{"id":2776,"date":"2009-12-29T18:49:59","date_gmt":"2009-12-29T17:49:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2776"},"modified":"2009-12-30T18:51:06","modified_gmt":"2009-12-30T17:51:06","slug":"keine-vater-morgana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/12\/29\/keine-vater-morgana\/","title":{"rendered":"Keine Vater Morgana"},"content":{"rendered":"<p>\u201aDer moderne Papa nimmt Elternzeit, wickelt, kocht Brei und redet gern dar\u00fcber wie Cem \u00d6zdemir. Aber nach ein paar Wochen ist er wieder verschwunden\u2019, schreibt Jana Hensel in ihrer pers\u00f6nlichen Bilanz zum Jahresende &#8218;Vater Morgana&#8216; in der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\" target=\"_blank\">Zeit<\/a>. Diese f\u00e4llt meines Erachtens auch deshalb so negativ aus, weil dem Elterngeld das Potenzial zur L\u00f6sung aller offenen Fragen in Sachen Rollenaufteilung zugeschrieben werden, die Rahmenbedingungen weitgehend ausgeblendet und der individuelle Vater f\u00fcr die V\u00e4ter an sich in Haftung genommen wird.<\/p>\n<p>So hei\u00dft es unter anderem: \u201a\u00dcber die Von-der-Leyen-V\u00e4ter ist in den drei Jahren nach der Einf\u00fchrung des Elterngeldes am 1. Januar 2007 viel Gutes geschrieben worden. V\u00e4ter, die nach der Geburt eine Auszeit nahmen und zu Hause blieben, waren die Stars der letzten Saison. Was aber ist aus ihnen geworden?<\/p>\n<p>Die Fakten sind ern\u00fcchternd. \u2026 Die Elternzeit &#8211; Utopie ist abgest\u00fcrzt wie eine Aktie, die an der B\u00f6rse zu hoch gehandelt wurde. Die ehemalige Familienministerin und jetzige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat sich verspekuliert.\u2019<\/p>\n<p>Wenn ich im Bild bleibe, hat sich nicht die Emittentin der Aktie Elterngeld, sondern diejenigen, die allein auf diese Karte setzen geirrt. Hensel weiter<\/p>\n<p>\u201aDenn nach der Elternzeit kehren die neuen V\u00e4ter an ihre Arbeitspl\u00e4tze zur\u00fcck, als sei nichts gewesen. F\u00fcr sie gilt: Nach der Elternzeit ist vor der Elternzeit. \u2026 Das Leben der M\u00fctter unterdessen wurde binnen eines Jahres auf den Kopf gestellt. W\u00e4hrend 55 Prozent von ihnen vor dem ersten Kind in Vollzeit besch\u00e4ftigt waren, rutscht die Quote danach in den Keller. Nur 14 Prozent kehren in die Vollbesch\u00e4ftigung zur\u00fcck; nach zwei Kindern sind es nur noch 6 Prozent.\u2019<\/p>\n<p>Das was hier als Konsequenz bei den M\u00fcttern beschrieben wird, k\u00f6nnte ich genauso als Begr\u00fcndung f\u00fcr das Verhalten der V\u00e4ter betrachten. Nur in einer Partnerschaft, wo auf Augenh\u00f6he \u00fcber das berufliche Engagement nach der Geburt des ersten und aller weiteren Kinder gesprochen wird und auch die Frau bereit ist nach kurzer Elternzeit in Vollzeit wieder arbeiten zu gehen, kann Mann und Vater ein \u201aRisiko\u2019 eingehen.<\/p>\n<p>Ansonsten bleibt die Situation in der Tat so anachronistisch wie zuvor. \u201aPapa bringt das Geld nach Hause und macht Karriere. Mama verdient dazu und k\u00fcmmert sich um den Nachwuchs.\u2019 An diesem Zustand kann nicht das neue Elterngeld sondern nur das tats\u00e4chliche Verhalten in der Partnerschaft etwas \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Und zwar nicht nur symbolisch sondern real. V\u00e4ter haben l\u00e4ngst begriffen und zunehmend auch erfahren, dass Kindererziehung Spa\u00df macht.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t ist aber auch, dass heute ein Einkommen f\u00fcr eine Familie mit Kindern in der Regel nicht ausreicht und die bestm\u00f6gliche L\u00f6sung, kurze Vollzeit f\u00fcr beide, M\u00fctter und V\u00e4ter, mit den entsprechenden betrieblichen Regelungen zeitlich und r\u00e4umlich flexibler Arbeitszeiten kaum existieren.<\/p>\n<p>Stattdessen wird, insbesondere bei verantwortlichen T\u00e4tigkeiten und F\u00fchrungsaufgaben in Unternehmen immer noch am Vollzeit Anwesenheitsdogma festgehalten<!--more--> und den Versuchen es anders zu regeln ein Riegel vorgeschoben. <a href=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/12\/27\/arbeitgeber-gegen-vater-in-elternzeit\/\" target=\"_blank\">Mutige V\u00e4ter<\/a>, die es anders machen wollen, werden abgestraft und kalt gestellt.<\/p>\n<p>\u201aDer Teilzeit-Vater existiert nicht.\u2019 Das stimmt, selbst mit einer 40 Stunden Woche ist Mann auch ein Vollzeit Vater. In der realen Partnerschaft m\u00fcssen Mann und Frau bezahlte Erwerbs- und unbezahlte Familienarbeiten so aufteilen, dass beide zufrieden sind. Das hei\u00dft reden, aushandeln und handeln, und zwar in einer Endlosschleife. Dass dabei auf beiden Seiten auch Kompromisse gemacht werden m\u00fcssen, liegt in der Natur der Sache.<\/p>\n<p>Diese Zufriedenheit der Eltern mit ihrer Situation erh\u00f6ht nicht nur die Stabilit\u00e4t und die Qualit\u00e4t der Partnerschaft sondern auch die Beziehung zu den Kindern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/01\/Vaeter-01 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201aDer moderne Papa nimmt Elternzeit, wickelt, kocht Brei und redet gern dar\u00fcber wie Cem \u00d6zdemir. Aber nach ein paar Wochen ist er wieder verschwunden\u2019, schreibt Jana Hensel in ihrer pers\u00f6nlichen Bilanz zum Jahresende &#8218;Vater Morgana&#8216; in der Zeit. 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