{"id":4336,"date":"2011-01-25T16:53:48","date_gmt":"2011-01-25T15:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=4336"},"modified":"2011-01-26T15:28:32","modified_gmt":"2011-01-26T14:28:32","slug":"gleichstellung-von-frauen-und-mannern-im-lebensverlauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2011\/01\/25\/gleichstellung-von-frauen-und-mannern-im-lebensverlauf\/","title":{"rendered":"Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern im Lebensverlauf"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 lautet der Titel des <a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/Images\/Sachverstaendigengutachten_1._Gleichstellungsbericht_Bundesregierung_tcm7-78851.pdf\" target=\"_blank\">Gutachtens<\/a> der 2008 eingesetzten <a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/ueber-fraunhofer\/geschaeftsstelle-gleichstellungsbericht\/index.jsp\" target=\"_blank\">Sachverst\u00e4ndigenkommission<\/a> der heute im BMFSFJ \u00fcbergeben worden ist, nicht der Ministerin, nein dem parlamentarischen Staatssekret\u00e4r Kues. \u201aOrientierungslos und ohne Ziel&#8216; \u00fcberschreibt Katja Tichomirowa ihren Bericht in der <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\" target=\"_blank\">Frankfurter Rundschau<\/a> dazu.<\/p>\n<p>Ein wenig macht es den Eindruck, als sei dem Bundesfamilienministerium da ein Kuckucksei ins Nest gelegt worden. Die gestrige \u00dcbergabe des Gutachtens zum ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung lie\u00df die Empf\u00e4nger jedenfalls vergleichsweise kalt. Bundesfamilienministerin Kristina Schr\u00f6der (CDU) \u00fcberlie\u00df es ihrem Staatssekret\u00e4r, das Sachverst\u00e4ndigengutachten entgegenzunehmen.<\/p>\n<p>Was die Experten \u00fcber die unterschiedlichen Lebensl\u00e4ufe von M\u00e4nnern und Frauen in zwei Jahren Arbeit herausfanden und welche Handlungsoptionen sie der Politik vorzuschlagen haben, kommentierte der parlamentarische Staatssekret\u00e4r im Familienministerium, Hermann Kues, mit d\u00fcrren Worten. Der Aplomb, mit dem Schr\u00f6ders Vorg\u00e4ngerin Ursula von der Leyen das Gutachten 2008 in Auftrag gegeben hatte, ist offenbar vergessen. \u201eWir wollen eine Gleichstellungspolitik mit klaren Zielsetzungen\u201c, lautete von der Leyens Auftrag an die Sachverst\u00e4ndigenkommission, die sich im Juni 2008 konstituiert hatte. Die gew\u00fcnschten Handlungsempfehlungen liegen nun vor. Manche d\u00fcrfte der Regierungskoalition indes kaum schmecken.<\/p>\n<p>Das Fazit, zu dem das Gutachten der Kommission kommt, l\u00e4sst an Deutlichkeit kaum zu w\u00fcnschen \u00fcbrig: Zwar hat es in den vergangenen Jahren Fortschritte in der Gleichstellungspolitik gegeben, es mangelt ihr allerdings eben an jener klaren Zielsetzung, die von der Leyen offenbar schon 2008 vermisste. So stellt die Kommission fest, dass das fehlende Leitbild der Gleichstellungspolitik dazu f\u00fchre, dass sie gleichzeitig Anreize f\u00fcr ganz unterschiedliche Lebensmodelle gebe. Sie gew\u00e4hre Unterst\u00fctzung in einer Lebensphase, die in der n\u00e4chsten abbr\u00e4chen oder in eine andere Richtung f\u00fchrten, kritisiert das Gutachten. Eine Politik, die auf eine wirkliche Chancengleichheit abziele, m\u00fcsse Fehlanreize vermeiden.<\/p>\n<p>Das gilt nicht nur f\u00fcr die gut ausgebildeten Frauen zu, auf die Tichomirowa in ihren weiteren Ausf\u00fchrungen eingeht sondern in gleichem widerspr\u00fcchlichen Ausma\u00df auch f\u00fcr M\u00e4nner und V\u00e4ter.<!--more--><\/p>\n<p>Hei\u00dft es doch ganz zu Beginn in der <a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/Images\/Summary_Sachverstaendigengutachten_1._Gleichstellungsbericht_Bundesregierung_tcm7-78852.pdf\" target=\"_blank\">Zusammenfassung<\/a> der wichtigsten Ergebnisse der Analyse im Abschnitt \u201aRollenbilder und Recht\u2019: \u201aRecht pr\u00e4gt, st\u00fctzt, verst\u00e4rkt oder mildert Rollenbilder ab. Rollenerwartungen beeinflussen Entscheidungen von Frauen und M\u00e4nnern. Sie k\u00f6nnen rollenkonformes Verhalten unterst\u00fctzen und rollenabweichendes Verhalten erschweren. Pr\u00e4gen Rollenbilder die Handlungsoptionen f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner in unterschiedlicher Weise, so ist dies von gleichstellungspolitischem Rang.\u2019<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund erscheint die an V\u00e4ter berechtigterweise gerichtete Erwartung und von diesen \u00fcberwiegend gewollte \u00dcbernahme von mehr Verantwortung bei der Sorge f\u00fcr die Kinder und die momentan laufende Debatte des Rechts dazu in einem neuen Licht. Abgesehen von den Grundrechten des Kindes wird mit einer wie auch immer gearteten Antragsl\u00f6sung ein veraltetes Rollenbild zementiert und V\u00e4tern die \u00dcbernahme neuer Rollenmuster erschwert. Die Gutachter empfehlen dann auch bei der Neuordnung des Sorgerechts nichtehelicher V\u00e4ter unter Ber\u00fccksichtigung der unterschiedlichen Lebensformen die Potenziale f\u00fcr eine gemeinsame elterliche Sorge zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Auch die Ausf\u00fchrungen zu Elterngeld und Elternzeit verweisen auf realpolitische Widerspr\u00fcche. Die Partnermonate sind zu wenig, die M\u00f6glichkeit der Teilelternzeit fehlt und neben dem recht auf Reduzierung der Arbeitszeit in einer bestimmten Lebensphase braucht es auch das Recht auf eine R\u00fcckkehr auf die \u201avolle\u2019 Stundenzahl zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/-orientierungslos-und-ohne-ziel-\/-\/1472596\/6848376\/-\/index.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 lautet der Titel des Gutachtens der 2008 eingesetzten Sachverst\u00e4ndigenkommission der heute im BMFSFJ \u00fcbergeben worden ist, nicht der Ministerin, nein dem parlamentarischen Staatssekret\u00e4r Kues. \u201aOrientierungslos und ohne Ziel&#8216; \u00fcberschreibt Katja Tichomirowa ihren Bericht in der Frankfurter Rundschau dazu. 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