo liegen f\u00fcr Sie die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen in der Schweizer Gleichstellungspolitik? Diese und andere Fragen beantwortet Andreas Borter von m\u00e4nner.ch. Wie s\u00e4he f\u00fcr Sie die ideale Gesellschaft der Zukunft aus? F\u00fcr mich beinhaltet eine ideale Gesellschaft der Zukunft mehr freie Wahl in Bezug auf den Lebensentwurf. 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