{"id":3041,"date":"2010-03-07T09:55:29","date_gmt":"2010-03-07T08:55:29","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=3041"},"modified":"2010-03-07T12:36:59","modified_gmt":"2010-03-07T11:36:59","slug":"die-thesen-von-frau-dr-schroder-zum-weltfrauentag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/03\/07\/die-thesen-von-frau-dr-schroder-zum-weltfrauentag\/","title":{"rendered":"Die Thesen von Frau Dr. Schr\u00f6der zum Weltfrauentag"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kristinaschroeder.de\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.kristinaschroeder.de\/data\/images\/2009\/07\/21\/2-4a65e9f394e2b.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"173\" \/><\/a>Die traditionelle Aussprache des Bundestags zur Situation der Gleichstellung in Deutschland nutzte die f\u00fcr das Thema zust\u00e4ndige Bundesministerin um \u201aein paar grunds\u00e4tzliche Bemerkungen zur Chancengerechtigkeit von Frauen und M\u00e4nnern, V\u00e4tern und M\u00fcttern in der beruflichen Entwicklung\u2019 zu machen. Dabei herausgekommen sind Gedanken, die den seit langem in einer Sackgasse befindlichen Dialog neu befruchten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201aMeine These ist, dass Strukturen und Kulturen in der Arbeitswelt nicht nur Frauen benachteiligen, sondern zu einer Benachteiligung von Menschen, von M\u00e4nnern und Frauen, f\u00fchren, wenn sie F\u00fcrsorgeaufgaben in der Familie \u00fcbernehmen. Deshalb sehe ich mich hier sowohl als Familienministerin als auch als Gleichstellungsministerin in der Pflicht.<\/p>\n<p>Wir kritisieren zu Recht, dass Frauen immer noch deutlich weniger verdienen als M\u00e4nner. Wir kritisieren zu Recht, dass auf h\u00f6heren Hierarchieebenen, in F\u00fchrungspositionen, insbesondere in Vorst\u00e4nden und Aufsichtsr\u00e4ten sehr wenige Frauen vertreten sind. Aber warum reden wir so wenig \u00fcber die kulturellen und strukturellen Ursachen in der Arbeitswelt, die diesen Beobachtungen zugrunde liegen? Ich glaube nicht, dass Gehaltsunterschiede und die fehlende Pr\u00e4senz von Frauen in den F\u00fchrungsetagen immer noch das Ergebnis bewusster, schenkelklopfender Diskriminierung ist. Vielmehr glaube ich, dass wir es mit kulturellen und strukturellen Ursachen zu tun haben. \u2026<\/p>\n<p>Das hat wenig mit individuellen Denk- und Verhaltensmustern zu tun. Wenn Paare sich freiwillig f\u00fcr dieses Modell entscheiden, dann ist das ihre Privatsache. Aber in vielen F\u00e4llen ist es nicht so. Viele Paare heute w\u00fcnschen sich eine gleichberechtigte Partnerschaft. In den F\u00fchrungsetagen vieler Unternehmen gibt es eine strukturell familienfeindliche Kultur, die diese h\u00e4usliche Arbeitsteilung zementiert. Ich glaube, dass genau das das Problem ist. Diese Arbeitskultur ist von einer Leistungselite gepr\u00e4gt, die sich deshalb so kompromisslos ihrer Karriere widmen kann, weil sie die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Kinder und K\u00fcche weitgehend outgesourct hat. Dazu lasse ich gern einen Mann zu Wort kommen. Ich zitiere aus einem Artikel \u00fcber Managerehen, der schon vor einiger Zeit in der Wirtschaftswoche erschienen ist. Der moderne Manager sei ein &#8222;familienferner Lebensnomade,&#8220; &#8230;<\/p>\n<p>&#8222;Seine Firma verlangt den ganzen Mann, rund um die Uhr und rund um den Globus, daf\u00fcr wird er schlie\u00dflich bezahlt, und nicht nur er, auch seine Frau und seine Kinder stehen auf der Gehaltsliste der Firma, als entfernte Angestellte gewisserma\u00dfen, weil auch sie ihr Leben dem Job unterordnen, ganz klar, &#8230; &#8220;<\/p>\n<p>Ich glaube, die Luft f\u00fcr Frauen in den F\u00fchrungspositionen ist auch deshalb so d\u00fcnn, weil sie keine familienfernen Lebensnomaden sein wollen.<!--more--><\/p>\n<p>Dies wird aber in vielen Unternehmen unausgesprochen erwartet, und auch die Arbeitszeit in vielen F\u00fchrungspositionen l\u00e4sst es \u00fcberhaupt nicht anders zu. Das meine ich mit den Kulturen und Strukturen, die ich als die Ursache f\u00fcr die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt genannt habe. \u2026<\/p>\n<p>Von fairen Chancen f\u00fcr Frauen in der Arbeitswelt kann keine Rede sein, solange famili\u00e4re Aufgaben dort als Handicap gelten. Dies gilt \u00fcbrigens genauso f\u00fcr M\u00e4nner, die bereit sind, mehr famili\u00e4re Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Denn auch sie disqualifizieren sich h\u00e4ufig f\u00fcr h\u00f6here Aufgaben in einer von familienfernen Lebensnomaden gepr\u00e4gten Welt, in der sich Kulturen und Strukturen nur sehr langsam ver\u00e4ndern. \u2026\u2019<\/p>\n<p>Jetzt m\u00fcssen den Worten \u201anur\u2019 noch Taten folgen. Die Zeit der Symbolpolitik ist auf jeden Fall vorbei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btp\/17\/17027.pdf \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die traditionelle Aussprache des Bundestags zur Situation der Gleichstellung in Deutschland nutzte die f\u00fcr das Thema zust\u00e4ndige Bundesministerin um \u201aein paar grunds\u00e4tzliche Bemerkungen zur Chancengerechtigkeit von Frauen und M\u00e4nnern, V\u00e4tern und M\u00fcttern in der beruflichen Entwicklung\u2019 zu machen. 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