{"id":2521,"date":"2009-10-25T11:06:33","date_gmt":"2009-10-25T10:06:33","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2521"},"modified":"2009-10-26T11:11:24","modified_gmt":"2009-10-26T10:11:24","slug":"vater-lernen-chaosmanagement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/10\/25\/vater-lernen-chaosmanagement\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter lernen Chaosmanagement"},"content":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit Alexander Kohnen erl\u00e4utert Marc Schulte vom <a href=\"http:\/\/www.vaeterzentrum-berlin.de\" target=\"_blank\">V\u00e4terzentrum Berlin<\/a> die Stolpersteine und die Vorteile einer Elternzeit f\u00fcr V\u00e4ter.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Herr Schulte, woran liegt es denn, dass die meisten V\u00e4ter nur zwei oder drei Monate Elternzeit nehmen &#8211; und nicht zehn?<\/p>\n<p><strong>Schulte:<\/strong> Das hat nat\u00fcrlich mit der Karriere zu tun. Bei j\u00fcngeren M\u00e4nnern f\u00e4llt das Kinderkriegen zusammen mit dem Beginn der Karriere, da entscheidet sich viel. V\u00e4ter \u00fcber 40 sind gesettelter, gehen tendenziell l\u00e4nger in Elternzeit. Ein zweiter Grund ist der finanzielle Aspekt. Elternzeit hei\u00dft finanzielle Einbu\u00dfe. Und oft ist es ja immer noch so, dass der Mann wesentlich mehr verdient als die Frau. Der Mann hat oft noch die Ern\u00e4hrerfunktion, zw\u00f6lf Monate Elternzeit f\u00fcr den Mann sind da finanziell oft gar nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Und welche Rolle spielt der Chef?<\/p>\n<p><strong>Schulte:<\/strong> Ein dritter Grund ist sicherlich die gesellschaftliche Akzeptanz. Wer mehr als zwei Monate rausgeht, wird tendenziell von seinem Arbeitgeber be\u00e4ugt. Diesen V\u00e4tern wird das dann so ausgelegt, als wollten sie sich eine Auszeit g\u00f6nnen, als seien sie nicht motiviert. Oder sie werden bel\u00e4chelt, bekommen Spr\u00fcche zu h\u00f6ren wie: &#8222;Gehst du jetzt Mutti spielen?&#8220; In vielen Firmen geh\u00f6rt das zur Unternehmenskultur.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Sind auch die M\u00fctter ein Hindernis?<\/p>\n<p><strong>Schulte:<\/strong> Das w\u00e4re ein weiterer Grund. Die Frauen m\u00fcssen loslassen, ihren M\u00e4nnern Freir\u00e4ume lassen &#8211; also ihren nat\u00fcrlichen Machtbereich verlassen. Und auch die Familie ern\u00e4hren.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Wie viele Monate Elternzeit sind f\u00fcr V\u00e4ter ideal?<\/p>\n<p><strong>Schulte:<\/strong> Wir haben da kein Patentrezept, das muss man individuell entscheiden. Ein guter Vater kann auch jemand sein, der gar nicht in Elternzeit geht. Ich empfehle jedem Mann: Nimm dir exklusive Zeit mit deinem Kind. Aber die Elternzeit ist eine gro\u00dfartige Chance, die ich jedem Mann w\u00fcnsche.<\/p>\n<p><strong>Berliner Morgenpost:<\/strong> Was lernt ein Mann denn in der Elternzeit?<\/p>\n<p><strong>Schulte:<\/strong> Er muss ein kleines Kind versorgen, Windeln wechseln, spazieren gehen. Und er muss lernen, das Kind, das noch nicht sprechen kann, richtig zu deuten. Er muss sehr spontan werden. Da kann man nicht erst eine Arbeitsgruppe einberufen, eine Task Force, so wie im Beruf. Der Mann lernt Chaosmanagement, ist extrem beansprucht, den ganzen Tag. Da kann er neue Kompetenzen erwerben. Grunds\u00e4tzlich kann ein Mann das alles genauso gut wie eine Frau.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/printarchiv\/familie\/article1195367\/Der-Mann-lernt-Chaosmanagement.html \" target=\"_self\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit Alexander Kohnen erl\u00e4utert Marc Schulte vom V\u00e4terzentrum Berlin die Stolpersteine und die Vorteile einer Elternzeit f\u00fcr V\u00e4ter. Berliner Morgenpost: Herr Schulte, woran liegt es denn, dass die meisten V\u00e4ter nur zwei oder drei Monate Elternzeit nehmen &#8211; und nicht zehn? Schulte: Das hat nat\u00fcrlich mit der Karriere zu tun. 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