{"id":2014,"date":"2009-05-25T16:43:03","date_gmt":"2009-05-25T15:43:03","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=2014"},"modified":"2009-05-25T16:45:24","modified_gmt":"2009-05-25T15:45:24","slug":"ein-vatergesprach-mit-drei-mannern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/05\/25\/ein-vatergesprach-mit-drei-mannern\/","title":{"rendered":"Ein V\u00e4tergespr\u00e4ch mit drei M\u00e4nnern"},"content":{"rendered":"<p><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal<\/w:View> <w:Zoom>0<\/w:Zoom> <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone> <w:PunctuationKerning \/> <w:ValidateAgainstSchemas \/> <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid> <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent> <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText> <w:Compatibility> <w:BreakWrappedTables \/> <w:SnapToGridInCell \/> <w:WrapTextWithPunct \/> <w:UseAsianBreakRules \/> <w:DontGrowAutofit \/> <\/w:Compatibility> <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel> <\/w:WordDocument> <\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\"> <\/w:LatentStyles> <\/xml><![endif]--> <!--[if gte mso 10]> <mce:style><!\n\/* Style Definitions *\/\ntable.MsoNormalTable\n{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\nmso-tstyle-rowband-size:0;\nmso-tstyle-colband-size:0;\nmso-style-noshow:yes;\nmso-style-parent:\"\";\nmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\nmso-para-margin:0cm;\nmso-para-margin-bottom:.0001pt;\nmso-pagination:widow-orphan;\nfont-size:10.0pt;\nfont-family:\"Times New Roman\";\nmso-ansi-language:#0400;\nmso-fareast-language:#0400;\nmso-bidi-language:#0400;}\n--> <!--[endif]--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Ein Arbeitszimmer in Leipzig, die W\u00e4nde ringsum voller B\u00fccher, darunter eine Freud-Gesamtausgabe mit 450 Lesezeichen darin. Hier arbeitet Helmut Thomae, der 88-j\u00e4hrige Psychoanalytiker und langj\u00e4hrige Mitstreiter Alexander Mitscherlichs. Sein Sohn Dieter Thomae ist zu Besuch. Er hat vor kurzem ein sch\u00f6nes Buch \u00fcber den Wandel der Vaterrolle seit der Franz\u00f6sischen Revolution geschrieben und noch den Enkel Jakob Thomae im Schlepptau, der eigentlich gerade in London studiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3446230246?ie=UTF8&amp;tag=vaeterblog-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3446230246 \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.faz.net\/m\/%7B756423EC-D137-4A66-9C1F-87EFA096E8D2%7DPicture.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"344\" \/><\/a>&#8218;SZ:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Am morgigen Donnerstag ist Vatertag. Vielleicht k\u00f6nnen Sie, Gro\u00dfvater, Vater und Sohn, zun\u00e4chst mal eine Definition geben, was Ihrer Meinung nach einen guten Vater ausmacht?<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Helmut Thomae: <\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Es f\u00e4llt mir leichter zu sagen, was einen schlechten Vater ausmacht, weil ich r\u00fcckblickend denke, dass ich selbst ein ungen\u00fcgender Vater war.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">SZ<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">: Warum?<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Helmut Thomae: <\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Weil ich in der Erziehung kaum eine Rolle gespielt habe. Meine Frau war zum Gl\u00fcck eine wunderbare Mutter und hat mir erm\u00f6glicht, meinen beruflichen Verpflichtungen voll nachzukommen. Ich habe die beiden Kinder in die Schule gebracht, war bis abends um sieben aus dem Haus, kam zum Abendessen und habe dann ab und zu noch Geschichten am Bett vorgelesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">SZ<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">: Das deckt sich leider ziemlich mit der heutigen durchschnittlichen Vaterrolle.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Helmut Thomae:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Was?! Heute noch? Ich dachte, das sei besser geworden.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">SZ<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">: Vielleicht besteht die kleine, schmerzhafte Verbesserung darin, dass viele V\u00e4ter ihre Abwesenheit nicht erst r\u00fcckblickend als Defizit erleben, sondern schon w\u00e4hrenddessen. Dieter Thomae, was macht f\u00fcr Sie einen guten Vater aus?<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Dieter Thomae: <\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Ein guter Vater muss anwesend sein. Nat\u00fcrlich nicht immer, aber er muss da sein. Und dann kommt es meines Erachtens noch auf eine Mischung aus St\u00e4rke und Z\u00e4rtlichkeit an, aus Gro\u00dfsein und auch mal Schwachsein. F\u00fcr die Kinder ist es etwas Kostbares, wenn sie in dem Vater auch etwas was sehen, was sie bewundern, ohne dass das etwas \u00dcberw\u00e4ltigendes hat. ..<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">SZ:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> In Ihrem Buch zeigen Sie, wie lang die Geschichte von Schlagworten wie antiautorit\u00e4r oder Jugendkultur ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Dieter Thomae:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Der Begriff der Vaterlosigkeit stammt sogar schon von 1789. Und die &#8222;Jugendkultur&#8220; hat Gustav Wyneken erfunden, der 1920 sagte, die Jugendkultur m\u00fcsse verteidigt werden. Er sagte, wir sollten nicht gegen die Eltern k\u00e4mpfen, sondern sie einfach vergessen; wir verlassen das Haus der Familie und bauen unser eigenes. Die Familie ist nicht zust\u00e4ndig, nicht die richtige Instanz f\u00fcr die Erziehung. Die Eltern fahren sowieso auf dem falschen Dampfer. Schon verh\u00e4ngnisvoll, dass gerade diese Tendenz heute so stark ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">SZ:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Warum?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Dieter Thomae:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Weil man dumm bleibt, wenn man sich immer nur an Leuten orientiert, die so sind wie man selbst. Weil man sich die kreative Reibung zwischen den Generationen schenkt. Die letzte Wendung in diesem Spiel sind die unsicheren Eltern, die sich mit sich selbst nicht wohl f\u00fchlen, Peer Group spielen und Berufsjugendliche werden. Schon Wyneken sagte, geben wir es doch zu, wir w\u00fcrden alles daf\u00fcr geben, k\u00f6nnten wir noch einmal richtig jung sein. Damit demontiert man dann sich selbst.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">SZ:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Jakob Thomae, Ihr Vater war 24, als Sie auf die Welt kamen. Sie sind 20. Wollen Sie bald Vater werden?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Jakob Thomae:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Nein, noch nicht. Heute wird man ja erst mit Mitte 30 Vater.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">SZ:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Ihr Vater spricht in dem Zusammenhang vom Dr\u00fcckebergerverhalten.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Dieter Thomae:<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"> Naja Dr\u00fcckeberger&#8230; Ich denke nur, die Leute sitzen einem Trugschluss auf, wenn sie meinen, sie k\u00f6nnen das Risiko Familie erst angehen, wenn alles in trockenen T\u00fcchern ist. Als Berufsanf\u00e4nger ist es besonders schwer, Job und Familie zu vereinen. Wenn der Chef sagt, ich habe da einen Auftrag, drei Tage Polen, und gleichzeitig hat das Kind Fieber, ist das schwerer zu managen, als wenn man noch studiert. Ich habe studiert, als ich Vater wurde, das war leichter. Au\u00dferdem ist die Vorstellung, dass man alles perfekt regeln muss, bevor man Familie hat, fatal, weil darin eine Vorstellung von totaler Lebensverplanung steckt. Familie ist sowieso nicht planbar, wenn man mit der Vorstellung der perfekten \u00dcbersicht an die Sache rangeht, wird man Probleme kriegen. \u2026\u2019<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Wohl war, so ist das Leben.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/609\/469168\/text\/ \" target=\"_blank\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Quelle<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Arbeitszimmer in Leipzig, die W\u00e4nde ringsum voller B\u00fccher, darunter eine Freud-Gesamtausgabe mit 450 Lesezeichen darin. Hier arbeitet Helmut Thomae, der 88-j\u00e4hrige Psychoanalytiker und langj\u00e4hrige Mitstreiter Alexander Mitscherlichs. Sein Sohn Dieter Thomae ist zu Besuch. Er hat vor kurzem ein sch\u00f6nes Buch \u00fcber den Wandel der Vaterrolle seit der Franz\u00f6sischen Revolution geschrieben und noch den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43,24],"tags":[150],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2014"}],"collection":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2014"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2014\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2017,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2014\/revisions\/2017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2014"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2014"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2014"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}