{"id":2957,"date":"2010-02-12T12:17:06","date_gmt":"2010-02-12T11:17:06","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2957"},"modified":"2010-02-15T12:31:50","modified_gmt":"2010-02-15T11:31:50","slug":"der-einzige-mann-mit-einer-teilzeitstelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/02\/12\/der-einzige-mann-mit-einer-teilzeitstelle\/","title":{"rendered":"Der einzige Mann mit einer Teilzeitstelle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/karriere\/beruf\/2010-02\/Manfred-Schreiber\/Manfred-Schreiber-180x101.jpg \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/images.zeit.de\/karriere\/beruf\/2010-02\/Manfred-Schreiber\/Manfred-Schreiber-180x101.jpg \" alt=\"\" width=\"180\" height=\"101\" \/><\/a>In einer neuen Serie stellt <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\" target=\"_blank\">ZEIT ONLINE<\/a> Menschen vor, die neue Wege f\u00fcr eine Vereinbarkeit von Kind und Karriere ausprobiert haben. Nach dem Chefredakteur von Radio Bremen <a href=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2010\/01\/29\/von-seiner-vater-%e2%80%93-zeit-profitiert-martin-reckweg-heute-noch\/ \" target=\"_blank\">Martin Reckweg<\/a>, ist es im zweiten Teil Manfred Schreiber, der durch einen Schicksalsschlag mit 37 Witwer und alleinerziehenden Vater von vier T\u00f6chtern wurde<em>. <\/em>Im Interview schildert er, wie er diese Herausforderung bewerkstelligt ha und was er heutigen V\u00e4tern r\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>\u201e \u2026 Schreiber:<\/strong> Ehrlich gesagt wei\u00df ich das selbst nicht mehr so genau. F\u00fcr Trauer blieb jedenfalls wenig Zeit. Ich habe ja auch in den ersten Jahren noch Vollzeit gearbeitet. Das ging nur, weil ich eine Haushaltshilfe hatte. \u2026 Trotzdem war diese L\u00f6sung sehr kostspielig. Das musste ja bezahlt werden! Bei meiner Arbeit \u2013 ich war als leitender Beamter in der Baubeh\u00f6rde t\u00e4tig \u2013 haben mir meine damaligen Vorgesetzten sehr geholfen. Man hat mich auf eine Stelle versetzt, in der ich meine Arbeitszeit freier einteilen konnte. Ich muss dazu sagen, dass es in der Beh\u00f6rde kaum Frauen gab, die au\u00dferhalb des Sekretariats arbeiteten. Ich war der einzige Mann auf einer Teilzeitstelle in einer M\u00e4nnerdom\u00e4ne. Aber ich hatte viel Unterst\u00fctzung von den Kollegen. Da war es m\u00f6glich, auch mal sp\u00e4ter zu kommen oder fr\u00fcher zu gehen. Manchmal haben auch meine Schwiegereltern geholfen.<\/p>\n<p><strong>ZEIT ONLINE:<\/strong> Sie haben also irgendwann eine Teilzeitstelle angenommen?<\/p>\n<p><strong>Schreiber: <\/strong>Ja, die Betreuung war eine Herausforderung, organisatorisch und finanziell. Als ich in Teilzeit gearbeitet habe, ging es besser. Ich konnte mir die Arbeit so einteilen, dass ich von 9 bis 12 in der Beh\u00f6rde war und tageweise auch noch nachmittags. Ich musste ja auch an den Besprechungen teilnehmen. Insgesamt war diese Zeit aber finanziell sehr schwierig f\u00fcr mich und meine Kinder. Ich habe immer wieder Bittbriefe geschrieben. Einmal sogar an den damaligen Ministerpr\u00e4sidenten von Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><strong>ZEIT ONLINE: <\/strong>Was war die schwerste Zeit?<\/p>\n<p><strong>Schreiber:<\/strong> Zum Problem wurde die strukturelle Unvereinbarkeit von Arbeit und Familie, als meine Beh\u00f6rde umstrukturiert und ich versetzt wurde. Da waren die Kleinsten gerade 6 Jahre alt, die \u00c4lteste 12. Ich hatte einen Chef, der wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die famili\u00e4re Situation der Mitarbeiter hatte. Ob diese Kinder hatten oder nicht spielte f\u00fcr ihn keine Rolle, Hauptsache war, dass man 10, manchmal 12 Stunden lang im B\u00fcro war. Er hat das gleiche zeitliche Engagement von seinen Mitarbeitern verlangt, das er sich selbst abforderte. Das war f\u00fcr mich nicht zu schaffen. Die Belastung war sehr gro\u00df, ich erkrankte. Irgendwann wurde ich fr\u00fch verrentet \u2013 mit Anfang 40. \u2026<\/p>\n<p><strong>ZEIT ONLINE:<\/strong> Was w\u00fcrden Sie jungen M\u00e4nnern raten, die gerne den Rollenwechsel ausprobieren m\u00f6chten?<\/p>\n<p><strong>Schreiber: <\/strong> Es zu wagen. Und nicht alleine sondern gemeinsam mit anderen daf\u00fcr k\u00e4mpfen. Noch immer dominiert auch von der Gesellschaft die Erwartung an die jungen M\u00e4nner, dass sie die Ern\u00e4hrer der Familie sein m\u00fcssen. Wer es andersrum probiert, hat es schwer. Gerade dort, wo Arbeitspl\u00e4tze hart umk\u00e4mpft und die Konkurrenz gro\u00df ist, kann man sich Familienarbeit, manchmal sogar Familie gar nicht leisten. Dabei w\u00e4re eine Gesellschaft, in der die Arbeit zwischen den Geschlechtern gleicher verteilt w\u00e4re, sicher eine sch\u00f6nere. Ich hoffe, dass die nachfolgenden Generationen \u00fcber eine Umstrukturierung der Arbeitsgesellschaft und einen besseren Ausgleich mit der Familienwelt nachdenken. Doch daf\u00fcr m\u00fcssen wir noch viel k\u00e4mpfen \u2013 politisch und ganz individuell.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/karriere\/beruf\/2010-02\/familie-beruf-allein-erziehende \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer neuen Serie stellt ZEIT ONLINE Menschen vor, die neue Wege f\u00fcr eine Vereinbarkeit von Kind und Karriere ausprobiert haben. Nach dem Chefredakteur von Radio Bremen Martin Reckweg, ist es im zweiten Teil Manfred Schreiber, der durch einen Schicksalsschlag mit 37 Witwer und alleinerziehenden Vater von vier T\u00f6chtern wurde. 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