{"id":4598,"date":"2011-03-25T10:39:26","date_gmt":"2011-03-25T09:39:26","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=4598"},"modified":"2013-08-05T15:00:44","modified_gmt":"2013-08-05T15:00:44","slug":"freiheit-gleichheit-vaterlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/03\/25\/freiheit-gleichheit-vaterlichkeit\/","title":{"rendered":"Freiheit, Gleichheit, V\u00e4terlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich erw\u00e4gt, junge V\u00e4ter nach der Geburt eines Kindes verpflichtend in Urlaub zu schicken. Die Babypause sei eine Karrierebremse &#8211; und die muss gerecht verteilt werden. \u2026 Diesen Vorschlag macht <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Laurence_Parisot\" target=\"_blank\">Laurence Parisot<\/a>, Pr\u00e4sidentin des m\u00e4chtigen franz\u00f6sischen Unternehmerverbandes <a href=\"http:\/\/www.medef.com\/\" target=\"_blank\">Medef<\/a>. Sie schl\u00e4gt vor, nach der Geburt eines Kindes den Vater obligatorisch in Urlaub zu schicken. &#8222;Es ist traurig, aber wir kommen in Sachen Gleichberechtigung der Geschlechter nicht mehr voran&#8220;, sagt die 51 Jahre alte Unternehmerin. \u2026<\/p>\n<p>Ihr Vorsto\u00df trifft auf viel Zustimmung. &#8222;Wir m\u00fcssen gewisse Stereotypen aufbrechen&#8220;, fordert Roselyne Bachelot, die Ministerin f\u00fcr sozialen Zusammenhalt. &#8222;Auch M\u00e4nner sind dazu f\u00e4hig, sich um ihre Kinder zu k\u00fcmmern.&#8220; Ihr Kollege Xavier Bertrand, der Arbeitsminister, ist ebenfalls f\u00fcr Vaterferien; auch Gewerkschafter und Soziologen sind angetan von der\u00a0Idee.<\/p>\n<p>Argumentiert wird, die bisherige Rollenverteilung bei der Babybetreuung benachteilige Frauen in den Firmen massiv. Weil Arbeitgeber damit rechneten, dass Frauen mehrmals wegen einer Geburt f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit ausfielen, bevorzugten sie M\u00e4nner bei Einstellungen und Bef\u00f6rderungen. Tats\u00e4chlich dominieren bei leitenden Jobs in franz\u00f6sischen Betrieben noch immer die M\u00e4nner. Zeitarbeitsstellen und Jobs f\u00fcr Unqualifizierte werden dagegen meist von Frauen besetzt. Im Schnitt verdienen Franz\u00f6sinnen 27 Prozent weniger als die\u00a0M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Der Babyurlaub sei eine Karrierebremse, argumentiert die Arbeitssoziologin Sabine Erb\u00e8s-Seguin. &#8222;Es ist zu begr\u00fc\u00dfen, wenn dieses Handicap gerecht verteilt wird, und sei es unter Zwang.&#8220; <!--more-->Bislang steht den Frauen in Frankreich ein vollbezahlter Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen zu. Die H\u00e4lfte davon ist obligatorisch. M\u00e4nner m\u00fcssen nicht in Vaterschaftsurlaub gehen. Falls sie es wollen, stehen ihnen bei Geburt eines Kindes insgesamt 14 Tage Ferien zu. Den Lohnausfall \u00fcbernimmt die Sozialversicherung, bei Besserverdienenden allerdings nur teilweise. So lassen sich lediglich 60 Prozent der M\u00e4nner auf den Vaterschaftsurlaub ein. Viele f\u00fcrchten, eine Babypause werde von ihren Chefs nicht\u00a0gerngesehen.<\/p>\n<p>Ein Zwangsurlaub f\u00fcr V\u00e4ter werde die franz\u00f6sische Gesellschaft genauso tief ver\u00e4ndern wie einst die Einf\u00fchrung des Wahlrechts ab 18 Jahren, prophezeit die Bossin der Bosse, Laurence Parisot. Nun wird \u00fcber Dauer und Bezahlung diskutiert. Die Gewerkschaft CFDT schl\u00e4gt zwei Monate vor, bei achtzigprozentiger Gehaltsfortzahlung. Sie propagiert auch einen neuen Dreiklang, auf den Frankreich k\u00fcnftig h\u00f6ren soll: &#8222;\u00c9galit\u00e9, Paternit\u00e9,\u00a0Libert\u00e9!&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/frankreich-zwangsurlaub-fuer-vaeter-freiheit-gleichheit-vaeterlichkeit-1.1076915 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich erw\u00e4gt, junge V\u00e4ter nach der Geburt eines Kindes verpflichtend in Urlaub zu schicken. 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