{"id":3863,"date":"2010-10-13T11:08:49","date_gmt":"2010-10-13T10:08:49","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=3863"},"modified":"2010-10-13T11:08:49","modified_gmt":"2010-10-13T10:08:49","slug":"wie-soll-man-ein-gesprach-mit-jemandem-beginnen-der-nicht-reden-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/10\/13\/wie-soll-man-ein-gesprach-mit-jemandem-beginnen-der-nicht-reden-will\/","title":{"rendered":"Wie soll man ein Gespr\u00e4ch mit jemandem beginnen, der nicht reden will?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3462042416?ie=UTF8&amp;tag=vaeterblog-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3462042416\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/319LueNHZEL._SL500_AA300_.jpg \" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giovanni_di_Lorenzo\" target=\"_blank\">Giovanni di Lorenzo<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.axelhacke.de\/\" target=\"_blank\">Axel Hacke<\/a> haben zusammen ein ungew\u00f6hnliches Buch geschrieben: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3462042416?ie=UTF8&amp;tag=vaeterblog-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3462042416\" target=\"_blank\">Wof\u00fcr stehst Du? Ein Pl\u00e4doyer gegen die Gleichg\u00fcltigkei<\/a>t. Sie stellen die gro\u00dfe Frage nach den Werten, die f\u00fcr sie ma\u00dfgeblich sind &#8211; oder sein sollten.<\/p>\n<p>Zwei Freunde, nahezu gleichaltrig, stellen fest, dass sie sich in Jahrzehnten \u00fcber vieles Private ausgetauscht haben, Leidenschaften, Ehen und Trennungen, Erfolge, \u00c4ngste und Todesf\u00e4lle, dass aber eines zwischen ihnen seltsam unbesprochen blieb: An welche grundlegenden Werte glaubst du eigentlich, wenn es nicht um dich, sondern um uns alle geht? Was ist wirklich wichtig in diesem Land? F\u00fcr welche Ziele der Gemeinschaft bist du bereit, dich einzusetzen? Kurz: Wof\u00fcr stehst du?<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit dem Berliner Tagesspiegel \u00e4u\u00dfert sich Axel Hacke auch zum Verh\u00e4ltnis zu seinem eigenen Vater:<\/p>\n<p><strong>\u201a\u2026 Sehr offen erz\u00e4hlen Sie vom schwierigen Verh\u00e4ltnis zu Ihrem Vater. War das nur m\u00f6glich, weil er bereits gestorben ist?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, und ich glaube, das geht vielen Autoren so. Uwe Timm konnte das Buch \u00fcber seinen Bruder und seinen Vater auch erst schreiben, weil die schon gestorben waren. Viele Dinge, die ich \u00fcber meinen Vater schreibe, h\u00e4tte ich lieber mit ihm besprochen. Leider war das nicht m\u00f6glich. Erstens, weil mein Vater relativ fr\u00fch gestorben ist, und zweitens, weil es die Ebene daf\u00fcr nie gab. Mein Vater geh\u00f6rte dieser traumatisierten, nicht sprechf\u00e4higen Kriegsheimkehrer-Generation an. Wie soll man ein Gespr\u00e4ch mit jemandem beginnen, der nicht reden will? Damit war ich \u00fcberfordert. Heute w\u00e4re ich es vielleicht nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>War das Schreiben dar\u00fcber eine Befreiung?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, wenn man solche Dinge, die einen fr\u00fcher eher unbewusst bedr\u00fcckt haben, in einen Text verpacken kann, dann sind sie aus einem raus, dann ist man freier davon. Trotzdem \u2013 abseits aller religi\u00f6sen Fragen habe ich immer noch den ganz naiven Kinderglauben, dass man sich irgendwann wiedersieht. Ich habe das Gef\u00fchl, eines Tages stehe ich meinem Vater gegen\u00fcber und er fragt mich: Wie konntest du so pers\u00f6nliche Dinge \u00fcber mich preisgeben? Das ist etwas, das schwierig bleibt.<\/p>\n<p><strong>Sie sprechen aber auch von einer Vaterliebe, die sogar die Verachtung der eigenen Kinder aushielt.<\/strong><\/p>\n<p>Das geht zur\u00fcck auf die Zeit meiner Pubert\u00e4t, in der ich ma\u00dflos gegen meinen Vater rebelliert habe, lange Haare bis zum G\u00fcrtel hatte und nie im Leben eine Krawatte getragen h\u00e4tte. Trotzdem hat mir mein Vater einen Job in seinem B\u00fcro verschafft, wo alle seine Mitarbeiter jeden Tag gesehen haben: der Sohn vom Hacke sieht aus wie ein Gammler, wie man damals sagte. <!--more-->Das ist mir beim Schreiben erst klar geworden, dass man Vater da eine innere Solidarit\u00e4t zu mir hatte. Ein sehr rarer Moment, wo ich seine Liebe in aller Sprachlosigkeit gesp\u00fcrt habe.<\/p>\n<p><strong>Bleiben die Eltern Instanz \u00fcber den Tod hinaus?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist ja das Schwierige daran, wenn man selber Vater ist. Man wei\u00df, man wird auch f\u00fcr die eigenen Kinder immer Instanz sein, wie verh\u00e4lt man sich da? Das ist ein unglaublicher Druck. Und die Fehler zu sehen, die man macht, ist schrecklich. Ich wei\u00df, dass ich gegen\u00fcber meinen Kindern vieles falsch gemacht habe, und das einzige, was hilft, ist, sich klarzumachen, dass Fehler zum Leben dazugeh\u00f6ren. \u2026\u2019<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/fuer-die-eigenen-kinder-ist-man-immer-instanz\/1955644.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Giovanni di Lorenzo und Axel Hacke haben zusammen ein ungew\u00f6hnliches Buch geschrieben: Wof\u00fcr stehst Du? Ein Pl\u00e4doyer gegen die Gleichg\u00fcltigkeit. 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