{"id":2770,"date":"2009-12-27T14:09:09","date_gmt":"2009-12-27T13:09:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2770"},"modified":"2010-01-06T17:08:19","modified_gmt":"2010-01-06T16:08:19","slug":"arbeitgeber-gegen-vater-in-elternzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/12\/27\/arbeitgeber-gegen-vater-in-elternzeit\/","title":{"rendered":"Arbeitgeber gegen Vater in Elternzeit"},"content":{"rendered":"<p>Susanne Amann beschreibt in Ihrem Beitrag in <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\" target=\"_blank\">Spiegel Online<\/a> \u201a Arbeitgeber gegen Elternzeit &#8211; Kind da, Job weg\u2019 die Erlebnisse eines Vaters, der hoch qualifiziert und flexibel gearbeitet hat, dem dann aber der Wunsch nach Elternzeit und einer anschlie\u00dfenden\u00a0 Reduzierung der Wochenarbeitszeit zum \u201aVerh\u00e4ngnis\u2019 wurde. Hier wird meines Erachtens mal wieder die Spitze eines Eisbergs sichtbar, der V\u00e4ter, insbesondere solche mit F\u00fchrungsverantwortung, daran hindert, als Vorbilder f\u00fcr Ihre Mitarbeiter und Kollegen neue Rollenmodelle vorzuleben.<\/p>\n<p>Offenbar hat Schneider (der Name ist ge\u00e4ndert) etwas getan, was in allen politischen Sonntagsreden zwar gefordert, f\u00fcr ihn selbst schlicht selbstverst\u00e4ndlich, aber in den betrieblichen Realit\u00e4ten noch lange nicht die Unternehmenskulturen pr\u00e4gt:<br \/>\nAls Vater wollte er sich um seine drei Kinder k\u00fcmmern und deshalb &#8217;nur&#8216; 30 Stunden dem Arbeitgeber zur Verf\u00fcgung stehen.\u00a0 Ob hier wohl mal wieder Anwesenheit mit beruflicher Leistung verwchselt wird?<\/p>\n<p>&#8218;Das macht Schneider nicht nur, weil seine Frau Unternehmensberaterin ist und gleichberechtigt arbeiten will. Sondern auch, weil er es f\u00fcr richtig h\u00e4lt, dass Kinder einen Vater haben, der ansprechbar, greifbar und im Notfall auch da ist.<\/p>\n<p>Genau das sagte Schneider nach eigener Aussage auch seinem Chef, als dieser ihn im Jahr 2005 \u00fcber einen Headhunter anspricht und f\u00fcr seinen Btrieb gewinnen will. In dem Vertrag, auf den man sich schlie\u00dflich einigt, wird als Dienstsitz laut Schneider deshalb Weilrod eingetragen, ein kleiner Ort im Herzen des Taunus. Hier wohnt Schneider und von hier aus sollte er\u00a0 Vollzeit arbeiten. \u2026<\/p>\n<p>Das funktioniert hervorragend &#8211; bis Schneider und seine Frau im Jahr 2007 ihr drittes Kind erwarten. &#8222;Wir haben uns damals relativ schnell darauf verst\u00e4ndigt, beide Elternzeit zu nehmen und unsere Arbeitszeit auf 30 Stunden zu reduzieren&#8220;, erz\u00e4hlt Schneider.<\/p>\n<p>Doch was der Familie selbstverst\u00e4ndlich erscheint und vom Gesetzgeber ausdr\u00fccklich erlaubt, ja sogar mit viel Geld gef\u00f6rdert wird, st\u00f6\u00dft bei Schneiders Arbeitgeber auf wenig Gegenliebe \u2026 und entwickelt sich \u00fcber die Monate zur pers\u00f6nlichen Katastrophe: Erst verweigert das Unternehmen Schneider die ihm zustehende Elternzeit, dann wird er auf ein anderes Projekt versetzt.<\/p>\n<p>Er, der seit Jahren selbstbestimmt und mit Homeoffice f\u00fcr die Firma t\u00e4tig ist, muss pl\u00f6tzlich stundengenaue T\u00e4tigkeitsnachweise erstellen. F\u00fcr das Jahr 2007 gibt es erstmals keinen Bonus mehr &#8211; stattdessen treffen sich Schneider und sein Arbeitgeber im Dezember 2007 vor Gericht, das den Anspruch auf Elternzeit best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Doch da ist das Verh\u00e4ltnis zwischen Schneider und seinem Arbeitgeber l\u00e4ngst gest\u00f6rt,\u00a0 man bietet ihm noch die Versetzung an den Stammsitz drei Stunden entfernt an. Es folgen K\u00fcndigungsdrohungen, Stopp der Gehaltszahlungen, man trifft sich erneut vor Gericht, schlie\u00dflich kommt es zur K\u00fcndigung. \u2026\u2019<\/p>\n<p><strong>Und die Konsequenzen?<!--more--><\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p>\u201aNoch wei\u00df Schneider nicht, wie es weitergehen soll. Er ist nicht sicher, ob er so weitermachen will &#8211; in einem anderen Unternehmen, aber im gleichen System. Vielleicht ist er seiner Zeit einfach voraus, ein Vater, an den sich Deutschland erst gew\u00f6hnen muss.<\/p>\n<p>Woanders sind sie weiter. Vor kurzem hatte Schneider ein Vorstellungsgespr\u00e4ch bei einem Konzern in Finnland. Die erste Frage des m\u00f6glichen neuen Arbeitgebers dort war: &#8222;Wie k\u00f6nnen wir daf\u00fcr sorgen, dass der Job mit deiner famili\u00e4ren Situation vereinbar ist?&#8220;\u2019<\/p>\n<p>Da der Arbeitgeber, der aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden nicht (mehr) \u00f6ffentlich genannt werden will, den Darstellungen von Schneider im Spiegel widersprochen und rechtliche Schritte angedroht hat, ist der Artikel bei Spiegel Online nicht mehr online.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Susanne Amann beschreibt in Ihrem Beitrag in Spiegel Online \u201a Arbeitgeber gegen Elternzeit &#8211; Kind da, Job weg\u2019 die Erlebnisse eines Vaters, der hoch qualifiziert und flexibel gearbeitet hat, dem dann aber der Wunsch nach Elternzeit und einer anschlie\u00dfenden\u00a0 Reduzierung der Wochenarbeitszeit zum \u201aVerh\u00e4ngnis\u2019 wurde. 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