{"id":2741,"date":"2009-12-16T18:56:41","date_gmt":"2009-12-16T17:56:41","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2741"},"modified":"2009-12-16T18:56:41","modified_gmt":"2009-12-16T17:56:41","slug":"das-dilemma-der-vater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/12\/16\/das-dilemma-der-vater\/","title":{"rendered":"Das Dilemma der V\u00e4ter"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.verwaltung.bayern.de\/Bild\/original_2116923\/ifb-FamilienreportBayern2006.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.verwaltung.bayern.de\/Bild\/original_2116923\/ifb-FamilienreportBayern2006.jpg\" alt=\"\" width=\"172\" height=\"242\" \/><\/a>Der bayerische <a href=\"http:\/\/www.verwaltung.bayern.de\/Broschueren-bestellen-.196-1067720.2116969\/index.htm\" target=\"_blank\">Familienreport 2006<\/a> befasst sich mit dem Thema \u201aV\u00e4ter\u2019 und arbeitet es in seinen vielf\u00e4ltigen Facetten auf. Der von Harald Rost und Tanja M\u00fchling verfasste Bericht liefert grundlegendes Zahlenmaterial und zahlreiche Beitr\u00e4ge f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Vaterrolle.<br \/>\nSpannend ist, drei Jahre nach der Ver\u00f6ffentlichung die Entwicklungen mit den damals beschriebenen Wirklichkeiten von V\u00e4tern zu vergleichen:<\/p>\n<p>\u201aEngagierte V\u00e4ter sind heute zu einem selbstverst\u00e4ndlichen Bestandteil der Alltagskultur geworden. Verschiedene Facetten, V\u00e4terlichkeit zu leben, existieren dabei nebeneinander: Es gibt \u201aneue\u2019 und traditionelle V\u00e4ter, Ledige und Verheiratete, harmonisch getrennt Lebende und im Streit Geschiedene. Au\u00dferdem Stief-, Pflege- und Adoptivv\u00e4ter, Allein- und Hauptern\u00e4hrer, Hausm\u00e4nner oder V\u00e4ter, die mit geteilter Elternschaft experimentieren. \u2026<\/p>\n<p>Die geringe Nutzung der Elternzeit durch V\u00e4ter gilt in vielen \u00f6ffentlichen Diskussionen als Gradmesser f\u00fcr die m\u00e4nnliche \u201aVerhaltensstarre\u2019. \u2026 Aber auch Vollzeit arbeitende M\u00e4nner k\u00f6nnen gute V\u00e4ter sein. In Umfragen geben sie mehrheitlich an, nicht der Beruf, sondern Frau und Kinder seien f\u00fcr sie das Wichtigste im Leben. Das ist kein Widerspruch, denn sie betrachten das Geldverdienen als eine m\u00e4nnliche Form der Sorge.<\/p>\n<p>Einer st\u00e4rkeren famili\u00e4ren Beteiligung steht bei vielen V\u00e4tern die gro\u00dfe Unsicherheit am Arbeitsplatz im Wege. Das klassische Leitbild des finanziellen Versorgers hat weiterhin gro\u00dfe Bedeutung: Stabile wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse sind M\u00e4nnern wichtig, bevor sie Vater werden wollen. Wer zu Hause nicht randst\u00e4ndig sein will, ger\u00e4t in eine Zwickm\u00fchle zwischen privaten Anforderungen und beruflichen Zw\u00e4ngen. Dieses \u201eV\u00e4terdilemma\u201c beginnt gleich nach der Ausbildung: Selbst Hochschulabsolventen m\u00fcssen sich \u00fcber Jahre hinweg mit Zeitvertr\u00e4gen und befristeter Besch\u00e4ftigung arrangieren. \u2026 Ist die gew\u00fcnschte Position endlich erreicht, wird volle berufliche Verf\u00fcgbarkeit erwartet.<\/p>\n<p>M\u00e4nnern droht der Absturz auf der Karriereleiter, in extremen F\u00e4llen sogar die K\u00fcndigung, wenn sie versuchen, in Elternzeit zu gehen oder ihre Wochenstundenzahl zu reduzieren. Es braucht Mut und Selbstbewusstsein, in einer von traditionellen Normen gepr\u00e4gten Arbeitskultur abweichendes Verhalten zu zeigen. Viele V\u00e4ter scheuen das Risiko, im Unternehmen eine ausgepr\u00e4gte private Orientierung offen zu vertreten. Vorgesetzte interpretieren den Wunsch, weniger zu arbeiten, h\u00e4ufig als Ausdruck von Unzufriedenheit und mangelndem Engagement.<\/p>\n<p>Trotz aller Blockaden ist das Thema \u201eM\u00e4nner zwischen Kind und Karriere\u201c in der Wirtschaft heute pr\u00e4senter als in den neunziger Jahren. In den Debatten um Managementkonzepte wie \u201eDiversity\u201c oder \u201eWork-Life-Balance\u201c spielen V\u00e4ter als Zielgruppe zwar keine zentrale Rolle. Famili\u00e4re Verpflichtungen von Mitarbeitern werden aber immerhin registriert und ernst genommen. \u2026 Ein \u201efamilienfreundliches\u201c Unternehmen sollte sich daher nicht auf \u201eM\u00fctterfreundlichkeit\u201c beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Trennung von Beruf und Privatleben in der Industriegesellschaft war in erster Linie eine Trennung der V\u00e4ter von ihren Familien.<!--more--> Angesichts der gleichwertigen Qualifikationen ihrer Partnerinnen w\u00e4chst jetzt der Druck auf M\u00e4nner, sich in der Haus- und F\u00fcrsorgearbeit zu engagieren. F\u00fcr einen (noch kleinen, aber wachsenden Teil) der Erwerbst\u00e4tigen kehren in der Informationswirtschaft selbstst\u00e4ndige und hoch individualisierte Arbeitsformen zur\u00fcck, die in der Vergangenheit K\u00fcnstlern oder Handwerkern vorbehalten waren. Die modernen Arrangements zwischen Erwerbsarbeit und Familie k\u00f6nnen zur Folge haben, dass die Grenzen von Job und Freizeit verschwimmen.<\/p>\n<p>Im g\u00fcnstigen Fall kann das Nischen \u00f6ffnen, die ein st\u00e4rkeres famili\u00e4res Engagement f\u00fcr M\u00e4nner zulassen. Alternierende Telearbeit und elektronische Vernetzung erweitern dann die Spielr\u00e4ume von V\u00e4tern, sich um das wichtigste \u201eProjekt\u201c von allen zu k\u00fcmmern: um ihre Kinder.\u2019<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.verwaltung.bayern.de\/Anlage2116887\/ifb-FamilienreportBayern2006.pdf \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der bayerische Familienreport 2006 befasst sich mit dem Thema \u201aV\u00e4ter\u2019 und arbeitet es in seinen vielf\u00e4ltigen Facetten auf. Der von Harald Rost und Tanja M\u00fchling verfasste Bericht liefert grundlegendes Zahlenmaterial und zahlreiche Beitr\u00e4ge f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Vaterrolle. 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