{"id":4025,"date":"2010-11-26T21:21:24","date_gmt":"2010-11-26T20:21:24","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=4025"},"modified":"2010-11-26T21:21:24","modified_gmt":"2010-11-26T20:21:24","slug":"mutter-vater-kinder-und-eine-ministerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/11\/26\/mutter-vater-kinder-und-eine-ministerin\/","title":{"rendered":"M\u00fctter, V\u00e4ter, Kinder und eine Ministerin"},"content":{"rendered":"<p>Bundesfamilienministerin Schr\u00f6der hat heute in der <a href=\"http:\/\/www.welt.de\" target=\"_blank\">Welt<\/a> eine \u201aVerteidigungsschrift\u2019 f\u00fcr das Elterngeld ver\u00f6ffentlicht und nebenbei einen gezielten \u201aSchlag\u2019 in der Feminismusdebatte bei Frau Schwarzer platziert.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-4026\" href=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/11\/26\/mutter-vater-kinder-und-eine-ministerin\/emma_1979_klein-2\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-4026\" title=\"emma_1979_klein\" src=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/emma_1979_klein-210x300.jpg\" alt=\"emma_1979_klein\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/emma_1979_klein-210x300.jpg 210w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/emma_1979_klein-718x1024.jpg 718w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/emma_1979_klein.jpg 1212w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a>\u201aEs ist ein Ritual, das sich in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit wiederholt: Sobald irgendwo eine neue Geburtenstatistik erscheint, kommen die Kassandrarufer mit d\u00fcsteren Zukunftsprognosen aus der Deckung. Sie bereiten die B\u00fchne f\u00fcr Experten, die die stagnierenden oder sinkenden Geburtenzahlen als Ausweis anhaltender Geb\u00e4r- und Zeugungsfaulheit interpretieren.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens dann schl\u00e4gt die Stunde der Technokraten, die die sofortige Abschaffung des Elterngelds fordern &#8211; mit der schlichten Begr\u00fcndung, es trage nicht dazu bei, Deutschland eine bestandserhaltende Reproduktion zu sichern. Und auch die rund drei Millionen Frauen und M\u00e4nner, die seit 2007 Elterngeld bezogen haben, sind vor Kritik nicht gefeit:<\/p>\n<p>Es soll ja Paare geben, die &#8211; man glaubt es nicht! &#8211; die Partnermonate genutzt haben, um sich als Familie mit ihrem Baby eine sch\u00f6ne Zeit zu machen. Dass es gerade f\u00fcr &#8222;Neu-Eltern&#8220; wichtig ist, Zeit f\u00fcr Familie zu haben und gemeinsam in ihre Verantwortung hineinzuwachsen, liegt offenbar jenseits der Vorstellungskraft all derjenigen, die meinen, den Erfolg oder Misserfolg von Familienpolitik an der Geburtenzahl ablesen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der beste Beweis f\u00fcr die Kurzsichtigkeit dieser Argumentation ist das Elterngeld. Konzipiert als Ausgleich f\u00fcr Einkommensverluste, erleichtert es M\u00fcttern und V\u00e4tern die Entscheidung f\u00fcr eine berufliche Auszeit und schenkt jungen Familien damit einen Schonraum, um f\u00fcreinander da zu sein und sich intensiv um ihr Baby zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>W\u00e4re das Elterngeld eine &#8222;Geb\u00e4rpr\u00e4mie&#8220;, dann w\u00e4ren wir damit tats\u00e4chlich krachend gescheitert. Zur Erfolgsgeschichte wird es wegen seiner gesellschaftspolitischen Gestaltungskraft. Dank der Partnermonate sind wir heute so weit, dass sich nach der Geburt eines Kindes nicht nur Frauen, sondern auch mehr und mehr M\u00e4nner Zeit f\u00fcr Verantwortung nehmen und diese Zeit bei ihrem Arbeitgeber auch einfordern. Arbeitgeber wiederum engagieren sich heute nachweislich deutlich st\u00e4rker als vor Einf\u00fchrung des Elterngelds f\u00fcr die Unterst\u00fctzung junger M\u00fctter und V\u00e4ter bei der R\u00fcckkehr in den Beruf nach der Elternzeit.<\/p>\n<p>Von diesen Ver\u00e4nderungen werden mittelfristig vor allem Frauen profitieren. Denn bisher ist unsere Arbeitswelt gerade in den F\u00fchrungsetagen in weiten Teilen immer noch auf M\u00e4nner zugeschnitten &#8211; oder allgemein formuliert: auf Menschen, die Verantwortung delegieren k\u00f6nnen. Die Folge: W\u00e4hrend M\u00e4nner zwischen 30 und 40 zwei, drei Karrierestufen auf einmal nehmen, wuppen Frauen zwischen 30 und 40 h\u00e4ufig zwei, drei Jobs auf einmal: Teilzeitberuf, Kindererziehung und Haushalt.<\/p>\n<p>V\u00e4ter in Elternzeit brechen dieses klassische Muster auf. <!--more-->Wo Leistungstr\u00e4ger sich Zeit f\u00fcr Verantwortung nehmen, entstehen neue Karrieremodelle und Teilzeitarbeitspl\u00e4tze. Wo einer den Anfang macht, trauen sich auch andere. Und wo V\u00e4ter eine enge Bindung zu ihrem Kind haben und die Zeit mit ihm intensiv erleben, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kein Frauenthema, sondern eine partnerschaftliche Entscheidung. Diese Ver\u00e4nderungen brauchen Zeit, keine Frage. Aber der wichtigste, erste Schritt ist getan. \u2026<\/p>\n<p>Weil es den partnerschaftlichen und famili\u00e4ren Zusammenhalt st\u00e4rkt, die Entwicklung einer familienfreundlichen Arbeits- und Unternehmenskultur vorantreibt und Frauen die R\u00fcckkehr in ihren Beruf erleichtert, sind die rund 4,4 Milliarden, die wir daf\u00fcr j\u00e4hrlich ausgeben, f\u00fcr unsere ganze Gesellschaft gut angelegtes Geld. Wer daran noch zweifelt, m\u00f6ge sich vor Augen f\u00fchren, dass die Familienpolitik damit innerhalb k\u00fcrzester Zeit etwas geschafft hat, was jahrzehntelange Feminismusdebatten und umfangreiche Gleichstellungsgesetze nicht erreicht haben: M\u00e4nner definieren ihre Rolle neu &#8211; in der Familie und im Berufsleben.\u2019<\/p>\n<p>Das sich Emma im September 1979, wenige Monate nachdem die ersten 4 Monate Elternzeit, damals hie\u00df es noch Mutterschaftsurlaub, eingef\u00fchrt wurden, daf\u00fcr stark gemacht hat, dass auch V\u00e4ter in \u201aMutterschaft\u2019 gehen k\u00f6nnen, fehlt in der Betrachtung. Wenn Politik und angerufene Gerichte vor 30 Jahren anders entschieden h\u00e4tten, wer wei\u00df, w\u00e4re die Geschichtevielleicht anders gelaufen, die des Feminismus und die der Elternzeit.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/debatte\/article11227441\/Mutter-Vater-Kind.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesfamilienministerin Schr\u00f6der hat heute in der Welt eine \u201aVerteidigungsschrift\u2019 f\u00fcr das Elterngeld ver\u00f6ffentlicht und nebenbei einen gezielten \u201aSchlag\u2019 in der Feminismusdebatte bei Frau Schwarzer platziert. \u201aEs ist ein Ritual, das sich in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit wiederholt: Sobald irgendwo eine neue Geburtenstatistik erscheint, kommen die Kassandrarufer mit d\u00fcsteren Zukunftsprognosen aus der Deckung. 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