{"id":290,"date":"2007-01-04T15:48:26","date_gmt":"2007-01-04T13:48:26","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2007\/01\/30\/neue-vater-neue-kinder\/"},"modified":"2007-01-30T15:50:00","modified_gmt":"2007-01-30T13:50:00","slug":"neue-vater-neue-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2007\/01\/04\/neue-vater-neue-kinder\/","title":{"rendered":"Neue V\u00e4ter &#8211; neue Kinder"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">An der Studie beteiligten sich \u00fcber 1.500 V\u00e4ter von Grundschulkindern aus dem Rhein-Main-Gebiet und nahmen in einem Fragebogen Stellung zu traditionellen Rollenklischees, aber auch zu ihrer emotionalen Kompetenz, ihrem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen gegen\u00fcber ihrem Kind und dem Erleben der Partnerschaft. Dar\u00fcber hinaus wurden sie befragt, wie sie sich innerhalb der Familie engagieren, welche Position sie dort einnehmen und wie sicher sie sich in ihrer v\u00e4terlichen Rolle f\u00fchlen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Auch die Einstellung der V\u00e4ter zur Herkunftsfamilie wurde untersucht.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">&#8222;Es ist heute nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich, die elterliche Rolle nach bestimmten gesellschaftlichen Normen und Wertvorstellungen zu gestalten. Die Pluralisierung der familialen Lebensformen bedeutet f\u00fcr den Einzelnen nicht nur eine Zunahme an Optionen, sondern auch den Verlust alter Selbstverst\u00e4ndlichkeiten und neue Zw\u00e4nge, sich mit m\u00f6glichen Formen der eigenen Lebensgestaltung auseinander zu setzen&#8220;, erl\u00e4utert Andrea Bambey; und ihr Kollege Hans-Walter Gumbinger f\u00fcgt hinzu: &#8222;Auch die innerfamiliale Arbeitsteilung &#8211; wer macht was, wer ist wof\u00fcr zust\u00e4ndig &#8211; ist nicht mehr so klar vorgezeichnet wie noch in der Elterngeneration, und heutige Eltern m\u00fcssen individuell nach neuen und differenzierteren Antworten und Entw\u00fcrfen der Lebensf\u00fchrung suchen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Der Vater als Ern\u00e4hrer der Familie hat noch immer nicht ausgedient, aber l\u00e4ngst gibt es eine breite Vielfalt von Vatertypen, die sich mit den gesellschaftlichen Erwartungen an den &#8222;neuen&#8220; Vater auf sehr unterschiedliche Weise auseinander setzen. Diese Erwartungen sind hoch: Er soll sich aktiv, kompetent und emotional in der Kindererziehung engagieren und partnerschaftlich agieren. Am <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.ifs.uni-frankfurt.de\/\">Frankfurter Institut f\u00fcr Sozialforschung<\/a> haben die Soziologen Andrea Bambey und Hans-Walter Gumbinger untersucht, wie sich die Rolle des Vaters gewandelt hat und wie sich dies auf die Familienkonstellation auswirkt. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Zu den drei ausgew\u00e4hlten Typen: Der &#8222;egalit\u00e4re&#8220; Vater unterscheidet sich deutlich von allen anderen und bildet unter den Befragten mit \u00fcber 28 % die gr\u00f6\u00dfte Gruppe. Diese V\u00e4ter nehmen sich als partnerschaftlich, dem Kind zugewandt, geduldig und als von der Partnerin hoch akzeptiert wahr. Traditionelle Rollenklischees lehnen die egalit\u00e4ren V\u00e4ter ab, und sie f\u00fchlen sich in ihrer Rolle sicher.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Sie sind bestrebt, ein Konzept von Vaterschaft zu realisieren, das von emotionaler Kompetenz und reflexiver Auseinandersetzung mit der v\u00e4terlichen Rolle getragen ist. Die Erziehung des Kindes wird als ein in der Partnerschaft gemeinsam und in egalit\u00e4rer Aufgabenteilung gestaltetes Projekt aufgefasst. Die Beziehung zum Kind ist f\u00fcr den Vater von hoher Bedeutung &#8211; auch f\u00fcr das eigene Selbstverst\u00e4ndnis. In der Praxis lie\u00df sich dies jedoch nicht immer konsequent durchhalten, was die Befragten mit beruflichen oder finanziellen Zw\u00e4ngen erkl\u00e4rten.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Der &#8222;fassadenhafte&#8220; Vater, den fast 25 % der befragten V\u00e4ter repr\u00e4sentieren, distanziert sich von einem traditionellen Rollenverst\u00e4ndnis; sein Verh\u00e4ltnis zum Kind sch\u00e4tzt er positiv ein, und er sieht sich von der Partnerin hoch akzeptiert. Er hat sich meist erst nach einigem Z\u00f6gern zur Vaterschaft entschieden und oftmals eine sehr klischeehafte und idealisierte Vorstellung von Familie. Da ihm nicht so recht klar ist, wie er als Vater sein will, f\u00fchlt er sich in Erziehungsfragen oft \u00fcberfordert und hat keine hinreichenden L\u00f6sungen, um Alltagsprobleme zu bew\u00e4ltigen. Hinter der Fassade des f\u00fcrsorglichen, \u00fcberlegenen und gewissenhaften Vaters zeigt er sich eher hilflos.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">&#8222;Randst\u00e4ndige&#8220; V\u00e4ter (etwa 10 % der Befragten) f\u00fchlen sich in der Dreier-Beziehung &#8222;Vater, Mutter, Kind&#8220; wenig akzeptiert. Sie wollen sich mehr in der Familie engagieren, sto\u00dfen damit aber bei seiner Partnerin auf Unbehagen. Mit ihrem traditionellen Rollenverst\u00e4ndnis erleben sie ihre Versuche als Eingriff in ihren Kompetenzbereich. Dieser Vater-Typus ist davon \u00fcberzeugt, dass seine Partnerin seinen erzieherischen Kompetenzen misstraut, und seiner Wahrnehmung nach m\u00f6chte die Mutter ihn aus der Beziehung zum Kind sogar tendenziell ausschlie\u00dfen. Er geht ohnehin davon aus, dass die Beziehung zum Kind f\u00fcr seine Partnerin wichtiger ist als die Paarbeziehung.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Studie beteiligten sich \u00fcber 1.500 V\u00e4ter von Grundschulkindern aus dem Rhein-Main-Gebiet und nahmen in einem Fragebogen Stellung zu traditionellen Rollenklischees, aber auch zu ihrer emotionalen Kompetenz, ihrem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen gegen\u00fcber ihrem Kind und dem Erleben der Partnerschaft. 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