{"id":4960,"date":"2011-06-22T16:50:13","date_gmt":"2011-06-22T15:50:13","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=4960"},"modified":"2011-06-22T17:52:19","modified_gmt":"2011-06-22T16:52:19","slug":"ideologischer-feminismus-und-antifeminismus-sind-zwei-seiten-einer-munze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/06\/22\/ideologischer-feminismus-und-antifeminismus-sind-zwei-seiten-einer-munze\/","title":{"rendered":"Ideologischer Feminismus und Antifeminismus sind zwei Seiten einer M\u00fcnze"},"content":{"rendered":"<p>Am kommenden Samstag wird im Gro\u00dfraum Z\u00fcrich das \u00ab2. Internationale Antifeminismus-Treffen\u00bb stattfinden. Zu den Vortragenden geh\u00f6rt unter anderem die von der <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/schweiz\/die_zu_maennerlastige_gleichstellungsbeauftragte_1.10994936.html \" target=\"_blank\">NZZ<\/a> als \u201aFeministin\u2019 und \u201azu m\u00e4nnerlastig\u2019 bezeichnete ehemalige Gleichstellungsbeauftragte von Goslar, Monika Ebeling und Markus Theunert, Pr\u00e4sident des Dachverbands der Schweizer M\u00e4nner- und V\u00e4terverb\u00e4nde <a href=\"http:\/\/www.maenner.ch\" target=\"_blank\">m\u00e4nner.ch<\/a>. Letzterer erkl\u00e4rte am vergangenen Sonntag, ebenfalls in der Neuen Z\u00fcricher Zeitung, warum er auf dem Kongress einen Vortrag halten wird.<\/p>\n<p>Ihm geht es um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Antifeministen. Der mediale Umgang mit ihnen erinnert ihn an jenen mit dem St\u00f6renfried in der Schule: Immer daf\u00fcr gut, sich am eigenen Emp\u00f6rtsein zu erregen \u2013 aber nie gut genug, um ihm ernsthaft zuzuh\u00f6ren. Theunert steht f\u00fcr eine eigenst\u00e4ndige M\u00e4nner-Politik und sieht sich nicht als Antifeminist. In seinem Beitrag sch\u00e4tzt er den Antifeminismus folgenderma\u00dfen ein:<\/p>\n<p>\u201aDer Antifeminismus ist eine Ideologie mit totalit\u00e4ren Z\u00fcgen, die eine eindimensionale S\u00fcndenbock-Politik betreibt, indem sie eine andere Weltanschauung mit Ideologie-Potenzial, den Feminismus, f\u00fcr so ziemlich alles erdenkliche \u00dcbel dieser Welt verantwortlich macht und dabei Menschen wie Institutionen systematisch diffamiert.<\/p>\n<p>Aber: Gerade weil ich die Ideologie des Antifeminismus ablehne, nehme ich die Antifeministen in ihrer Wut und ihrer Verzweiflung ernst. Genau deshalb werde ich auch am Antifeminismus-Kongress ein Referat halten und mich der vermutlich wenig freundlichen Auseinandersetzung stellen. Denn das doppelz\u00fcngige Spiel mit dem linkischen St\u00f6renfried treibt diese M\u00e4nner weiter in die Radikalisierung, \u2026<\/p>\n<p>Zentral ist folgende Feststellung: Die Wut dieser M\u00e4nner ist echt. Es gibt in der Schweiz eine gro\u00dfe und offenbar rasch wachsende Zahl von M\u00e4nnern, die sich als Emanzipations-Verlierer erleben. Da sind die Scheidungs-Verlierer, welche mit einem nicht einklagbaren Besuchsrecht abgespeist werden und sich als Zahlv\u00e4ter am Rand des Existenzminimums wiederfinden. \u2026<\/p>\n<p>Diese M\u00e4nner erleben sich als benachteiligt. Ihre Wahrnehmung ist insofern korrekt, als ihre Lebensgestaltungs-Chancen tats\u00e4chlich bescheiden geworden sind. Der zentrale Mythos des ideologischen Feminismus (der von einem emanzipatorischen Feminismus abzugrenzen ist), wonach die Frau a priori die Benachteiligte und der Mann a priori der Profiteur sei, kann bei ihnen nur blanke Wut ausl\u00f6sen.<!--more--><\/p>\n<p>Ideologischer Feminismus und Antifeminismus leben eine verh\u00e4ngnisvolle Liaison. Beide verbindet der Zwang zum Vergleich. Sie sind die beiden Seiten der gleichen M\u00fcnze: These und Antithese eines Benachteiligungs-Diskurses, der unterstellt, dass es dem einen Geschlecht auf Kosten des anderen besser gehe \u2013 und damit in die Sackgasse f\u00fchrt. Wie will man ermessen, ob es \u00abbesser\u00bb ist, 8 Prozent weniger Lohn zu verdienen oder 5 Jahre fr\u00fcher zu sterben? Diese Debatte ist eine Einbahnstrasse in die Polarisierung. Nat\u00fcrlich sind Frauen auch Benachteiligte. Nat\u00fcrlich sind M\u00e4nner auch Benachteiligte. Beides gilt es anzuerkennen, um von da einen Schritt in Richtung Synthese gehen zu k\u00f6nnen. \u2026<\/p>\n<p>Dass es h\u00f6chste Zeit ist f\u00fcr diese Neuorientierung, ist das, was wir aus der ganzen Aufregung um die Antifeministen lernen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr verdienen sie unsere Aufmerksamkeit.\u2019<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/startseite\/im_geschlechterkampf_fuehren_ideologien_in_die_sackgasse_1.10970297.html\" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am kommenden Samstag wird im Gro\u00dfraum Z\u00fcrich das \u00ab2. Internationale Antifeminismus-Treffen\u00bb stattfinden. Zu den Vortragenden geh\u00f6rt unter anderem die von der NZZ als \u201aFeministin\u2019 und \u201azu m\u00e4nnerlastig\u2019 bezeichnete ehemalige Gleichstellungsbeauftragte von Goslar, Monika Ebeling und Markus Theunert, Pr\u00e4sident des Dachverbands der Schweizer M\u00e4nner- und V\u00e4terverb\u00e4nde m\u00e4nner.ch. 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