{"id":1906,"date":"2009-05-01T19:57:21","date_gmt":"2009-05-01T18:57:21","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=1906"},"modified":"2009-05-03T20:00:48","modified_gmt":"2009-05-03T19:00:48","slug":"eine-frage-des-respekts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2009\/05\/01\/eine-frage-des-respekts\/","title":{"rendered":"Eine Frage des Respekts"},"content":{"rendered":"<p><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal<\/w:View> <w:Zoom>0<\/w:Zoom> <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone> <w:PunctuationKerning \/> <w:ValidateAgainstSchemas \/> <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid> <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent> <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText> <w:Compatibility> <w:BreakWrappedTables \/> <w:SnapToGridInCell \/> <w:WrapTextWithPunct \/> <w:UseAsianBreakRules \/> <w:DontGrowAutofit \/> <\/w:Compatibility> <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel> <\/w:WordDocument> <\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\"> <\/w:LatentStyles> <\/xml><![endif]--> <!--[if gte mso 10]> <mce:style><!\n\/* Style Definitions *\/\ntable.MsoNormalTable\n{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\nmso-tstyle-rowband-size:0;\nmso-tstyle-colband-size:0;\nmso-style-noshow:yes;\nmso-style-parent:\"\";\nmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\nmso-para-margin:0cm;\nmso-para-margin-bottom:.0001pt;\nmso-pagination:widow-orphan;\nfont-size:10.0pt;\nfont-family:\"Times New Roman\";\nmso-ansi-language:#0400;\nmso-fareast-language:#0400;\nmso-bidi-language:#0400;}\n--> <!--[endif]--><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Eine Frau liegt gem\u00fctlich auf dem Sofa und liest. Pl\u00f6tzlich dr\u00f6hnt laute Musik aus dem Nebenzimmer \u2013 ihr Mann hat die Anlage schon wieder bis zum Anschlag aufgedreht. Die Frau geht zu ihm, sie schreit: \u201aWie oft soll ich dir noch sagen, dass mich der Krach nervt, daf\u00fcr darfst du heute Abend keine <em><span style=\"font-family: Verdana;\">Sportschau<\/span><\/em> gucken!\u2019 Strafe muss sein, denkt sie sich, sonst lernt der das nie. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"><a href=\"http:\/\/www.familylab.de\/files\/Veranstaltungen\/JesperJuul05_Vanja.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.familylab.de\/files\/Veranstaltungen\/JesperJuul05_Vanja.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"204\" \/><\/a>Der d\u00e4nische Familientherapeut <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jesper_Juul \" target=\"_blank\">Jesper Juul<\/a> mag solche Geschichten. Weil sie wie Unsinn klingen, aber in Wahrheit die Wirklichkeit beschreiben. Denn wie diese Frau, meint Juul, ben\u00e4hmen sich zahllose erwachsene Menschen. Vielleicht nicht untereinander, aber ihren Kindern gegen\u00fcber. Weil sie glaubten, dies sei das, was man Erziehung nennt. Irrtum, sagt Juul. Erziehung bestehe darin, Kindern mit Respekt zu begegnen. Dann bekomme man auch Respekt zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Entscheidend f\u00fcr das Wohlergehen einer Familie sei nicht, welche Regeln man aufstelle, sondern wie man miteinander umgehe, sagt Juul. Er malt einen Strich an die Tafel, der an jedem Ende eine Spitze hat. Darunter schreibt er das Wort \u00bbBeziehung\u00ab. Darauf komme es an, sagt er, auf Respekt und darauf, die W\u00fcrde des anderen anzuerkennen. Bei kleinen Kindern genauso wie bei pubertierenden. Und dann formuliert er seinen Kernsatz: Kinder sind vollwertige Menschen. Sie m\u00fcssen nicht erst durch Strafen und Verbote zurechtgebogen werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Das klingt schlicht. Doch in einer Zeit, in der viele Eltern in Erziehungsfragen verunsichert sind, nicht mehr wissen, woran sie sich orientieren sollen, und den Eindruck haben, Erziehung sei ein ungeheuer kompliziertes, anspruchsvolles Unterfangen, sind solche einfachen Ratschl\u00e4ge vermutlich genau das, was ihnen hilft. Und weil Juul erfahren hat, wie viele Eltern dringend nach Orientierung suchen, hat er vor einigen Jahren sein <a href=\"http:\/\/www.familylab.de\/\" target=\"_blank\">Familylab<\/a> gegr\u00fcndet, eine Bildungswerkstatt f\u00fcr Familien in bisher sieben europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Familylab bietet Seminare, Vortr\u00e4ge, Beratungsgespr\u00e4che f\u00fcr Eltern an, erf\u00fcllt von dem Gedanken, dass niemand ein schlechter Mensch ist, nur weil er sich im Umgang mit seinen Kindern \u00fcberfordert f\u00fchlt. Im Gegenteil, sagt Juul bei jeder Gelegenheit, selbst den besten Eltern unterliefen t\u00e4glich zwanzig Fehler. Der schlimmste Fehler aber sei der Wunsch nach Perfektion.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Juul selbst hat das, was er zu wissen glaubt, weniger an Instituten oder Fakult\u00e4ten gelernt als vor allem drau\u00dfen in der Welt, in ungez\u00e4hlten Gespr\u00e4chen mit M\u00fcttern, V\u00e4tern und Kindern, mit wohlhabenden d\u00e4nischen Familien hat er ebenso gearbeitet wie mit kroatischen Fl\u00fcchtlingsfamilien, die alles verloren hatten. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Denn Jesper Juul hat einen kleinen Enkel, zweieinhalb Jahre ist er alt. Abgesehen davon, dass er sich wie jeder Gro\u00dfvater \u00fcber den Nachwuchs freue, sagt Juul, habe es ihn neugierig gemacht, endlich das anwenden zu k\u00f6nnen, was er anderen so oft geraten habe. Bei seinem Sohn sei er viel zu jung und ahnungslos gewesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">K\u00fcrzlich sa\u00df er nun mit seinem Enkel beim Essen, und der Kleine spuckte alles, was ihm nicht schmeckte, wieder aus und schmierte es auf den Tisch. \u201aGenau wie mein Sohn, als er klein war\u2019, sagt Juul. Den hatte er damals noch angeschrien, hatte geschimpft, er solle die Reste gef\u00e4lligst auf dem Teller liegen lassen, und hatte damit erreicht, dass der Junge einen Wutanfall bekam. Jetzt sagte er ganz ruhig zu seinem Enkel: \u201aIch will, dass du das Essen auf den Teller zur\u00fccklegst, wenn es dir nicht schmeckt. Machst du das f\u00fcr mich?\u2019<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Und, wie hat der Kleine reagiert? \u201aEr hat es tats\u00e4chlich zur\u00fcckgelegt\u2019, sagt Jesper Juul l\u00e4chelnd. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt;\"><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/19\/PD-Juul \" target=\"_blank\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Quelle<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Frau liegt gem\u00fctlich auf dem Sofa und liest. Pl\u00f6tzlich dr\u00f6hnt laute Musik aus dem Nebenzimmer \u2013 ihr Mann hat die Anlage schon wieder bis zum Anschlag aufgedreht. 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