{"id":3676,"date":"2010-08-25T19:34:45","date_gmt":"2010-08-25T18:34:45","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=3676"},"modified":"2010-08-25T19:35:57","modified_gmt":"2010-08-25T18:35:57","slug":"uneheliche-kinder-sind-nicht-vaterlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/08\/25\/uneheliche-kinder-sind-nicht-vaterlos\/","title":{"rendered":"Uneheliche Kinder sind nicht vaterlos"},"content":{"rendered":"<p>In fast allen Staaten Europas ist die Nichtehelichenquote zwischen 1990 und 2007 zum Teil deutlich gestiegen. In Deutschland fallen die starken Ost-West-Unterschiede im Niveau und in der Entwicklungsdynamik der Nichtehelichenquote auf. Im Osten ist der Anteil nichtehelicher Geburten von einem im europ\u00e4ischen Vergleich hohen Niveau aus nochmals deutlich angestiegen. Der Zuwachs im Westen war trotz des relativ niedrigen Ausgangsniveaus dagegen unterdurchschnittlich.<\/p>\n<p>Als Ursachen des Anstiegs der Nichtehelichenquote sind der gesellschaftliche Wertewandel, insbesondere in Fragen der Sexualmoral, die Individualisierung und S\u00e4kularisierung sowie die Emanzipation der Frau anzusehen. Die Geburt eines nichtehelichen Kindes ist l\u00e4ngst keine \u201eSchande\u201c mehr, insbesondere in Skandinavien und\u00a0den Beneluxstaaten. In Deutschland ist die Akzeptanz unverheirateter Familien im Osten h\u00f6her als im Westen.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig sind die Diskrepanzen zwischen der eigenen Beurteilung einer Elternschaft unverheirateter Paare und der Einsch\u00e4tzung der gesellschaftlichen Reaktion darauf. F\u00fcr viele Europ\u00e4er hat die Unehelichkeit ihren moralischen Makel verloren, insbesondere seit vor dem Gesetz nicht mehr zwischen legitimen und illegitimen Kindern unterschieden wird. Viele Menschen sind jedoch \u00fcberzeugt, dass Vorurteile gegen uneheliche Kinder gesellschaftlich noch tief verwurzelt sind.<\/p>\n<p>Nichteheliche Geburten werden h\u00e4ufig f\u00e4lschlich mit ungewollten Schwangerschaften und allein erziehenden M\u00fcttern assoziiert. Viele uneheliche Kinder sind heute jedoch gewollt und geplant. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Zeiten ist f\u00fcr eine gro\u00dfe Zahl von Paaren eine Schwangerschaft zudem kein triftiger Heiratsgrund mehr.<!--more--> Eine nichteheliche Geburt bedeutet trotzdem nicht, dass die Kinder nicht im Rahmen einer Ehe aufwachsen werden. In Schweden ist es z.B. \u00fcblich, zwischen dem ersten und zweiten Kind zu heiraten<\/p>\n<p>Der Partnerschaftsstatus der M\u00fctter nichtehelicher Kinder wird nur in wenigen Staaten statistisch erfasst. Die vorhandenen Daten zeigen gro\u00dfe Disparit\u00e4ten sowohl auf der nationalen als auch auf der regionalen Ebene, die durch Unterschiede bei Familienwerten, Geschlechterrollen und familien- bzw. sozialpolitischen Leistungen verursacht werden. Um einen Trend abzuleiten, ist die Datenlage jedoch zu schmal und zu selektiv. Es wird aber deutlich, dass gerade in Staaten mit einer hohen Nichtehelichenquote ein gro\u00dfer Teil der unverheirateten M\u00fctter mit dem Vater ihres Kindes zusammenlebt. Ein fehlender Trauschein sollte daher nicht mit fehlendem Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr das Kind gleichgesetzt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/aktuell.nationalatlas.de\/\" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In fast allen Staaten Europas ist die Nichtehelichenquote zwischen 1990 und 2007 zum Teil deutlich gestiegen. 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