{"id":2970,"date":"2010-02-17T15:48:41","date_gmt":"2010-02-17T14:48:41","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2970"},"modified":"2010-02-17T15:48:41","modified_gmt":"2010-02-17T14:48:41","slug":"zuruck-an-den-herd-mit-dem-ersten-kind-fallen-viele-frauen-in-alte-rollen-zuruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/02\/17\/zuruck-an-den-herd-mit-dem-ersten-kind-fallen-viele-frauen-in-alte-rollen-zuruck\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck an den Herd &#8211; Mit dem ersten Kind fallen viele Frauen in alte Rollen zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>\u201a<a href=\"javascript:openW('\/bilder\/1211863','bildergalerie','width=950,height=800,scrollbars=1,resizable=1,menubar=yes')\"><\/a>Fr\u00fcher sorgten Frauen f\u00fcr den Haushalt, und ihre M\u00e4nner brachten das Geld nach Hause. So einfach war das! Dann kamen Frauenbewegung und Bildungsexpansion &#8211; heute stellen Frauen die H\u00e4lfte aller Studierenden. Selbst einen Beruf auszu\u00fcben, ist f\u00fcr viele eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Die M\u00e4nner im Haushalt einzuspannen, ebenso.<\/p>\n<p>Doch dann kommt pl\u00f6tzlich der Salto r\u00fcckw\u00e4rts. Mit der Geburt des ersten Kindes fallen Frauen in ihre traditionelle Rolle im Heim und am Herd zur\u00fcck &#8211; meistens f\u00fcr immer.<\/p>\n<p>Das widerspricht den W\u00fcnschen der jungen Eltern, immerhin 62 % der M\u00fctter und V\u00e4ter \u00e4u\u00dferten in einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2008, dass beide Eltern berufst\u00e4tig sein und sich die Kinderbetreuung teilen sollten. Die Realit\u00e4t sieht anders aus \u2026<\/p>\n<p>\u00abDie Geburt des ersten Kindes ist die Z\u00e4sur\u00bb, sagt <a href=\"http:\/\/www.ifs.uni-frankfurt.de\/people\/maiwald\/index.htm \" target=\"_blank\">Kai-Olaf Maiwald<\/a> vom Institut f\u00fcr Sozialforschung an der Universit\u00e4t Frankfurt. \u00abIn der Regel kommt es dann zur Re-Traditionalisierung.\u00bb Die Frauen \u00fcbernehmen Kinderbetreuung und Haushalt. \u2026<\/p>\n<p>Diese Entwicklung ist Folge zahlreicher Entscheidungssituationen, glaubt Maiwald. Die erste stellt sich direkt nach der Geburt: Wer betreut das Baby? \u00abEs wird von der Gesellschaft erwartet, dass sich erstmal die Mutter um das Kind k\u00fcmmert\u00bb, erkl\u00e4rt der Sozialwissenschaftler. M\u00fctter, die das nicht tun, st\u00fcnden unter gro\u00dfem Rechtfertigungsdruck.<\/p>\n<p>\u00abDie Vorstellung der &#8218;guten Mutter&#8216;, die sich um ihr Kind k\u00fcmmert, ist in Deutschland tief verankert\u00bb, sagt auch <a href=\"http:\/\/www.dji.de\/cgi-bin\/Mitarbeiter\/homepage\/mitarbeiterseite.php?mitarbeiter=65 \" target=\"_blank\">Barbara Keddi<\/a>, Familienforscherin beim Deutschen Jugendinstitut in M\u00fcnchen. \u2026<\/p>\n<p>Auch Frauen, die eigentlich berufst\u00e4tig sein wollen, k\u00f6nnen sich kaum von den Rollenerwartungen freimachen. Fangen sie wieder an zu arbeiten, h\u00e4tten viele ein schlechtes Gewissen. \u2026 Und es gibt zu wenige Teilzeitstellen &#8211; vor allem f\u00fcr qualifizierte Frauen.<\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr M\u00e4nner noch st\u00e4rker. F\u00fcr sie gibt es auf dem Zenith der Erwerbsbiografie kaum Alternativen zur Vollzeit plus x \u00dcberstunden. Und da M\u00e4nner vielfach mehr verdienen als Frauen, sprechen scheinbar auch \u00f6konomische Gr\u00fcnde f\u00fcr die traditionelle Rollenaufteilung.<\/p>\n<p>Kai-Olaf Maiwald glaubt, dass der h\u00f6here Verdienst der V\u00e4ter zwar oft als Begr\u00fcndung genannt wird, tats\u00e4chlich aber nicht die zentrale Rolle spielt. Viel wichtiger sei, dass sich die Paare nicht dar\u00fcber austauschen, wer welche Aufgaben \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>M\u00fctter und V\u00e4ter treffen keine bewussten Entscheidungen. Zum Beispiel dar\u00fcber, wann eine Frau wieder anf\u00e4ngt zu arbeiten. Und wie das Paar dann mit Familienarbeit umgeht. Hat sich die Mutter zwei Jahre lang um Haushalt und Kinder gek\u00fcmmert, tut sie es eben auch weiter und ein Gew\u00f6hnungseffekt tritt ein.<\/p>\n<p>Wer nicht in die Traditionalisierungsfalle tappen will, m\u00fcsse fr\u00fchzeitig, am besten vor der Geburt des ersten Kindes, klare Absprachen treffen.<!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Wer geht wann im welchem Umfang einer Erwerbsarbeit nach?<\/li>\n<li>Wie werden die Arbeiten im Haushalt aufgeteilt?<\/li>\n<li>Wessen berufliche Entwicklung\/ Karriere hat wann Vorrang?<\/li>\n<li>Wer ist wann f\u00fcr die Kinderbetreuung verantwortlich?<\/li>\n<li>Wer bleibt zu Hause, wenn der Nachwuchs krank wird?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das sind einige der Fragen, die es zu kl\u00e4ren gilt. Das Leben sieht es dann wahrscheinlich oft anders aus, aber mit den Absprachen ist eine Grundlage geschaffen, auf der neu ausgehandelt und gehandelt werden kann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.az-web.de\/news\/familie-detail-az\/1211764?_link=&amp;skip=&amp;_g=Zurueck-zum-Herd-Mit-dem-ersten-Kind-fallen-Frauen-in-alte-Rollen.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201aFr\u00fcher sorgten Frauen f\u00fcr den Haushalt, und ihre M\u00e4nner brachten das Geld nach Hause. So einfach war das! Dann kamen Frauenbewegung und Bildungsexpansion &#8211; heute stellen Frauen die H\u00e4lfte aller Studierenden. Selbst einen Beruf auszu\u00fcben, ist f\u00fcr viele eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Die M\u00e4nner im Haushalt einzuspannen, ebenso. Doch dann kommt pl\u00f6tzlich der Salto r\u00fcckw\u00e4rts. 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