{"id":10872,"date":"2026-07-12T16:02:29","date_gmt":"2026-07-12T14:02:29","guid":{"rendered":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10872"},"modified":"2026-08-03T16:33:31","modified_gmt":"2026-08-03T14:33:31","slug":"neue-regeln-beim-elterngeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2026\/07\/12\/neue-regeln-beim-elterngeld\/","title":{"rendered":"Neue Regeln beim Elterngeld"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcttern, wickeln, baden, singen, spielen: Wer k\u00fcnftig f\u00fcr sein Baby eine berufliche Auszeit nimmt, muss sich auf \u00c4nderungen beim Elterngeld einstellen. Familienministerin Karin Prien (CDU) hat ein neues Modell vorgelegt. Sie will V\u00e4ter mehr in die Erziehungsarbeit einbinden. Aber es geht auch darum, 500 Millionen Euro im Jahr zu sparen.<\/p>\n<p>So soll es das eigentliche Elterngeld k\u00fcnftig nur noch 12 statt bisher 14 Monate geben &#8211; sofern beide Elternteile jeweils mindestens drei Monate der Erziehungszeit \u00fcbernehmen. Zugleich sollen die monatlichen Summen erstmals seit fast 20 Jahren ein klein bisschen steigen.<\/p>\n<p>Was soll sich jetzt genau \u00e4ndern?<\/p>\n<p>Nur noch 12 statt 14 Monate und drei statt zwei V\u00e4termonate &#8211; so will Prien das Modell \u00e4ndern. \u00abVon insgesamt 12 Monaten Basiselterngeld sind k\u00fcnftig je drei Monate pro Elternteil reserviert und sechs weitere Monate k\u00f6nnen flexibel unter den Eltern aufgeteilt werden<\/p>\n<p>(3-6-3 Modell)\u00bb, hei\u00dft es aus Priens Ministerium. Alleinerziehende k\u00f6nnen aber bis zu zw\u00f6lf Monate volles Elterngeld erhalten.<\/p>\n<p>Das Elterngeld soll wieder uneingeschr\u00e4nkt auch gleichzeitig von beiden Eltern bezogen werden k\u00f6nnen. Das Ministerium verspricht sich davon mehr Flexibilit\u00e4t f\u00fcr Eltern. Das \u00abElterngeld Plus\u00bb soll es auch k\u00fcnftig geben. Das Prinzip dabei: Die monatlichen Zahlungen sind in der Regel halb so hoch, daf\u00fcr l\u00e4uft die Leistung bis zu 24 statt 12 Monate.<\/p>\n<p>Der Mindestbetrag soll den Pl\u00e4nen zufolge von 300 auf 330 Euro und der H\u00f6chstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro steigen. Es bleibe grunds\u00e4tzlich bei der Regelung, dass das Elterngeld bei 65 Prozent des Nettoeinkommens liegt.<\/p>\n<p>Der Gesetzentwurf beinhaltet auch eine \u00c4nderung des Mutterschutzgesetzes: Damit werde \u00abpr\u00e4ziserer und zugleich differenzierterer Schutz geschaffen, um die berufliche Teilhabe von schwangeren und stillenden Frauen zu f\u00f6rdern\u00bb, hei\u00dft es aus Priens Ministerium.<\/p>\n<p>Wie wird sich das auswirken?<\/p>\n<p>Der Deutsche Frauenrat sieht K\u00fcrzungen im Etat des Familienministeriums grunds\u00e4tzlich kritisch. Dieser werde im kommenden Jahr um\u00a0acht\u00a0Prozent schrumpfen, bis 2029 sogar um bis zu ein F\u00fcnftel, warnt die Vorsitzende Beate von Miquel.\u00a0Und gespart werde ausgerechnet bei der beliebtesten familienpolitischen Leistung, dem Elterngeld.<\/p>\n<p>Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund monierte: \u00abEin verbindlicher Elterngeldmonat mehr f\u00fcr V\u00e4ter &#8211; das war&#8217;s aber auch schon mit den positiven Nachrichten zu den Elterngeldpl\u00e4nen der Bundesregierung. Denn der Rest ist gleichstellungspolitisch ein R\u00fcckschritt.\u00bb N\u00f6tig w\u00e4ren zudem mehr finanzielle Anreize, meint der DGB.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2025\/maerz\/frauen-und-maenner-wollen-die-bezahlte-elternzeit-gleichmaessig-aufteilen-tun-es-aber-nicht \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-10873\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/FireShot-Capture-039-Frauen-und-Maenner-wollen-die-bezahlte-Elternzeit-gleichmaessig-aufteile_-www.bertelsmann-stiftung.de_.png\" alt=\"\" width=\"665\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/FireShot-Capture-039-Frauen-und-Maenner-wollen-die-bezahlte-Elternzeit-gleichmaessig-aufteile_-www.bertelsmann-stiftung.de_.png 834w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/FireShot-Capture-039-Frauen-und-Maenner-wollen-die-bezahlte-Elternzeit-gleichmaessig-aufteile_-www.bertelsmann-stiftung.de_-300x237.png 300w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/FireShot-Capture-039-Frauen-und-Maenner-wollen-die-bezahlte-Elternzeit-gleichmaessig-aufteile_-www.bertelsmann-stiftung.de_-768x606.png 768w\" sizes=\"(max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was w\u00fcnschen sich Eltern eigentlich?<\/p>\n<p>In einer 2025 ver\u00f6ffentlichten Umfrage f\u00fcr die Bertelsmann-Stiftung unter 2.500 Menschen sagten 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der M\u00e4nner, sie h\u00e4tten beim Elterngeld eigentlich gerne ein \u00abegalit\u00e4res Modell\u00bb: Jedes Elternteil solle sieben Monate Elternzeit nehmen &#8211; bezogen auf die bisher g\u00fcltige Gesamtdauer von 14 Monaten Elterngeld.<\/p>\n<p>Eine solche Aufteilung war wohl im Familienministerium auch einmal im Gespr\u00e4ch, wurde aber dann doch nicht weiter verfolgt. In der Umfrage unterst\u00fctzten 39 Prozent die bisher \u00fcbliche Aufteilung der Betreuungszeit von zw\u00f6lf Monaten f\u00fcr die Mutter und zwei Monaten f\u00fcr den Vater.<\/p>\n<p>Die Autoren der <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2025\/maerz\/frauen-und-maenner-wollen-die-bezahlte-elternzeit-gleichmaessig-aufteilen-tun-es-aber-nicht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bertelsmann-Studie<\/a> kamen zu dem Schluss, dass mehr V\u00e4termonate auch volkswirtschaftlich Sinn erg\u00e4ben. Demnach w\u00e4re zu erwarten, dass Frauen schneller in den Job zur\u00fcckkehren, was den Fachkr\u00e4ftemangel mindern k\u00f6nnte. Die Eltern wurden auch befragt, was ihnen sonst noch in der Kinderphase helfen w\u00fcrde. Die h\u00e4ufigste Antwort: \u00abWeniger Beh\u00f6rdenkram und eine leichtere Antragstellung\u00bb. Das sagten 44 Prozent.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sovd.de\/aktuelles\/meldung\/sovd-kritisiert-geplante-einsparungen-beim-elterngeld\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcttern, wickeln, baden, singen, spielen: Wer k\u00fcnftig f\u00fcr sein Baby eine berufliche Auszeit nimmt, muss sich auf \u00c4nderungen beim Elterngeld einstellen. Familienministerin Karin Prien (CDU) hat ein neues Modell vorgelegt. Sie will V\u00e4ter mehr in die Erziehungsarbeit einbinden. Aber es geht auch darum, 500 Millionen Euro im Jahr zu sparen. 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