{"id":2574,"date":"2009-11-06T21:07:08","date_gmt":"2009-11-06T20:07:08","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2574"},"modified":"2009-11-06T21:07:08","modified_gmt":"2009-11-06T20:07:08","slug":"vom-scheitern-der-anspruche-an-vater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/11\/06\/vom-scheitern-der-anspruche-an-vater\/","title":{"rendered":"Vom Scheitern der Anspr\u00fcche an V\u00e4ter"},"content":{"rendered":"<p>Im Jugendmagazin Jetzt der S\u00fcddeutschen berichtet Tina Baier \u00fcber die Fachtagung \u201a<a href=\"http:\/\/dji.de\/veranstaltungen\/2009\/DJITagungFamilie2009_Falter.pdf\" target=\"_blank\">Doing Family<\/a>\u2019 am vergangenen Mittwoch und Donnerstag in Berlin. Ihre These: \u201aM\u00e4nner wollen sich in der Familie engagieren, doch meist gen\u00fcgen sie ihren Anspr\u00fcchen nicht\u2019. Ihr Resultat: \u201adie V\u00e4ter scheitern!\u2019<\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge der anwesenden Forscher legen aber eine differenziertere Sicht nahe<\/p>\n<p>&#8222;Die jungen M\u00e4nner sind ziemlich verzweifelt auf der Suche nach Leitbildern&#8220;, sagte Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) auf der Fachtagung \u00a0&#8222;In unserer Gesellschaft gibt es kein positives Bild von M\u00e4nnlichkeit, das V\u00e4terlichkeit mit einschlie\u00dft.&#8220;<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass gerade M\u00e4nner, die vor der Geburt des ersten Kindes f\u00fcr Gleichberechtigung in der Partnerschaft eintreten, sich sp\u00e4ter sogar weniger an Erziehung und Haushalt beteiligen als M\u00e4nner, die sich an einem traditionellen Familienbild orientieren. Fabienne Becker-Stoll vom Staatsinstitut f\u00fcr Fr\u00fchp\u00e4dagogik in M\u00fcnchen glaubt, dass dies auch an den Frauen liegt. Nach ihrer Erfahrung w\u00fcnschen sich vor allem Paare aus der gut ausgebildeten Mittelschicht eine gleichberechtigte Partnerschaft. Wenn das erste Kind kommt, lasse sich jedoch immer wieder dasselbe Muster beobachten: Die zuvor beruflich sehr engagierte Mutter st\u00fcrzt sich mit demselben Elan auf ihr &#8222;neues Projekt Kind&#8220;. Dem Vater bleibt oft kaum Raum, sich zu beteiligen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig f\u00fchlen sich solche Frauen mit dem ersten Kind sehr belastet, da sie enorme Anspr\u00fcche an sich als Mutter haben, aber &#8211; anders als im Berufsleben &#8211; noch \u00fcber keiner Kompetenz auf diesem Gebiet verf\u00fcgen. Das f\u00fchrt zu Stress und Problemen in der Partnerschaft; der Mann zieht sich in die Arbeit zur\u00fcck, was sich auch \u00f6konomisch gut rechtfertigen l\u00e4sst, da bei Paaren, bei denen die Frau eine gut bezahlte Stelle hatte, tats\u00e4chlich ein gro\u00dfer Teil des Familieneinkommen wegf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Damit sich M\u00e4nner in Zukunft mehr als V\u00e4ter engagieren k\u00f6nnen, muss sich die Arbeitswelt noch weiter ver\u00e4ndern, glaubt Karin Jurczyk. Auch M\u00e4nner m\u00fcssten als Menschen mit Sorgeverpflichtungen betrachtet werden. Derzeit herrsche in den meisten Unternehmen noch eine Anwesenheitskultur: Nur wer lange da ist, gilt als wichtig &#8211; unabh\u00e4ngig von der Leistung.<\/p>\n<p>Nach Ansicht von Hans Bertram von der Philosophischen Fakult\u00e4t der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t wird sich in Zukunft die eigentliche Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr zwischen M\u00e4nnern und Frauen abspielen, sondern zwischen Menschen, die hochflexibel den Anforderung der globalisierten Arbeitswelt entsprechen, weil sie keine Verpflichtungen haben und Menschen mit F\u00fcrsorgepflichten, sei es f\u00fcr Kinder oder pflegebed\u00fcrftige Angeh\u00f6rige.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/jetzt.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/490154 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jugendmagazin Jetzt der S\u00fcddeutschen berichtet Tina Baier \u00fcber die Fachtagung \u201aDoing Family\u2019 am vergangenen Mittwoch und Donnerstag in Berlin. 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