{"id":1114,"date":"2008-11-06T13:49:38","date_gmt":"2008-11-06T12:49:38","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=1114"},"modified":"2008-11-12T13:54:41","modified_gmt":"2008-11-12T12:54:41","slug":"die-vaterluge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2008\/11\/06\/die-vaterluge\/","title":{"rendered":"Die V\u00e4terl\u00fcge"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal<\/w:View> <w:Zoom>0<\/w:Zoom> <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone> <w:PunctuationKerning \/> <w:ValidateAgainstSchemas \/> <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid> <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent> <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText> <w:Compatibility> <w:BreakWrappedTables \/> <w:SnapToGridInCell \/> <w:WrapTextWithPunct \/> <w:UseAsianBreakRules \/> <w:DontGrowAutofit \/> <\/w:Compatibility> <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel> <\/w:WordDocument> <\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\"> <\/w:LatentStyles> <\/xml><![endif]--> <span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">\u201aWas ist am Jubel \u00fcber die &#8222;neuen V\u00e4ter&#8220; eigentlich so unangenehm?\u2019 fragt Ines Kappert in einem Kommentar in der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\" target=\"_blank\">taz<\/a>. Ihre Antwort \u201aSchlicht gesagt: die Faktenuntreue und der soziale Rassismus.\u2019<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Dass die taz provozierende \u00dcberschriften und markante Formulierungen w\u00e4hlt, um auf vermeintliche und tats\u00e4chliche Missst\u00e4nde hinzuweisen, sch\u00e4tze ich als Leser seit langem. Bei diesem Kommentar geht mir aber die \u201aHutschnur\u2019 hoch, zumal Kappert die \u201aFaktentreue\u2019 f\u00fcr sich reklamiert.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Das 84 % der V\u00e4ter, die bislang noch keine Elternzeit genommen haben allesamt in das Lager der \u201atraditionell gesinnten V\u00e4ter\u2019 geschoben werden, die ihre Kinder weiterhin beim Fr\u00fchst\u00fcck, beim Abendessen und am Wochenende s\u00e4hen, hat mit Fakten weniger uns umso mehr mit altem Lagerdenken zu tun, gegen das Kappert vorgeblich so entschieden eintritt.<\/span><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Aber vielleicht ist dies der Preis f\u00fcr die folgende, gr\u00f6\u00dftenteils zutreffende Analyse. Kappert sieht den Kern des Diskurses in der Frage: \u201aStellt die Mutter nicht vielleicht doch die bessere Bezugsperson dar?\u2019 und gibt gleich die Antwort: \u201aDoch wenn M\u00e4nner sich emanzipieren, m\u00fcssen die Frauen, die mit ihnen leben, sich von der Anma\u00dfung verabschieden, irgendwie seien sie immer schon die sozial Kompetenteren. \u2026<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">In der \u00f6ffentlichen Diskussion liegt der Fokus woanders. \u2026 Hier wird ein krasses Konkurrenzverh\u00e4ltnis zwischen Frauen und M\u00e4nnern aufgemacht.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Sobald M\u00e4nner Frauen starr gegen\u00fcbergestellt werden, ist Vorsicht angesagt. Denn wir haben es nie mit M\u00e4nnern und Frauen &#8222;an und f\u00fcr sich&#8220; zu tun. Nie. Niemand ist nur Mann oder nur Frau. Stattdessen realisiert sich M\u00e4nnlichsein und Weiblichsein erst im Verbund mit Herkunft, Alter, finanziellem und kulturellem Kapital. \u2026\u2019<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Und dann kommt der soziale Aspekt: \u201aDie ganze Diskussion um v\u00e4terliche V\u00e4ter adressiert den Mann aus der Mittelschicht. F\u00fcr Hartz-IV-V\u00e4ter interessiert sich von der Leyen ebenso wenig wie ihre Fans. Umgekehrt ist bislang noch nicht aufgefallen, dass sich die F\u00fchrungsriege der Republik um staatliche Vaterschaftsprogramme oder gar eine vaterfreundliche Firmenpolitik scherten. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Nichts ist dagegen einzuwenden, wenn M\u00e4nner daran arbeiten, ihre M\u00e4nnlichkeitsperformanz um F\u00fcrsorglichkeit zu erg\u00e4nzen. Gar nichts. Doch werden &#8222;neue V\u00e4ter&#8220; als neue Hoffnungstr\u00e4ger &#8222;den&#8220; Frauen pauschal entgegensetzt, streitet man nicht f\u00fcr die Emanzipation unserer Gesellschaft. Man sichert vielmehr die Privilegien f\u00fcr &#8222;die Mitte&#8220; ab. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Die Alternative \u2026 ist der kinderfreundliche Umbau der Arbeitswelt. H\u00e4ufig kritisieren engagierte V\u00e4ter, mit welcher Skepsis ihnen Chefs und Kolleginnen begegneten, wenn sie flexible Arbeitszeiten forderten oder wenn sie Termine verschieben, weil das kranke Kind von der Kita abgeholt werden muss. Klar, nichtkonformes Verhalten ruft Unmut hervor. Das m\u00fcssen alle erleben, also auch V\u00e4ter. Doch in ihre Beschwerde mischt sich zunehmend Euphorie. Einige beschwingt mittlerweile die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung von aktiver Vaterschaft geradezu. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Theoretisch ist ihre Zuversicht berechtigt. M\u00e4nner sind deutlich besser gewerkschaftlich organisiert als ihre Kolleginnen. Auch die Manager sind in der Regel m\u00e4nnlich. Wenn sie wollen, dann k\u00f6nnen sie ihre Betriebe kinderfreundlich umr\u00fcsten. Lippenbekenntnisse gibt es schon in rauen Mengen.\u2019<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\">Apropos \u201aPrivilegien f\u00fcr die Mitte\u2019. Beim <a href=\"http:\/\/www.fraport.de\/cms\/default\/rubrik\/1\/1961.htm\" target=\"_blank\">Frankfurter Flughafen<\/a> sind mehr als die H\u00e4lfte der v\u00e4terlichen V\u00e4ter in Elternzeit, und das waren mehr als 50 im letzten Jahr, beim Bodenpersonal auf dem Rollfeld besch\u00e4ftigt. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 6pt;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/die-vaeterluege\/ \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201aWas ist am Jubel \u00fcber die &#8222;neuen V\u00e4ter&#8220; eigentlich so unangenehm?\u2019 fragt Ines Kappert in einem Kommentar in der taz. 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