{"id":136,"date":"2006-10-15T20:30:32","date_gmt":"2006-10-15T18:30:32","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2006\/10\/15\/aktive-vaterschaft-als-mannliches-statussymbol\/"},"modified":"2006-10-15T20:38:39","modified_gmt":"2006-10-15T18:38:39","slug":"aktive-vaterschaft-als-mannliches-statussymbol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2006\/10\/15\/aktive-vaterschaft-als-mannliches-statussymbol\/","title":{"rendered":"Aktive Vaterschaft als m\u00e4nnliches Statussymbol"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Die Bundesregierung hat jetzt ein <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/nn_1264\/Content\/DE\/Interview\/2006\/09\/2006-09-29-interview-von-der-leyen-berliner-zeitung.html\">Interview<\/a> ver\u00f6ffentlicht, das <a target=\"_blank\" href=\"html:\/\/www.bmfsfj.de\">Bundesfamilienmisterin<\/a> Ursula von der Leyen am 29. September der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/\">Berliner Zeitung<\/a> gegeben hat. Dort hat sie sich unter anderem f\u00fcr eine V\u00e4terbewegung in Deutschland ausgesprochen, die eine Emanzipation der M\u00e4nner von alten Rollenklischees beschleunigen soll und auch angeregt, aktive Vaterschaft als m\u00e4nnliches Statussymbol anzuerkennen, wie dies in Schweden l\u00e4ngst der Fall sei.<br \/>\nAusz\u00fcge aus dem Interview:<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Frau von der Leyen, es wird zurzeit viel dar\u00fcber diskutiert, ob der Feminismus am Ende ist und Frauen sich wieder auf die Mutterrolle beschr\u00e4nken sollten. Was sagen Sie dazu?<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\" \/><\/p>\n<p>Ursula von der Leyen: Wir haben nicht zu viel Emanzipation, sondern zu wenig. Die gl\u00e4serne Decke, die Frauen am beruflichen Aufstieg hindert, existiert nach wie vor. Frauen haben zwar viel mehr Chancen als fr\u00fcher, aber die Frage ist jetzt: Wer hat beruflich die Folgen zu tragen, wenn Kinder geboren werden?<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Die Antwort d\u00fcrfte klar sein.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Lassen sie es mich so sagen: Mit der Emanzipation der M\u00e4nner sind wir noch weit zur\u00fcck. Deutschland braucht eine V\u00e4terbewegung.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Wie meinen Sie das?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Emanzipation hei\u00dft doch, dass man seine eigene Rolle entwickelt und erweitert. In Deutschland ist ein Mann nach wie vor nur dann ein echter Mann, wenn er erfolgreich im Beruf ist. Die Rolle als Vater ist noch recht unterentwickelt. In Skandinavien geh\u00f6rt aktive Vaterschaft zum Erfolg in Beruf und Gesellschaft dazu, sie ist ein m\u00e4nnliches Statussymbol.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Bei uns wird neuerdings beklagt, dass Jungs von den M\u00e4dchen abgeh\u00e4ngt werden. Teilen Sie die Sorge?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Ich finde es nicht schlimm, dass M\u00e4dchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen. W\u00e4ren die Zahlen anders herum, w\u00fcrde kein Hahn danach kr\u00e4hen. Man w\u00fcrde es als Gott gegeben betrachten. Dennoch m\u00fcssen wir genauer hingucken, was mit den Jungs los ist.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Und was ist mit ihnen los?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: In der Gruppe der Jugendlichen ohne Schulabschluss und ohne berufliche Qualifikation sind \u00fcberwiegend Jungen, viele mit Migrationshintergrund. Sie f\u00fchlen sich abgeh\u00e4ngt und klammern sich umso st\u00e4rker an tradierte Rollenmuster. Aus Angst, komplett die Orientierung zu verlieren. Diese Jungs sind in den ersten Lebens- und Schuljahren zu wenig integriert worden, sie haben kaum m\u00e4nnliche Vorbilder im Alltag erlebt, die sie f\u00fcr Bildung und Verantwortung f\u00fcr andere als Wert an sich begeistert haben. Das Drama der bildungsarmen Kinder ist doch, dass sie isoliert sind &#8230;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: &#8230;und Dass diese Jungen keine Partnerin mehr finden.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Das ist kein deutsches Ph\u00e4nomen, das konnte man bereits vor 15, 20 Jahren etwa in Schweden beobachten. Dort haben sich daraufhin Werte und Ziele f\u00fcr M\u00e4nner ver\u00e4ndert. Ein akzeptierter Mann ist nicht mehr der Boss, sondern der, der Partnerschaft ernst nimmt. Er sch\u00e4tzt die Bildung der Frau und betrachtet sich im Bezug auf Kinder nicht als zweitklassige Mutter, sondern als erstklassiger Vater. Das hat die Gesellschaft enorm ver\u00e4ndert und das Gleichgewicht auf dem Ehemarkt wieder hergestellt.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Wie reagieren eigentlich die Herren in Ihrer Partei, wenn Sie so reden?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Bei den \u00fcber 60-J\u00e4hrigen hat sich eine gewisse Wachheit entwickelt.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Bezogen worauf?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Bezogen auf ihre erwachsenen T\u00f6chter. Die M\u00e4nner sind stolz auf deren berufliche Erfolge, aber bedauern, dass die Enkelkinder ausbleiben. Und weil sie ihre T\u00f6chter lieben, realisieren sie, dass Kinderlosigkeit eben nicht das Ergebnis einer selbsts\u00fcchtigen Generation ist.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Verraten Sie uns, wer von den Unionsm\u00e4nnern das erkannt hat?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Es w\u00e4re nicht fair, nur einen zu nennen. Aber ich kann Ihnen sagen, dass Edmund Stoiber mich sehr unterst\u00fctzt hat, als es in den Koalitionsverhandlungen um Vereinbarkeit von Beruf und Familie ging.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-weight: normal\">Berliner Zeitung: Aha. Und was ist mit den J\u00fcngeren?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>von der Leyen: Ein wachsender Anteil erkennt, dass wir den jungen Menschen Antworten auf ihre ganz realen Probleme geben m\u00fcssen.  Wir k\u00f6nnen nicht mit Rezepten kommen, die vielleicht noch vor 30 Jahren galten. Eines der realen Probleme ist, dass M\u00e4nner unsicherer werden, ob sie eine Familie ern\u00e4hren k\u00f6nnten. Berechtigt.  Deshalb m\u00fcssen wir konsequent daran arbeiten, dass Partner gleicherma\u00dfen Verantwortung f\u00fcr Einkommen und Erziehung \u00fcbernehmen. Nur so l\u00e4sst sich auch die Kinderarmut reduzieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung hat jetzt ein Interview ver\u00f6ffentlicht, das Bundesfamilienmisterin Ursula von der Leyen am 29. September der Berliner Zeitung gegeben hat. 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