{"id":2993,"date":"2010-02-22T21:57:25","date_gmt":"2010-02-22T20:57:25","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2993"},"modified":"2010-02-22T21:57:25","modified_gmt":"2010-02-22T20:57:25","slug":"gehoren-kinder-zur-mutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/02\/22\/gehoren-kinder-zur-mutter\/","title":{"rendered":"Geh\u00f6ren Kinder zur Mutter?"},"content":{"rendered":"<p>In der Januarausgabe der Zeitschrift des Deutschen Kinderschutzbundes (<a href=\"http:\/\/www.dksb.de\/Content\/start.aspx\" target=\"_blank\">DKSB<\/a>) Kinderschutz aktuell verleitet Fritz von Barnim, Studienleiter in Berlin, die LeserInnen zum Nachdenken, indem er Glaubenss\u00e4tze, an die sich (zu) viele gew\u00f6hnt haben, hinterfragt.<\/p>\n<p>\u201aKinder h\u00f6ren zur Mutter. Da rufen die meisten sogleich: Ja, wohin denn sonst? Und wenn sie dann noch h\u00f6ren, hier sei (vielleicht) ein Vorurteil im Spiel, schalten sie auf Abwehr. Will man ihnen etwa ihr klares und einfaches Weltbild kaputt machen? Will man sie verunsichern, die urt\u00fcmliche Bindung zwischen Mutter und Kind aufbrechen, die Familie abwerten oder gar zerst\u00f6ren?<\/p>\n<p>Nein, das will niemand. Wer hier ein m\u00f6gliches Vorurteil erkennt, m\u00f6chte weder irgendjemanden \u00e4rgern noch eine soziale Revolte anzetteln. Drei Anmerkungen sollen klarmachen, worum es geht.<\/p>\n<p>Ersten ist die Mutter zwar in der Regel die erste Bezugsperson des Kindes. Diese enge Bindung ist jedoch keine verl\u00e4ssliche Gegebenheit, sondern gesellschaftlich und kulturell bedingt. Wir kennen andere Sozialformen, in denen Kinder schon bald nach der Geburt kaum noch bei der Mutter sind, sondern in einem Kollektiv aufgezogen werden. Es ist auch m\u00f6glich, dass die leibliche Mutter sich als unwillig oder unf\u00e4hig erweist und ihr Kind abgibt.<\/p>\n<p>Zweitens fragt sich: Was hei\u00dft \u201egeh\u00f6ren\u201c? Wer Zugeh\u00f6rigkeit feststellt, geht davon aus, dass alle Lebewesen ihren \u201enat\u00fcrlichen\u201c Platz haben Das scheint zun\u00e4chst f\u00fcr Tiere noch klarer zu sein als f\u00fcr Menschen. Aber selbst bei Tieren wird es schwierig, sobald sie mit dem Menschen in Verbindung treten.<\/p>\n<p>Auf freier Wildbahn geh\u00f6rt der L\u00f6we in die Savanne, im Zoo dagegen hinter Gitter. \u2026 Wenn \u201eartgerechte\u201c Haltung schon bei Tieren nicht einfach ist, erweist sie sich bei Menschen als noch komplizierter. Wer sich au\u00dferhalb der eigenen Familie um Kinder k\u00fcmmert, wei\u00df das. \u2026<\/p>\n<p>Drittens werden Aussagen vom Stil \u201eDas Kind geh\u00f6rt\u2026\u201c in der \u00dcberzeugung vorgetragen, der Sprechende wisse Bescheid, verf\u00fcge \u00fcber einschl\u00e4gige Erfahrung und habe das ganze Problem durchdacht. Damit ma\u00dft er sich Kompetenz an und pr\u00e4sentiert sich als Experte. Soweit das im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch stattfindet, richtet es noch keinen Schaden an. <!--more-->Aber wenn es in \u00c4mtern und Gerichten oder in der \u00d6ffentlichkeit der Medien geschieht, wird es problematisch. Denn solche apodiktischen Aussagen verhindern eine sorgf\u00e4ltige Erkundung des Einzelfalls, etwa wenn es um Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht geht.<\/p>\n<p>Wer behauptet, das Kind \u201egeh\u00f6re\u201c an diesen oder jenen Platz, beschneidet seine M\u00f6glichkeiten und nimmt ihm den Status als Individuum. Wenn wir das Wohl des Kindes wollen, so beziehen wir uns gerade nicht auf seine \u201enat\u00fcrliche\u201c Umwelt. Das Vorurteil beruht auf einer Verwechslung von Natur und Kultur, von fest gef\u00fcgter Lebensform und frei gestaltbaren zwischenmenschlichen Beziehungen.\u2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Januarausgabe der Zeitschrift des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Kinderschutz aktuell verleitet Fritz von Barnim, Studienleiter in Berlin, die LeserInnen zum Nachdenken, indem er Glaubenss\u00e4tze, an die sich (zu) viele gew\u00f6hnt haben, hinterfragt. \u201aKinder h\u00f6ren zur Mutter. Da rufen die meisten sogleich: Ja, wohin denn sonst? 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