{"id":2596,"date":"2009-11-11T11:27:55","date_gmt":"2009-11-11T10:27:55","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2596"},"modified":"2009-11-12T19:24:58","modified_gmt":"2009-11-12T18:24:58","slug":"haben-wir-eine-mannerkrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/11\/11\/haben-wir-eine-mannerkrise\/","title":{"rendered":"Haben wir eine M\u00e4nnerkrise?"},"content":{"rendered":"<p>In der aktuellen Sendung von frauTV geht es unter anderem um die provozierenden Thesen von <a href=\"http:\/\/www.walter-hollstein.ch\/\" target=\"_blank\">Walter Hollstein<\/a>, der in seinem Buch, \u201a<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3351026595?ie=UTF8&amp;tag=vaeterblog-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3351026595\" target=\"_blank\">Was vom Manne \u00fcbrig blieb<\/a>\u2019 die M\u00e4nner in der Krise sieht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3351026595?ie=UTF8&amp;tag=vaeterblog-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3351026595\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/21UbIo5rIIL._SL500_AA180_.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" \/><\/a>\u201aM\u00e4nner verdienen mehr als Frauen. Sie besetzen die Schl\u00fcsselstellen von Wirtschaft und Politik (abgesehen vom Bundeskanzleramt) &#8211; welchen Grund h\u00e4tten sie also, zu klagen? Dennoch gibt es derzeit jede Menge Autoren, die sich ausgerechnet mit der Misere des Mannes besch\u00e4ftigen. Wollen sie doch nur wieder jammern? Ist das der neueste Trend der Buchbranche oder doch ein St\u00fcck weit Ausdruck einer echten Krise?<\/p>\n<p>Der wohl profilierteste unter den Forschern ist Walter Hollstein aus Basel. Hollstein ist emeritierter Professor f\u00fcr politische Soziologie, lehrte in Berlin und Bremen, war zweifach Gutachter f\u00fcr den Europarat f\u00fcr M\u00e4nner- und Geschlechterfragen. In seiner j\u00fcngsten Publikation forscht er: &#8222;Was vom Manne \u00fcbrig blieb&#8220;.<\/p>\n<p>Hollstein r\u00e4umt ein, es stimme, dass M\u00e4nner nach wie vor die wichtigsten Positionen in der Gesellschaft innehalten. Doch zum einen schadet diese kleine r\u00fccksichtslose Machtelite der restlichen M\u00e4nnerschaft beim Aufbau eines modernen M\u00e4nnerbildes. Und zum anderen machen M\u00e4nner eben nicht nur die kleine Spitze der Gesellschaft, sondern auch das Gros der Gesellschaftsverlierer aus \u2013 Arbeitslose, Obdachlose, Geringverdiener usw.<\/p>\n<p>Sie haben \u00fcberdies die riskanteren bis lebensgef\u00e4hrlichen Jobs \u2013 bei den Rettern von Ground Zero und bei Tschernobyl haben ausschlie\u00dflich M\u00e4nner ihr Leben gelassen. Dreckjobs, f\u00fcr die Frauen keineswegs auf die Stra\u00dfen gehen. Und die M\u00e4nner verlieren weiter. Denn \u2013 darauf scheint sich die Forschung geeinigt zu haben \u2013 die Zukunft der Arbeit ist weiblich. Gerade in der Wirtschaftskrise zeigt sich, dass die &#8218;klassischen&#8216; M\u00e4nnerberufe abgebaut werden \u2013 man denke nur an die Automobilindustrie \u2013 w\u00e4hrend die &#8218;weiblichen&#8216; wie etwa der Dienstleistungssektor tendenziell kaum verloren hat.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Vor allem dank der Erfolge der Frauen. Sie haben die Arbeitswelt und somit ihre Selbstbestimmung erobert. Gro\u00dfz\u00fcgig gef\u00f6rdert durch den Staat, der weibliche Arbeitskr\u00e4fte in den 60er Jahren an allen Ecken und Enden ben\u00f6tigte. So nimmt es nicht wunder, dass junge Frauen und M\u00e4dchen heute mit gro\u00dfer Mehrheit positive Erwartungen an das Leben haben.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite, so Hollstein, sei die Sozialisation f\u00fcr Jungen traditionell geblieben. Sie habe sich nicht angepasst. Jungen werden unerbittlich auf Leistung und Erfolg getrimmt. Umgekehrt: K\u00f6rperkontakt, Z\u00e4rtlichkeit, Empathie, aber auch der Wert von sozialen Netzen werden ihnen abtrainiert. Probleme sollen sie m\u00f6glich schnell alleine l\u00f6sen. Folge: eingeschr\u00e4nktes Gef\u00fchlsleben, Homophobie, Frustration etc. Dass Jungen mit diesen Werten in einer gewandelten Gesellschaft verunsichert sind und wesentlich weniger zuversichtlich in die Zukunft schauen, liegt nahe.<\/p>\n<p>Dass das M\u00e4nnerbild in den letzten Jahrhunderten immer \u00e4rger gelitten hat, steht au\u00dfer Frage. Dass es aber heute kein Problem ist, M\u00e4nner pauschal als Vergewaltiger, Schweine, Defizitwesen und dergleichen mehr darzustellen und dass diesem Bild nicht einmal M\u00e4nner widersprechen, das sei, meint Hollstein, ein klares Verdienst des radikalen Feminismus. So widerspricht die Gesellschaft heute weitestgehend nicht, wenn M\u00e4nner in der Werbung, in Filmen als Deppen oder triebgesteuert abgestempelt werden, wenn sie in Witzen verh\u00f6hnt werden.<\/p>\n<p>Die daraus resultierende Unsicherheit und Dem\u00fctigung treffe alle, vor allem die Heranwachsenden. Und \u00e4u\u00dfere sich nicht selten in Gewalt bis hin zum Amoklauf. Sie zu bel\u00e4cheln oder zu ignorieren w\u00e4re fahrl\u00e4ssig. Dazu kommt, dass es zunehmend an m\u00e4nnlichen Vorbildern fehlt. Denn die Gesellschaft werde, so Hollstein, immer st\u00e4rker weiblich dominiert. Die Zahl der Alleinerziehenden (mind. 90% Frauen) steige an, V\u00e4ter tauchen ab. Kein Mann weit und breit, da eben auch die Erziehungseinrichtungen durch und durch weiblich sind. Mutti-Muff lautet hier das Schlagwort. \u2026\u2019<\/p>\n<p>Sendetermine: WDR FERNSEHEN, Donnerstag, 12. November 2009, 22.00 &#8211; 22.30 Uhr . und Montag, 16. November 2009, 11.30 &#8211; 12.00 Uhr (Wdh.).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/frautv\/sendungsbeitraege\/2009\/1112\/thema_03.jsp \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Sendung von frauTV geht es unter anderem um die provozierenden Thesen von Walter Hollstein, der in seinem Buch, \u201aWas vom Manne \u00fcbrig blieb\u2019 die M\u00e4nner in der Krise sieht. \u201aM\u00e4nner verdienen mehr als Frauen. 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