{"id":4394,"date":"2011-02-07T18:58:11","date_gmt":"2011-02-07T17:58:11","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=4394"},"modified":"2011-02-07T19:05:02","modified_gmt":"2011-02-07T18:05:02","slug":"theorie-und-praxis-des-kindeswohls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/02\/07\/theorie-und-praxis-des-kindeswohls\/","title":{"rendered":"Theorie und Praxis des Kindeswohls"},"content":{"rendered":"<p>\u201aEin Kind hat das Recht auf beide Eltern. Dieser Satz stand im Kern einer Politik, die in den neunziger Jahren begann, die V\u00e4ter ins Recht zu setzen \u2013 auf Druck der Gerichte, gegen schwindenden feministischen Widerstand.\u2019<\/p>\n<p>Das eine der seltenen Stellen in dem Beitrag \u201a<a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1105-das-schweigen-der-m-tter \" target=\"_blank\">Das Schweigen der M\u00fctter<\/a>\u2019 von <a href=\"http:\/\/www.wuv.de\/leute\/personalmeldungen\/ulrike_winkelmann_neue_politik_chefin_beim_freitag\" target=\"_blank\">Ulrike Winkelmann<\/a>, in dem Kinder als eigenst\u00e4ndige Subjekte in der Frage des Sorgerechts eine Rolle spielen. Abgesehen davon, dass es nicht irgendein Satz ist, sondern ein im Grundgesetz formuliertes Grundrecht, geht es bei der Neuregelung des Sorgerechts nichtehelicher V\u00e4ter um mehr als das \u201aRecht der Kinder auf den m\u00e4nnlichen K\u00fcmmerer, das Recht der V\u00e4ter auf die Freude am Kind\u2019.<\/p>\n<p>Es geht auch darum, welche Rollenmuster und welche famili\u00e4re Aufgabenteilung in dieser Gesellschaft ver\u00e4ndert, und welche zementiert werden sollen. Das wird auch in dem Beitrag von Winkelmann deutlich, und die Wirklichkeit beschreibt sie ungeschminkt ehrlich. Es geht nicht um das Wohl des Kindes, sondern um das Faustpfand in der Hand der Mutter, das sie gegen den Vater braucht, um ihn in Schach zu halten und Anspr\u00fcche abzuwehren. Denn ansonsten k\u00f6nne er sie ja erpressen, ein Schelm, der sich das auch anders herum vorstellen kann.<\/p>\n<p>\u201aEin gemeinsames Sorgerecht, das nur mit Widerwillen der Mutter erwirkt wurde, k\u00f6nnte sich f\u00fcr sie nicht nur als Bremsklotz, sondern als Machthebel eines Vaters herausstellen, der Frau den Rest ihrer Autonomie zu nehmen.<\/p>\n<p>Denn sie wird erpressbar: <!--more-->Unterschrift zur Beantragung eines Reisepasses? Nur wenn sie den Urlaub des Kindes selbst bezahlt. Will sie f\u00fcr einen Job in ein anderes Bundesland umziehen, k\u00f6nnte er das zu verhindern suchen \u2013 zum Beispiel mit der Drohung, den Unterhalt zu k\u00fcrzen. Eine Zukunft im Ausland w\u00e4re ihr komplett untersagt. Schulwahl \u2013 er hat ein Veto. Die Vorstellung vieler Juristen, es lasse sich jeder Streitfall \u2013 Schul- oder Alternativmedizin? Konfirmation oder nicht? \u2013 von Gerichten oder Jugend\u00e4mtern regeln, hat wenig mit dem Alltag zu tun, in dem Eltern versuchen, ihren Kindern Verl\u00e4sslichkeit und Zuversicht vorzuleben. Ein Dauerkampf aber um jeden gr\u00f6\u00dferen Schritt im Leben kann sich nicht zum Wohl des Kindes auswirken. So zu tun, als profitiere das Kind in jedem Fall vom gemeinsamen Sorgerecht, als drohten nicht ganz neue K\u00fcmmernisse und Belastungen, ist lebensfremd.<\/p>\n<p>Der Aussage aus dem Gutachten des Bundesjustizministeriums zum gemeinsamen Sorgerecht, dass es auf eine funktionierende elterliche Kooperation ankommt, stimme ich selbstverst\u00e4ndlich zu. Die kommt, und auch das steht im Gutachten aber eher bei einem gemeinsamen Sorgerecht zustande.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1105-das-schweigen-der-m-tter \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201aEin Kind hat das Recht auf beide Eltern. 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